Keine Chance für die Außenseiter
Tennis
/ Klaus Schepers / 30 Oktober 2008 / Kommentar schreiben
Geschichte wiederholt sich nicht immer - alle 16 Achtelfinalisten in Paris sind TOP30-Spieler
Eigentlich ist Paris ein Ort der Überraschungen. Die letzten Turniersieger waren nicht die Federers und Nadals der Tennis-Welt, sondern David Nalbandian, Tomas Berdych und Nikolay Davydenko. Zwar sind die letzten drei Sieger auch in diesem Jahr in den Achtelfinals zu finden, allerdings sind auch die Fantastischen Vier alle noch im Rennen. Roger Federer hat mit Marin Cilic einen von gerade einmal drei ungesetzten Spielern als Gegner. Der Kroate konnte bei den US Open aber schon zeigen, dass sein Weg eindeutig in Richtung TOP 20 der Welt geht. Andy Murray trifft in der Neuauflage des Halbfinals von St. Petersburg auf den Spanier Fernando Verdasco, ebenfalls eine lösbare Aufgabe. Rafael Nadal bekommt es mit dem Abwehrkünstler Gael Monfils zu tun. Gegen den Franzosen wird er alles aufbieten müssen, denn der wird vor heimischer Kulisse doppelt motiviert sein. Obwohl er sowieso immer so spielt, als wäre es das letzte Spiel seines Lebens. Vor der schwierigsten Aufgabe der Fantastischen Vier steht Novak Djokovic, der es in der Neuauflage des Finals der Australian Open ebenfalls mit einem Franzosen zu tun bekommt - Jo Wilfried Tsonga. Der konnte sich bereits im September in Bangkok für die Niederlage revanchieren. Wie groß die Chance der vier Weltbesten ist, ins Viertelfinale einzuziehen, zeigt auch die Quote, die man bei Betfair dafür bekommen kann. Vier Siege, Einsatz verdoppeln, lautet die Devise.
Eines der besten Achtelfinalfelder aller Zeiten
Doch auch die anderen vier Spiele können sich sehen lassen. Philipp Kohlschreiber ist mit Weltranglistenplatz 30 der Spieler mit dem schlechtesten Ranking. Das sagt schon einiges aus über die Partien des heutigen Tages. Der Deutsche trifft auf James Blake, der noch um einen Platz beim Masters Cup in Shanghai kämpft. Genau wie Juan Martin del Potro (vs. Nalbandian) und Gilles Simon (vs. Andy Roddick). Wer Simon hier den Sieg zutraut, erhält immerhin eine Quote von 2,32. Fast genau die gleiche Quote kann man für Nikolay Davydenko bekommen im Duell der Sieger der Jahre 2005 und 2006 gegen Tomas Berdych. Und das, obwohl er im Head-to-head mit 7:0 führt. Eigentlich ist Paris ja ein Ort der Überraschungen.