Nr.1 vs. Nr.1 - aber nur in den Geschichtsbüchern
Tennis
/ Klaus Schepers / 26 September 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Andy Roddick und Juan Carlos Ferrero im Duell der ehemals Weltbesten
Für 237 Wochen stand Roger Federer auf Platz 1 der Tennis-Weltrangliste. Die zwei Kontrahenten, die sich heute im Viertelfinale von Peking gegenüberstehen, sind die beiden, denen das vor dem Schweizer gelungen ist, wenn auch deutlich kürzer. Ferrero stand ab September 2003 für acht Wochen an der Spitze. Danach folgte ihm sein heutiger Gegner Andy Roddick, dem das für immerhin 13 Wochen gelungen war. Anschließend folgte die lange Phase der Dominanz, bis Rafael Nadal ihn zuletzt von Tennisthron stoßen konnte.
Fünf Jahre später stehen sich Roddick und Ferrero nun im Duell der ehemaligen Weltranglistenersten gegenüber. Neben Lleyton Hewitt und Marat Safin sind sie die einzigen, die vor Roger Federer an der Spitze standen und immer noch auf der ATP-Tour unterwegs sind - mit unterschiedlichem Erfolg. Andy Roddick konnte sich während der letzten Jahre nahezu immer unter den besten Zehn der Welt halten. Spielerische Durststrecken machte er mit seinem starken Aufschlag wett, mit denen er die frühen Runden gegen schwächere Spieler auch während der kleineren Formkrisen besiegen konnte. Das sieht bei Ferrero schon anders raus. Der Spanier ist inzwischen nur noch die Nr. 48 der Welt. Unkonstanz und Probleme mit der Schulter haben ihn in den letzten Monaten doch deutlich zurückgeworfen und aus dem Kreis der erweiterten Weltspitze entfernt. Beim Turnier in Peking hat er in den beiden ersten Runden aber gezeigt, dass er immer noch solides Tennis spielen kann.
Wer wird siegen - Rückkehrer oder Aufschlaggott?
In der ersten Runde besiegte er Kudryavtsev aus Russland souverän mir 6:4 und 6:3 - den muss man auch direkt nach einem Comeback schlagen, klar. Aber dass er danach auch Fernando Verdasco, immerhin Nr. 15 der Welt, so deutlich besiegen kann, hätten nur wenige für möglich gehalten. Andy Roddick dagegen hat in den letzten Monaten zwar gewohnt gute Ergebnisse auf Hardcourt erzielt. Seine Konstanz ist aber verloren gegangen und er musste gegen Spieler wie Troicki (Niederlage) und Schwank (7:6-Sieg im Tie-Break des dritten Satzes) doch hart kämpfen. Und das gegen Spieler, die auf Hardcourt nicht zu den besten zählen. Rettet ihn gegen Ferrero sein guter Aufschlag? Oder brennt der Spanier nach seiner längeren Pause vom ATP-Zirkus wieder so richtig? Bei einem Sieg von Ferrero kann man seinen Einsatz immerhin verfünffachen. Platz 1 der Weltrangliste werden beide Spieler aber wohl nie wieder erreichen können - da bleibt auch ihnen nur ein Blick in die Geschichtsbücher.
