Starthilfe vom großen Bruder
Tennis
/ Klaus Schepers / 23 September 2008 / Kommentar schreiben
Marco Djokovic in seinem Erstrundenduell gegen Jarkko Nieminen
Genau einen Weltranglistenpunkt hat er sich bisher erspielt. Bei einem Future-Turnier konnte er in zwei Sätzen immerhin die Nummer 1598 besiegen und sich so das erste Pünktchen holen, mit dem er nun in Weltrangliste auftaucht. Marko, der kleine Bruder von Novak Djokovic, der aktuellen Nummer drei der Welt. Seinem Bruder hat er höchstwahrscheinlich auch die Teilnahme an seinem ersten ATP-Turnier im thailändischen Bangkok zu verdanken. Sportliche Gründe dürften der Wild Card, die ihm die Turnierveranstalter zugesprochen haben, sicher nicht zugrunde liegen. Marko Djokovic ist erst 17 Jahre alt und hat in seiner Karriere bisher drei Turniere absolviert, die für die Weltrangliste zählen könnten. Alle drei Auftritte bei Future Events, die unter der Challenger Tour angesiedelt sind und jungen, aufstrebenden Spielern den Weg nach oben erleichtern sollen. Der Serbe dürfte wohl einer der ersten Spieler in der Open Era sein, der bereits bei seinem vierten Weltranglistenturnier auf ATP-Niveau mitmischen darf. Sein Gegner allerdings wird wenig Spaß verstehen, wenn er gegen ihn antreten wird.
Jarkko Nieminen - erfahrener Linkshänder mit 1000 Punkten
Der Finne Jarkko Nieminen hat genau das Tausendfache an Punkten im Vergleich zum Serben. Nach drei Erstrundenniederlagen im Vorfeld der US Open konnte er dort mit Siegen gegen Jenkins und Minar immerhin die dritte Runde erreichen. Trotzdem: Nieminen ist im Moment nicht in der besten Form seiner Karriere. Glaubt man der Weltrangliste, ist er Tausend mal besser als sein heutiger Gegner. Dass das Quatsch ist, wird sogar der Finne eingestehen. Kann ihn Marko Djokovic aber wirklich ernsthaft gefährden? Normalerweise müsste man diese Frage mit einem kategorischen „Nein" beantworten. Aber Nieminen musste zuletzt eben auch deutlich federn lassen. Das wird auch Marko Djokovic wissen. Die Quoten bei Betfair zeigen allerdings deutlich, wer hier als Favorit ins Rennen geht. Wer 100 Euro auf den Finnen setzt, kann daraus gerade einmal neun Euro Reingewinn erzielen. Für einen Sieg des Serben gibt's dafür immerhin mehr als das Zehnfache. Vielleicht kann ihm sein großer Bruder ja neben der Starthilfe, für die er bereits gesorgt hat, auch etwas von den Tennisgenen abgeben. Wobei, die hat er ja schon, als waschechter Djokovic.
