Spiel, Satz und Sieg! Der Rückblick auf das Tennisjahr Teil 3: Die Gewinner des Jahres 2008
Tennis
/ Klaus Schepers / 05 Dezember 2008 / Kommentar schreiben
Die Gewinner des Jahres 2008 - vier sind oben angekommen und einer auf dem besten Weg
Ein bunter Mix aus etablierten Spielern und solchen, die es werden wollen. So sieht meist die Liste der Gewinner des Jahres aus. Dieses Jahr sind die Spieler mit dem größten Schritt nach vorne gleichzeitig auch die, die bereits in der erweiterten Weltspitze zu finden sind. Konnte man letztes Jahr noch Spieler wie Dudi Sela (+140 Plätze auf Platz 64) oder Victor Hanescu (+570 Plätze auf 76) hinzuzählen, sind die fünf Gewinner dieses Jahres bereits unter den besten 25 der Welt. Und einer von ihnen zählt nach 2007 erneut zu den Spielern mit dem größten Fortschritt.
Der Franzose Jo-Wilfried Tsonga hatte am Ende des Jahres 2006 eine Platzierung um 200 inne. Innerhalb eines Jahres verbesserte er sich auf den 43. Platz. Am Ende dieser Saison nimmt er bereits den sechsten Platz ein. Eine starke Entwicklung, zumal Tsonga zwischen Mai und August eine dreimonatige Zwangspause einlegen musste. Wenn er verletzungsfrei bleibt, kann er im Jahr 2009 auch den Großen Vier gefährlich werden. Ein Grand Slam-Finale und einen Masters-Erfolg hat er dank dieser Saison auf jeden Fall mit im Gepäck.
Der zweite große Gewinner des Jahres heißt Rafael Nadal. Nach über drei Jahren, die er auf Position zwei geführt wurde, konnte er im Sommer dieses Jahres die Spitzenposition einnehmen. Und nicht nur das. Seine Leistungen im Jahr 2008 gehören zu den besten, die jemals von einem Tennisspieler innerhalb einer Saison erreicht wurden - Sieg bei den French Open, in Wimbledon und bei den Olympischen Spielen. Das kann er im nächsten Jahr eigentlich nur noch dadurch toppen, dass er endlich seinen ersten großen Titel auf Hardcourt erreicht.
Neben Nadal, Federer und Djokovic ist die absolute Weltspitze um einen Mann erweitert worden - Andy Murray. Der Schotte konnte bei den US Open sein erstes Grand Slam-Finale erreichen und zusätzlich noch zwei Masters Events gewinnen. Das brachte ihn in der Weltrangliste vom elften auf den vierten Platz. Der nächste Schritt für den Schotten ist klar: Ein Titel bei den Majors. Beste Voraussetzungen dafür sind die schnellen Courts von Melbourne und New York. Wenn er's in Wimbledon schafft, wird er auch nächstes Jahr zu den fünf Gewinnern der Saison zählen. Zumindest in Großbritannien.
Juan Martin del Potro hat etwas geschafft, was außer ihm dieses Jahr keinem Spieler gelungen ist: Er konnte vier Turniere in Serie gewinnen - und das auf zwei unterschiedlichen Belägen. Zunächst gewann er die europäischen Sandturniere von Gstaad und Kitzbühel, danach die Hardcourtevents in Washington und Indianapolis. Auch wenn viele Spieler wegen der Vorbereitung auf Olympia gefehlt haben, diese Leistung ist bemerkenswert. Belohnt wurde das auch mit einer Teilnahme beim Masters Cup in Shanghai. Für ihn gilt Ähnliches wie für Tsonga: wenn er 2009 gesund bleibt ist hier noch einiges drin. Die ersten vier Monate der neuen Saison muss er fast keine Punkte verteidigen.
Marin Cilic ist einer der wenigen Spieler, die sich in den mittleren Regionen der Weltrangliste erhelblich verbessert haben. Der Kroate spielte sich vom 71. Auf den 23. Platz und zeigte dabei zwischenzeitlich bereits Tennis auf TOP10-Niveau. Bei den US Open in New York zum Beispiel gegen Novak Djokovic oder bei seinem Turniersieg in New Haven. Wenn er sich in dieser Geschwindigkeit weiterentwickelt, darf man ihn bereits zu den Geheimfavoriten für die Australian Open zählen.
