Nadal wird scheitern!
Tennis
/ Klaus Schepers / 13 September 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus Zum Wettmarkt

Im ersten Halbfinale trifft Rafael Nadal heute ab 18 Uhr deutscher Zeit auf den aufstrebenden Juan Martin del Potro. Keiner konnte sich in den letzten zwölf Monaten so verbessern wie der 20-Jährige Argentinier. Eigentlich müsste er in dieses Halbfinale als leichter Favorit gehen, die Wettquoten sprechen aber eine andere Sprache.
Was letztes Jahr Andy Murray war, das ist in diesem Jahr Juan Martin del Potro. In den letzten zwölf Monaten spielte sich der Argentinier von Platz 17 auf den fünften Rang vor, unvergessen die Serie von vier Turniersiegen in Folge im letzten Jahr auf zwei unterschiedlichen Belägen. Nach den French Open steht er jetzt zum zweiten Mal im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers - und wird sich hier ins Finale vorspielen.
Und das, obwohl sein Gegner hier Rafael Nadal heißt. Der Spanier geht zu unrecht als Favorit in dieses Spiel. Zwar hat er sich hier von Spiel zu Spiel gesteigert, und ich gebe zu, dass er hier mehr gezeigt hat, als ich ihm eigentlich zugetraut hätte. Doch seinem Aufschlag fehlt im Moment die Geschwindigkeit. Und das ist auf Hardcourt ein elementares Kriterium. Sein Spiel von der Grundlinie ist fast wie zu seinen besten Zeiten, in denen er Anfang des Jahres den ersten Grand-Slam-Erfolg auf einem Hartplatz feiern konnte. Doch das allein reicht vielleicht gegen Gonzalez, Monfils oder Kiefer. Aber nicht gegen Juan Martin del Potro.
Denn der hat einen sehr starken Aufschlag. Selbst von der Grundlinie sehe ich sein Spiel, zumindest im offensiven Bereich, mindestens auf dem Niveau von Nadal. Der Spanier wird unglaublich aggressiv spielen müssen, um von del Potro nicht überrollt zu werden. Und da kommt dann auch wieder der Aufschlag ins Spiel. Bei den Aufschlagspielen von del Potro wird Nadal von Anfang an in die Defensive gedrängt werden, selbst bei den zweiten Aufschlägen wird er nur schwer die Initiative übernehmen können.
Genau andersrum sieht das bei Nadals Aufschlagsspielen aus. Serviert er so wie gegen Fernando Gonzalez, dann wird es ganz schwer, sich aus der Defensive befreien zu können. Einen gewissen Teil macht er durch seinen unglaublichen Willen und Kampfgeist, aber auch seine mentale Stärke, sicherlich wieder wett. Aber Juan Martin del Potro hat in den letzten Monaten gezeigt, dass er mental auf der Höhe der Großen Vier ist. Er zeigt während des Spiels fast keine Emotionen und konzentriert sich voll und ganz auf den jeweils nächsten Punkt.
Allein aufgrund der Ansetzung, den bisherigen Auftritten und dem Belag würde ich den Argentinier hier schon als gleichwertig ansehen. Hinzu kommt dann aber auch noch das Head-to-head. Zwar führt Nadal insgesamt mit 4:2 (Hardcourt: 2:2). Aber del Potro konnte die beiden letzten Duelle für sich entscheiden. Das letzte Spiel fand erst vor drei Wochen in Montreal statt - mit deutlichem Sieg für del Potro. Natürlich hat sich der Spanier seitdem verbessert. Seine köperliche Fitness (Knie wieder okay, dafür Bauchmuskel fragwürdig) ist aber längst noch nicht wieder bei 100 Prozent.
Fazit:
Ich gehe hier davon aus, dass del Potro den Spanier mit seinen starken Grundschlägen und dem deutlich besseren Aufschlag stark in die Defensive drängen wird. Das Spiel wird genau an dieser Schnittstelle entschieden - del Potro's Offensive gegen Nadals Defensive. Nadal hat genau zwei Möglichkeiten auf den Sieg: Entweder del Potro macht viele Fehler, wovon ich nicht ausgehe. Oder der Spanier legt eine Defensiv-Leistung hin wie zu Beginn des Jahres in Melbourne gegen Verdasco. Ich halte beides zwar für möglich, aber nicht allzu wahrscheinlich. Quoten über 2,00 für del Potro sind ein wahres Geschenk.
Empfehlung:
del Potro to win @ 2,20
