Spiel, Satz und Sieg! Der Rückblick auf das Tennisjahr Teil 1: Von großen Erfolgen und totaler Erschöpfung
Tennis
/ Klaus Schepers / 25 November 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Das letzte große Spektakel der Saison 2008 endet mit der wohl größten Überraschung dieses Jahres. Spanien konnte sich in einem dramatischen Finale sensationell den Davis-Cup-Titel holen. Zunächst hört sich das gar nicht so sensationell an, doch mit der Absage von Rafael Nadal gingen die Spieler von der iberischen Halbinsel als krasser Außenseiter in das Finale. Zumal da die Argentinier mit Nalbandian und del Potro zwei der besten Spieler der letzten Monate in ihren Reihen hatten. Doch das Tennisjahr hat seine Spuren hinterlassen - vor allem bei del Potro, der sein erstes Einzel verlor und zum zweiten gar nicht mehr antreten konnte. Sein Ersatzmann Jose Acasuso versuchte zwar alles, unterlag letzlich aber Fernando Verdasco, dem spanischen Ersatzmann, in fünf hart umkämpften Sätzen.
Selten stand ein Davis Cup-Finale so stellvertretend für eine Tennissaison. Noch nie wurde der hohe körperliche Verschleiß durch die Vielzahl der Turniere so deutlich, wie in dieser Saison. Der große Triumph für die Spanier, gekoppelt mit Verletzungen und vollkommener Erschöpfung. Rafael Nadal sicherlich das prominenteste Opfer. Sechs mal konnte er in diesem Jahr bei großen Events gewinnen. Einen der größten Erfolge mussten seine Teamkollegen aber ohne ihn feiern - und das obwohl er einen sehr großen Anteil daran hatte.
Aber auch der Verlauf des Finals war noch von der totalen Erschöpfung vieler Spieler geprägt. Juan Martin den Potro, der im Sommer vier Turniere in Serie gewinnen konnte, musste sein zweites Einzel absagen und war schon im ersten Spiel sichtlich erschöpft. Bei den Spaniern ging es David Ferrer ähnlich - bei ihm ist aber schon seit Monaten eine Formkrise zu beobachten. So gab es im Davis Cup-Finale drei verschiedene Ansetzungen, bis Acasuso und Verdasco, Nr. 48 bzw. Nr.16 der Welt, den Sieger und somit die beste Tennisnation 2008 ermittelten.
Spitzenspieler wie Nadal oder Federer konzentrieren sich mittlerweile fast ausschließlich auf die großen Turniere, die für sich allein schon eine große Belastung darstellen. Es bleibt abzuwarten, wie die ATP auf dieses kümmerliche Saisonende reagiert. Letztendlich sind die Spieler hier für sich verantwortlich. Für den Sportwetter ist die hohe Turnieranzahl mit Tenniswetten an mindestens 300 Tagen im Jahr natürlich nur zu begrüßen.