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Weltmeisterschaft

Keine Ausnahmen bestätigen die Regel

Tennis RSS / Klaus Schepers / 21 März 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus

Das Duell zwischen Roger Federer und Andy Murray verläuft immer gleich - zumindest wenn es nur über drei Gewinnsätze gespielt wird. Satz 1 ging in den letzten fünf dieser Duelle an den Schweizer, danach verlor er aber jedes dieser Spiele. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass er in Führung meistens noch stärker spielt, als wenn er einem Rückstand hinterherläuft.

Roger Federer vs. Andy Murray

Entwickelt sich Andy Murray zum neuen Federer-Schreck? Seine Bilanz gegen den Schweizer sieht sogar besser aus als die von Rafael Nadal. Von insgesamt acht Duellen konnte der Schotte immerhins sechs für sich entscheiden. Und die letzten fünf Spiele, die über "Best of three" gespielt wurden, entschied der Schotte allesamt für sich. Lediglich ein Mal konnte Roger Federer ihn zuletzt besiegen - das war im Finale der US Open. Das wurde selbstverständlich im Modus "Best of Five" gespielt und war zudem noch Murrays erstes Grand-Slam-Finale. Insofern dürfte da auch die Aufregung eine große Rolle gespielt haben.

Ich erinnere mich gut an dieses Spiel, in dem beide Kontrahenten bis Mitte des zweiten Satzes ihr bestes Tennis abrufen konnten. Wenn beide das nicht schaffen, hat auf jeden Fall der Schotte Vorteile, denn er ist durch sein klassisches Counterpuncher-Spiel nicht so sehr von starken Winnern abhängig wie der Schweizer.Der muss seine Vorhand schon optimal treffen, um den Defensivkünstler Murray hier ausspielen und besiegen zu können. Das hat auch die Vergangenheit immer wieder bewiesen.

Beide sind noch nicht in der Form, in der man sie im US Open-Finale beobachten konnte. Andy Murray musste bei seiner letzten Turnierteilnahme in Dubai wegen einer Viruserkrankung aufgeben und hat kurz vor der Abreise Richtung Kalifornien noch bei Twitter geschrieben, dass er nicht wieder 100 Prozent fit ist. Nichtsdestotrotz musste er bisher im Turnierverlauf keinen einzigen Satz abgeben. Auch wenn das nicht immer hochüberzeugend war, was der Schotte spielte, er ist eben auch nicht richtig gefordert worden.

Roger Federer hatte zuletzt die Davis Cup-Partie der Schweiz in den USA abgesagt, um sich ganz auf die anstehenden Masters Events zu konzentrieren. Auch er hat sich besser nicht in absoluter Topform präsentiert, aber trotzdem seine Spiele relativ souverän gewonnen. Einzig gegen den Chilenen Fernando Gonzalez musste er einen Satz abgeben. Auch wenn er Fernando Verdasco im Viertelfinale in zwei Sätzen besiegen konnte, im zweiten Satz war er in seinen Aufschlagsspielen doch recht wacklig. Und genau das wird er brauchen gegen Murray: viele freie Punkte, Service Winner. Denn je besser Murray in sein Spiel kommt, desto schwerer wird es für den Schweizer, die langen Ballwechsel für sich zu entscheiden.

Und genau diese Entwicklung lässt sich auch an den letzten Matches gegen den beiden ablesen. Murray braucht ein wenig, um sich richtig reinzufinden, findet dann aber von Punkt zu Punkt besser ins Spiel. Das nötigt Federer mehr Risiko ab und es passieren Fehler. Das wiederum bestätigt Murray darin und so nimmt der Teufelskreis (aus Federers Sicht) seinen Lauf. Es spricht vieles dafür, dass das auch heute wieder so läuft.

Allerdings, nach fünf gleichen Spiverläufen könnte man meinen, dass dies heute einmal anders läuft. Mein Gefühl sagt mir auch, dass Federer heute wieder dran ist mit dem Gewinnen. Aber das Gefühl muss in diesem Fall außen vor bleiben und eine nüchterne Analyse der Quoten sagt hier das genaue Gegenteil. Andy Murray hat fünf der letzten sechs Duelle für sich entschieden, darunter alle "Best of Three"-Matches. Wieso ist der Schotte hier Außenseiter. Sicher, die Fragezeichen hinsichtlich seiner Fitness sind doch einen Tick größer als bei Federer. Aber für mich spricht hier wenig dafür, dass der Schweizer als Favorit ins Rennen gehen sollte.

Außer das Gefühl. Das Gefühl aber, hat beim Wetten eigentlich nichts zu suchen.

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