Hey Wickie, hey!
Tennis
/ Klaus Schepers / 07 September 2009 / Kommentar schreiben

Im Damen-Wettbewerb der US-Open werden heute vier weitere Viertelfinalistinnen gesucht. Wohl noch nie war das Niveau so schlecht wie bei diesem Grand-Slam-Turnier, das zeigt schon ein Blick auf das obere Viertel. Trotz Unwägbarkeiten ohne Ende, eine gute Wette gibt es trotzdem heute - auf eine unbekannte Belgierin.
Wer ein Gefühl bekommen will, wie es um das Niveau im Damentennis im Moment bestellt ist, der schaue auf das erste Viertel der US Open. Dort steht nicht eine einzige gesetzte Spielerin im Achtelfinale. Dinara Safina? Raus. Jelena Jankovic? Raus. Ana Ivanovic? Lange raus. Stattdessen haben es vier Spielerinnen geschafft mit denen wohl keiner ernsthaft gerechnet hätte.
Zwei davon sind Petra Kvitova und Yanina Wickmayer, Nummer 72 und 50 der Welt. Kvitova konnte die topgesetzte Russin Dinara Safina in einem schrecklich anzuschauenden Spiel aus dem Turnier werfen. Wickmayer bezwang in der ersten Runde immerhin Virignie Razzano, die Nummer 16 der Setzliste. Und auch wenn Kvitova die vermeintlich bessere Spielerin geschlagen hat, muss Wickmayer in diesem Spiel klare Favoritin sein, und zwar noch deutlicher als die Quote hier aussagt.
Es ist nicht nur das deutlich bessere Hardcourt-Spiel von Wickmayer, das hier den Unterschied machen wird. Die Belgierin hat einen soliden Aufschlag, der wohl zu den besten 10 auf der WTA-Tour zählt. Sie hat auch starke Grundschläge mit viel Power, mit denen sie bisher aber häufig zu viele Fehler produziert hat.
Zum deutlich besseren Spiel auf den Hartplätzen kommt aber noch ein weiterer Faktor hinzu. Die Tschechin Kvitova hat Asthma-Probleme, die sie in ihren spielerischen Möglichkeiten doch ein wenig behindern dürften. Gegen Safina konnte sie nur derartig knapp gewinnen, weil die Russin viel zu passiv war. Dass sie trotz 59 unforced errors gewinnen konnte (1.90 pro Spiel) zeigt, dass auch Kvitova alles andere als stark war.
Fazit
Die drei A's machen in diesem Duell den Unterschied. Aufschlag, Atemprobleme, Auftreten bisher. Wickmayer war die deutlich solidere, hat einen schnelleren und vor allem konstanten Aufschlag, hinzu kommen die Probleme bei Kvitova. Normalerweise sollte Wickmayer hier in zwei Sätzen gewinnen können. Aber selbst bei einer engen Partie sollte sie die konditionell bessere sein. Es spricht alles dafür, dass eine zweite Belgierin ins Viertelfinale einzieht. Und das ohne ein Comeback von Justine Henin.
Empfehlung:
Yanina Wickmayer to win @ 1,60
