World Tour Finals: Nadal verpasst die Chance auf Revanche
120 Masters Series
/ Klaus Schepers / 23 November 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Am zweiten Tag der ATP World Tour Finals in London sind die Spieler der Gruppe B an der Reihe. Bester Tipp zum Wetten ist eindeutig die Siegwette auf den Schweden Robin Soderling, der gegen Rafael Nadal (Beginn 15.15 Uhr) sehr gute Chancen hat.
Eigentlich war der Zug für Robin Soderling schon abgefahren. Der Schwede ist die Nummer 9 der Welt, was eigentlich nur für einen Platz als Ersatzspieler bei den ATP World Tour Finals gereicht hätte. Doch durch die verletzungsbedingte Absage von Andy Roddick ist er doch noch reingerutscht. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Wer eigentlich gar nicht mehr mit einem Einsatz rechnet, der muss sich selbst auch nichts beweisen. Und nimmt so Druck von sich. Bestes Beispiel sind die Dänen bei der Europameisterschaft 1992, die eigentlich gar nicht qualifiziert waren - und am Ende sogar zum Titel stürmten.
Trotzdem ist es natürlich nicht schlecht, wenn man zuletzt gute Leistungen gezeigt hat. Und das hat der Schwede durchaus, vor allem wenn man berücksichtigt, dass er sich nach dem Turnier in Stockholm Ende Oktober eine Auszeit nehmen musste wegen einer Ellbogenverletzung. Die scheint er aber schnell auskuriert zu haben, immerhin konnte er beim Masters Event in Paris zwei Wochen später schon wieder gegen Nikolay Davydenko gewinnen und den späteren Turniersieger Novak Djokovic über drei Sätze zwingen.
Zwei Spieler, gegen die Rafael Nadal fast chancenlos war. Konnte er beim Finale von Shanghai zumindest im ersten Satz gegen Nikolay Davydenko noch halbwegs mithalten, hatte er gegen Novak Djokovic in Paris überhaupt keine Chance und wurde regelrecht vorgeführt. Natürlich sind solche Kreuzvergleiche wahrlich nicht alles im Tennis, aber es zeigt schon, wer hier zuletzt das bessere Tennis gespielt hat auf den Indoor-Hardcourts.
Auch der Belag kommt dem Spanier nicht wirklich entgegen. Zwar ist der Indoor-Hardcourt in der O2-Arena in London nicht der allerschnellste, was ihm eher entgegenkommen dürfte. Aber er nimmt auch nur wenig Topspin an, die Bälle springen zudem nicht sehr hoch weg - ebenfalls ein Nachteil für den Spanier.
Fazit:
Natürlich macht Nadal vieles durch seinen unbändigen Willen und seine starke Psyche wieder wett. Trotzdem halte ich den Spanier hier für überschätzt. Für mich geht er hier maximal als leichter Favorit ins Rennen, eher sogar ist es eine 50/50-Angelegenheit. Und selbst dann würde ich mich noch für den Schweden entscheiden ehrlich gesagt. Wann Nadal seine Grenzen auf Hardcourt aufgezeigt bekommt, erkenne ich eigentlich auch recht gut.
Empfehlung:
Robin Soderling to win @ 2,38