Kein Spiel für schwache Wettnerven
Tennis
/ Klaus Schepers / 03 Oktober 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Im Viertelfinale von Metz trifft Paul Henri-Mathieu auf Janko Tipsarevic
Acht Mal hat Janko Tipsarevic in den letzten zwei Jahren vorzeitig aufgegeben - öfter als kein Zweiter auf der ATP Tour. Diese Zahl wird nicht nur dem Serben missfallen. Wie frustrierend die plötzliche Aufgabe eines Spielers sein kann, hat auch das Turnier in Tokio gezeigt, dass parallel zum Event in Metz ausgetragen wird. Mit Jo-Wilfried Tsonga und Marcos Baghdatis mussten zwei Spieler aufgeben, die jeweils mit einem Satz in Führung lagen. Wer vorher nicht ausgegrünt hat oder hohe Einsätze zu niedrigen Quoten auf die Sieger des ersten Satzes getätigt hat, der hat keine Möglichkeit mehr, in irgendeiner Form auf die Quotenschwankungen zu reagieren. Und genau diese Gefahr muss man sich beim Serben immer vor Augen halten. Hinzu kommt eine weitere Eigenschaft, die ihm bei vielen Wettern schon den Ruf des Unberechenbaren eingebracht haben: Spielt er gegen richtig gute Spieler, ruft er meist sein allerbestes Tennis ab. Spielt er aber gegen Spieler, die weit hinter ihm stehen, verliert er häufig mit sehr schwachen Leistungen. Das zeigt auch folgende Statistik:
In 22 von 39 Spielen hat in Partien mit Beteiligung des Serben der jeweilige Außenseiter gewonnen - 56%. Und das eben nicht nur, weil er starke Spieler bezwungen hat, sondern auch, weil er gegen richtig schwache Spieler verloren hat - oder gar aufgab.
Paul-Henri Mathieu - Schlechtere Nerven hat wohl keiner
Doch nicht nur der Serbe ist unberechenbar. Sein heutiger Gegner, der Franzose Paul-Henri Mathieu, ist wahrscheinlich der Spieler auf der Tour, der am häufigsten beim „serving for match" versagt. Mit erstaunlicher Regelmäßigkeit muss der Franzose das entscheidende Aufschlagsspiel abgeben, und häufig verliert er dann auch noch das gesamte Spiel. Auch das schont die Nerven von Tradern nur in äußerst geringem Maß. Wenn die beiden am Freitagabend aufschlagen, sollten Trader mit Herzproblemen oder schwachen Nerven schnell das Weite suchen.
Wer entscheidet das Duell der Unberechenbaren für sich?
Im direkten Duell führt der Serbe mit 2:1, das einzige Spiel auf Hartplatz konnte allerdings Mathieu für sich entscheiden. Er geht auch als leichter Favorit in dieses Spiel. Sollte der Franzose gewinnen, gibt es Quoten um 1,70. Bisher ging Mathieu aber jedes Mal als Favorit ins Spiel, und in zwei von drei Fällen verließ er den Platz als Verlierer. Getreu nach dem Motto des Serben: „Bin ich Außenseiter, muss ich einfach gewinnen. Wenn's nicht läuft, kann ich ja immer noch aufgeben."