Marat Safin vs. Richard Gasquet
Tennis
/ Klaus Schepers / 24 Februar 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Eine bessere Ansetzung kann es in einer ersten Runde kaum geben. Die direkten Weltranglistennachbarn Marat Safin und Richard Gasquet treffen aufeinander. Für den Russen hat es noch für einen Platz unter den gesetzten Spielern gereicht. Mit der Wild Card hat er diesen Platz seinem heutigen Gegner streitig gemacht. Aber ist ja auch egal, im direkten Duell können die beiden zeigen wer der stärkere ist.
Bereits zum fünften Mal treffen Richard Gasquet und Marat Safin heute in Dubai aufeinander. Bisher hatte Richard Gasquet in allen Spielen Heimspiel (wenn man Monte Carlo mal großzügigerweise zu Frankreich zählt). Trotzdem konnte Marat Safin in vier von fünf Spielen in die nächste Runde einziehen - beim letzten Mal allerdings nur, weil Richard Gasquet verletzungsbedingt nicht antreten konnte. Der einzige Sieg gelang dem Franzosen auf dem Teppichbelag von Lyon im Oktober 2006. Ein Duell auf den Hartplätzen dieser Welt gab es bisher allerdings nicht.
Auch wenn die Spielweise der beiden sich doch stark unterscheidet, eine Gemeinsamkeit haben sie. Beide zählen zu den wohl talentiersten Spielern der Tenniswelt in den letzten fünf Jahren. Marat Safin hat daraus auch lange sehr viel gemacht - immerhin war er Weltranglistenerster und konnte zwei Grand-Slam-Titel gewinnen. Sein französischer Gegner dagegen kann bereits in jungen Jahren zu den Spielern gezählt werden, die am wenigsten aus ihrem starken Potential machen, auch wenn er sicherlich noch viele Jahre vor sicht hat.
Womit wir bei den Unterschieden wären: Marat Safin wird in diesem Jahr seine letzte Saison spielen. Das betont er zumindest immer wieder bei Turnieren, zuletzt beim Hopman Cup und den Australian Open. Doch nicht nur das Alter und der Ausblick auf die nächsten Jahre weist große Unterschiede auf - auch die Spielweise. Marat Safin baut sein Spiel vor allem mit kraftvollen, wuchtigen Schlägen auf. Richard Gasquet dagegen verköpert die Leichtigkeit und Eleganz des Tennissports. Wer die Rückhand des Franzosen schon ein Mal gesehen hat weiß wovon ich spreche.
Die zuletzt gezeigten Leistungen der beiden unterscheiden sich nur um Nuancen. Beide konnten die dritte Runde bei den Australian Open erreichen, beide verloren ihre Auftaktpartien beim ersten Auftritt nach diesem Grand Slam-Turnier, Gasquet gegen Mathieu, Safin gegen Clement. Dafür, dass man hier von einem sehr engen Spiel ausgehen kann, ist die Quote für den Franzosen doch einen Tick zu tief wie ich finde. Vor allem, wenn man beachtet, dass Safin ein Spieler ist, der gegen jeden Spieler gewinnen kann, gleichwohl aber auch gegen Spieler außerhalb der TOP 100 immer für eine Niederlage gut ist. Ihn interessiert das Spiel des Gegners meist nur wenig, entscheidend ist, ob es bei ihm läuft. Zudem scheint der Franzose auf jeden Fall nicht zu seinen Angstgegnern zu zählen.
Was nicht wundert: Safin ist durch seinen starken Aufschlag meist nur schwer zu breaken. Der Franzose dagegen ist ein Spieler mit Licht und Schatten, der gerne mal ein Aufschlagsspiel abgibt, obwohl er die letzten drei zu Null gewonnen hat. Ein Szenario in diesem Spiel könnte so aussehen: Safin legt immer vor, bei 5:4 gelingt ihm dann das Break, weil bei Gasquet die Nerven versagen. Und schon ist ein Satz weg. Dazu muss morgen aber der optimistische Safin auf dem Platz stehen. Die Chancen dafür sind meist 50/50. Mit ein bisschen Glück hat auch Gasquet noch einen gewissen Einfluss auf den Spielausgang.
