David gegen Goliath in 16 Akten - Teil 2
120 Masters Series
/ Klaus Schepers / 15 März 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Die Masters Events machen's möglich: Alle Zweitrundenspiele haben die gleiche Ausgangskonstellation. Ein gesetzter Spieler hatte in der ersten Runde Freilos, kennt die Bedingungen in Indian Wells noch nicht genau, ist aber potentiell deutlich stärker als sein Gegenüber. Der musste dagegen schon in Runde Eins ein Spiel bestreiten und hat dieses erfolgreich absolviert. 16 dieser Duelle gibt's morgen bei den Herren - und die vier interessantesten hier in der Kurzanalyse.
Rainer Schüttler vs. Tommy Haas
Im deutsch-deutschen Duell gibt es zurecht einen klaren Favoriten: Tommy Haas. Auch wenn Haas über 30 Ranglistenplätze hinter Schüttler steht, er sollte mit sehr großer Wahrscheinlichkeit als Sieger vom Platz gehen. Denn Rainer Schüttler hat in diesem Jahr noch nicht einmal gutes Tennis gezeigt, da kann auch das Halbfinale von Chennai nicht drüber hinweg täuschen. Schüttler hat im Jahr 2009 noch keinen Spieler besiegt, der zu dem Zeitpunkt in den TOP 100 rangierte. Letzte Woche hat er im Davis Cup gegen Koubek sein absolutes Formtief erreicht. Tommy Haas hat zwar zuletzt auch zwei Erstrundenniederlagen gegen Chardy und Querrey einstecken müssen, doch seine Form ist trotzdem um Längen besser als die von Schüttler. Wenn Haas nur 50 Prozent seines Leistungsvermögens abrufen kann, wird er dieses Spiel gewinnen. Die letzten drei Duelle konnte er bereits für sich entscheiden.
Jeremy Chardy vs. Mardy Fish
Dieses Duell gab's bereits vor zwei Wochen in Delray Beach. Damals konnte Mardy Fish leicht und locker (6:4, 6:1) die Oberhand behalten und auch das Turnier ohne Satzverlust für sich entscheiden. Der Amerikaner zeigt sich in blendender Verfassung im Moment. Noch dazu kommt, dass er im letzten Jahr hier für die größte Sensation gesorgt hat und das wohl beste Turniers seiner Karriere spielte. Als ungesetzter Spieler konnte er fünf Gesetzte rauswerfen, unter anderem Davydenko, Federer und Nalbandian. Erst im Finale unterlag er damals Novak Djokovic. Jeremy Chardy ist einer der Spieler, die in diesem Jahr den größten Satz nach oben machen können. In Johannesburg erreichte der 22-Jährige sein erstes Finale auf der ATP-Tour und hat inzwischen auch den Sprung in die TOP 50 geschafft. In Runde Eins konnte er sich gegen den starken Aufschläger Hanescu durchsetzen. Ob's auch für Mardy Fish reicht?
Radek Stepanek vs. Sam Querrey
Radek Stepanek zählt wohl zu den besten Spielern der ersten beiden Monate. Er konnte zwei Turniere (Brisbane, San Jose) gewinnen und in Memphis das Finale erreichen, wo er dann Roddick unterlag. In diesem Jahr verlor er bisher ausschließlich gegen starke Gegner: Verdasco, Tsonga, Roddick und Chardy. Querrey's Highlight in 2009 war der Finanleinzug von Auckland zu Saisonbeginn. Seitdem spielt er solide, aber mehr als Viertelfinals waren nicht mehr drin. In der ersten Runde konnte er aber immerhin Guillermo Canas in zwei Sätzen besiegen. Gegen Radek Stepanek wird ein Sieg aber ungemein schwerer.
Tomas Berdych vs. Victor Troicki
Tomas Berdych hat seine bisher größte Chance in diesem Jahr verpasst. im Achtelfinale führte er bereits mit 2:0-Sätzgen gegen Roger Federer, verlor aber dennoch. Danach war die Luft erst einmal raus und er musste sich gegen eher schwächere Spieler wie Youzhny (zumindest im Moment) und Dimitrov (aufstrebender 17-Jähriger) geschlagen geben. Auftrieben geben könnte ihm der Sieg im Davis Cup gegen Gilles Simon, allerdings läuft der seiner Form im Moment auch hinterher. Victor Troicki ist eher unscheinbar, und seine Weltranglistenposition 41 entspricht wohl ziemlich genau seinem aktuellen Leistungsverhältnis. Das Challengerturnier in Belgrad im Februar gewann er souverän, ansonsten spielt er sich zumeist in die zweite oder dritte Turnierrunde vor.