Die Erfüllung der Sehnsucht durch ein Tennisküken
140 WTA Tour
/ Klaus Schepers / 21 Oktober 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Die 14-jährige Laura Robson gibt heute ihr WTA-Debut beim Turnier in Luxemburg
Laura Robson? Wer ist das denn? Diese Frage wird in Großbritannien nicht mehr gestellt. Vor wenigen Monaten konnte die 14-Jährige in Wimbledon das Juniorenturnier gewinnen. Und das gegen Spielerinnen, die bis zu drei Jahre älter waren als sie. Aus den britischen Medien ist sie seitdem nicht mehr wegzudenken. Vor allem im Damentennis hatten die Briten seit Ewigkeiten keine Spielerin mehr, die auch nur einen Blumentopf gewinnen konnte. Die Bestplatzierte ist aktuell Anne Keothavong auf Platz 75 - bestenfalls Mittelmaß. Mit Laura Robson bewegt sich auf dem Platz auch gleichzeitig die große Sehnsucht nach einer neuen Heldin. Im Betfair-Forum sind bereits annähernd 1000 Beiträge zu ihr geschrieben worden und einen eigenen Fanclub hat sie auch schon. Beste Voraussetzungen also, um beim WTA-Turnier in Luxemburg erfolgreich zu sein. Wegen ihrer guten Leistungen in Wimbledon hat sie eine Wildcard vom Veranstalter erhalten. Eine Investition in die Zukunft, die sich spätestens dann lohnen könnte, wenn sich die Topspielerin in spe daran erinnert, wo sie das erste Mal auf WTA-Niveau spielen durfte.
Schafft die junge Britin den großen Sprung? Wie kommt sie mit den Medien zurecht?
Dass eine Spielerin bereits mit 14 Jahren auf der großen Tour mitspielen kann, ist sehr selten. Zusammen mit der Portugiesin Michelle Larcher de Brito, 15 Jahre, zählt sie zu den Küken auf der Tour. Die mediale Aufmerksamkeit allerdings ist deutlich größer als bei der Portugiesin. Die große Chance auf eine große Karriere ist dabei auch mit hohen Risiken verbunden. Wer in den prägenden Jugendjahren bereits in den Medien auftaucht, der kann schnell überfordert werden. Der Sprung von kleineren Turnieren auf die große WTA-Tour ist außerdem ein sehr großer. Davor hat sie bereits Amelié Mauresmo in einem Interview gewarnt. Dass das Talent da ist, hat Robson aber erst vor wenigen Wochen in Shrewsbury gezeigt. Dort konnte sie unter anderem die Nr. 121 und 158 besiegen und scheiterte erst im Halbfinale. In Luxemburg wartet allerdings noch einmal ein anderes Kaliber auf die Britin.
Iveta Benesova - eine routinierte Top50-Spielerin
In der ersten Runde trifft sie auf die Tschechin Iveta Benesova. Gegen eine Spielerin mit einer derartigen Spielstärke hat die Britin bisher noch nie gespielt - zumindest nicht außerhalb des Trainings. Normalerweise kann sie diesen großen Schritt nicht in diesen wenigen Wochen machen. Da überrascht mich die Quote von 1,38 doch ein wenig. Vielleicht aber auch nur Ausdruck der großen Sehnsucht, die die britischen Tennisfans nun endlich erfüllt sehen wollen.