Tennis-Opa will nochmal zuschlagen
Tennis
/ Klaus Schepers / 16 Juni 2009 / Kommentar schreiben
Als Dick Norman seine ersten Spiele auf der ATP-Tour absolviert hat, da konnte sein heutiger Gegner Jeremy Chardy wohl gerade mal übers Netz schauen. Heute stehen sich der 38-jährige Tennis-Opa und die 22-jährige Nachwuchshoffnung im Achtelfinale von 's-Hertogenbosch gegenüber - eigentlich kann es nur einen Sieger geben.
Dick Norman war lange Zeit ein unscheinbarer Zeitgenosse auf der ATP- und Challengertour. Für kurze Zeit konnte er immerhin in die TOP 100 der Weltrangliste vordringen. Seine höchste Platzierung (Platz 85) erreichte er im stolzen Alter von 35 Jahren. In der Doppelweltrangliste kann er immerhin Platz 32 als beste Position angeben - und die hat er sogar aktuell inne. Denn vor zwei Wochen erreichte er mit seinem Partner Wesley Moodie sensationell das Finale der French Open. Dort unterlagen die beiden erst im entscheidenden dritten Satz gegen das Topdoppel Dlouhy/Paes.
Es war das erste Grand Slam-Finale für den Tennis-Opa, der seit Ende 2006 der älteste aktive Spieler auf der ATP-Tour ist. Das Selbstvetrauen aus dem Sensationserfolg in Paris hat der 2,03m-Riese auch direkt mit in die Einzelkonkurrenz von 's-Hertogenbosch genommen. Dort besiegte er in der ersten Runde den schwedischen Nachwuchsspieler Daniel Berta. Ein Gegner, der gut und gerne sein Sohn sein könnte, denn der Schwede ist gerade einmal 16 Jahre alt. Dieser Sieg war der erste auf ATP-Ebene seit fast zwei Jahren. Damals zog er immerhin ins Halbfinale des Events von Newport ein - natürlich auf Rasen.
Jeremy Chardy sollte aufpassen, denn Norman kennt kein Pardon, auch nicht gegen vielversprechende Nachwuchstalente. Allerdings sollte der Franzose diese Partie doch souverän gewinnen können, denn das Spiel auf Rasen kommt ihm durchaus entgegen. Das zeigt nicht nur sein Erfolg in der Junioren-Konkurrenz von Wimbledon im Jahr 2005. In der ersten Runde hatte er keine Probleme mit Philipp Petzschner, der letzte Woche in Halle/Westfalen immerhin gegen Fernando Verdasco gewinnen konnte und erst an einem starken Olivier Rochus scheiterte.
Eigentlich hat Dick Norman in dieser Partie nur eine Chance - er muss sich auf das Spiel focussieren, dass er vom Doppel schon hervorragend beherrscht. Viele erste Aufschläge und bedingungloses Netzangrifftennis - Rasentennis at its best eben. Gegen Daniel Berta hat das nur mittelprächtig geklappt: 11 Asse - gut, 5 Doppelfehler - schlecht. Und auch die Zahl der ersten Aufschläge war mit 48 Prozent doch etwas zu niedrig. So wird er gegen Chardy keine Chance haben.
Fazit:
Bei Dick Norman muss schon alles zusammenpassen, damit er hier gegen Jeremy Chardy eine Chance hat. Im Doppel zusammen mit seinem Partner Wesley Moodie hätte er sicherlich gute Chancen gegen den Franzosen, alleine aber wird's sehr schwer. Chardy sollte hier mindestens 8 von 10 Partien gewinnen - die Quote ist also doch ein wenig zu hoch angesetzt.
Empfehlung: Jeremy Chardy zu Quoten um 1,30.