Spiel, Satz und Sieg! Der Rückblick auf das Tennisjahr Teil 4: Die Verlierer des Jahres 2008
Tennis
/ Klaus Schepers / 05 Dezember 2008 / Kommentar schreiben
Die Verlierer des Jahres 2008 - von Talentverschleuderern und Verletzungsgeplagten
„Das zweite Jahr ist das schwerste!" Das sagt man häufig über Fußballmannschaften, die im ersten Jahr nach dem Aufstieg locker drinbleiben und in der darauffolgenden Saison schwer zu kämpfen haben, wie auch der Karlsruher SC im Moment in der Bundesliga zu spüren bekommt. Ähnlich erging es in dieser Saison Guillermo Canas. Lange Zeit gehörte er zur erweiterten Weltspitze, Platz 8 belegte er im Sommer 2005. Doch dann folgte eine zweijährige Dopingsperre, die später aber auf ein Jahr verkürzt wurde. So konnte er im Jahr 2007 von Platz 142 auf den 15. Rang klettern und sogar zwei Mal Roger Federer besiegen. In dieser Saison dann bekam er zu spüren, dass die persönlich Euphorie nach dem sensationellen Comeback nicht mehr ausreicht gegen die jungen Wilden. Denn genau diese Power, die kommt dem Argentinier so langsam aber sicher abhanden.
Auch ein Deutscher zählt zu den Verlierern des Jahres - Tommy Haas. Normalerweise rettet er sein Tennisjahr meist gegen Jahresende mit guten Leistungen auf den Hartplätzen in Nordamerika. Doch in diesem Jahr konnte er auch hier nicht überzeugen. Immer häufiger hört man ihn in den Medien über ein Karriereende nachdenken. Vor allem wegen seiner lädierten Schulter, die ihn in den letzten Jahren nach guten Comebacks immer wieder zurückgeworfen hat. Es bleibt abzuwarten, ob noch einmal ein Comeback und ein Trend nach oben möglich ist. In den ersten Wochen der neuen Saison sollte er möglichst viele Punkte sammeln - denn sonst wird es bei wichtigen Turnieren schon schwer, überhaupt ins Hauptfeld zu kommen. In der Weltrangliste belegt er nämlich nur noch Rang 84. Nach dem 12. Platz im Vorjahr.
Ähnliche Probleme hat auch Marcos Baghdatis. Der Zypriote war das ganze Jahr über von Verletzungen gebeutelt. Eine Verletzung am Handgelenk und Rückenbeschwerden ließen die Saison für den sympathischen Zyprioten zum Horror werden. Immer wieder versuchte er zurückzukommen auf die Tour und musste dabei teilweise sogar bei Satzführung aufgeben. Wenn er das Jahr 2009 gesund beginnen kann, wird der an Position 100 geführte jeden Fall wieder zurück in die TOP 50 kommen. Vorausgesetzt, er findet seine nicht enden wollende Motivation und den großen Kampfgeist wieder.
Der wohl prominenteste Verlierer der Saison ist gleichzeitig wahrscheinlich auch der bestplatzierte Verlierer aller Zeiten: Roger Federer. Natürlich kann man darüber streiten, ob der Schweizer wirklich zu den Verlierern des Jahres zählen sollte. Schaut man aber auf die nackten Zahlen, dann ist diese Saison für Federer wirklich alles andere als gut verlaufen. Auch wenn er mit dem Sieg bei den US Open schlimmeres verhindern konnte - ohne Sieg bei den großen Masters Events - das ist ihm nur in seinem ersten Profijahr 2001 passiert.
Zu den Verlierern muss man auch den Franzosen Richard Gasquet zählen, vor allem wenn man sein unheimliches Talent mit heranzieht. Letztes Jahr konnte er das immerhin in eine Platzierung in den TOP 10 ummünzen. Doch in diesem Jahr folgte der Absturz auf Platz 24. Mit dem spielerischen Potential hat das nichts zu tun, wie immer wieder beobachtet werden konnte. Doch der Franzose konnte gute Leistungen in dieser Saison selten in aufeinanderfolgenden Spielen abrufen. Für 2009 dürfte die Tendenz trotz allem wieder nach oben gehen. Vielleicht endet die Saison ja mit einem Platz auf der Gewinnerliste 2009.
