Zwei Deutsche zeigen in Wimbledon, was sie drauf haben
130 Wimbledon
/ Klaus Schepers / 28 Juni 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Tommy Haas erlebt seinen zweiten Frühling, Sabine Lisicki ihren ersten. Am heutigen Montag versuchen beide den nächsten Schritt zu schaffen und ins Viertelfinale einzuziehen. Die Chancen für Haas sind hervorragend, und auch Lisicki ist nicht chancenlos. Nebenbei stehen 14 weitere Achtelfinalpartien auf dem Programm - der "Supermontag" dürfte für Tennisfans ein echter Festtag werden.
Tradition. Ein Wort, das in den meisten Sportarten eher an den Rand gedrängt wird. Auch im Tennis ist das so. Champions Tie-Break, Hawk-Eye und kein Deuce mehr in Doppelwettbewerben, das Spiel straffen und zum Erlebnis machen. In Wimbledon ist das anders. Am "mid-sunday" wird traditionell nicht gespielt, es sei denn es hat in der Woche zuvor viel geregnet. In diesem Jahr ist noch kein einziger Tropfen gefallen, und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem es auf dem Centre Court zum ersten Mal ein Dach gibt.
Das hat aber auch seine Vorteile. Den Supermontag zum Beispiel. Heute finden also alle 16 Achtelfinalpartien statt, alle Topspieler gehen am gleichen Tag auf die Plätze, ähnlich gut dürfte lediglich der Supersaturday bei den US Open sein, wo zwei Halbfinals und das Damenfinale am gleichen Tag stattfinden. Einen dürfte das aber ein wenig ärgern - Tommy Haas.
Der Deutsche ist bekannt dafür, dass er besonders gerne auf den großen Courts spielt. Auf den kleineren haben ihn in den letzten Jahren doch schon das eine oder andere Mal Motivationsprobleme geplagt. Das dürfte im Achtelfinale von Wimbledon aber kein Problem werden, denn der Deutsche erlebt seinen zweiten Frühling. Er gewann 15 der letzten 17 Spiele, verlor nur auf dem ungeliebten Sandbelag gegen Roger Federer und Andy Roddick.
Und er hat noch eine Rechnung offen mit seinem heutigen Gegner. Gegen Igor Andreev unterlag er im September 2007 im Davis-Cup-Halbfinale deutlich mit 2:6, 2:6 und 2:6. Das war allerdings auf Sand, dem stärksten Belag des Russen. Auch wenn der Rasenbelag in Wimbledon in den letzten Jahren langsamer geworden ist, wirklich gutes Tennis hat Andreev auf diesem Untergrund noch nie gezeigt. Und das musste er auch in diesem Jahr noch: Korolev, Spadea, Seppi - alle schlagbar und keine Rasenspezialisten. Und nicht zu vergleichen mit Marin Cilic, den Tommy Haas in der dritten Runde besiegen konnte. Außerdem stimmt's auch im Umfeld wieder bei Tommy Haas (siehe Bild oben: seine neue Freundin, die US-Schauspielerin Sara Foster).
Schwieriger dürfte es für Sabine Lisicki werden. Dass sie hier ins Achtelfinale eingezogen ist, darf man durchaus als Sensation bezeichnen. Nicht nur wegen ihrer Grasallergie. Auch, weil sie vor dem Wimbledonturnier in ihrer gesamten Karriere noch kein einziges Spiel auf Rasen gewonnen hat - vier Spiele, vier Niederlagen. Das sieht bei Caroline Wozniacki doch ein wenig anders aus.
Die Dänin ist in diesem Jahr unbesiegt auf Rasen - 8 Spiele, 8 Siege, ein Turniersieg. Außerdem hat sie 2006 schon bei den Junioren den Turniersieg einfahren können. Rasen ist wohl der stärkste Belag der Dänin, auch wenn sich das bei den jungen Spielerinnen noch sehr schwer sagen lässt. Auch wenn Wozniacki hier deutlich zu favorisieren ist, das letzte Duell konnte Lisicki deutlich für sich entscheiden. Das war allerdings auf grünem Sand in Charleston.
Fazit
Tommy Haas wird sich diese Chance nicht nehmen lassen gegen Igor Andreev. Wenn er gut aufschlägt wird er den Russen in drei Sätzen besiegen. Ansonsten könnte es knapper werden, ein Sieg des Deutschen ist hier aber sehr wahrscheinlich - und Quoten um 1,40 doch deutlich zu hoch.
Anders sieht das Sabine Lisicki aus. Die Quoten dürften hier ungefähr richtig sein. Die Deutsche hat nach dem Spiel gegen Kuznetsova gesagt, dass es ihr egal ist, wer auf der anderen Seite steht. Sie wird konsequent ihre riskanten Grundlinienschläge auf die andere Seite feuern. Das kann die Dänin vor allem zu Spielbeginn unter Druck setzen. Auf ein ganzes Match gesehen ist Wozniacki aber zu konstant für die Deutsche, zumindest noch in diesem Jahr. Daher empfiehlt es sich, hier in-play auf die Dänin zu setzen.
Empfehlungen:
Tommy Haas @ 1,39
Caroline Wozniacki @ ab 1,75 (in-play)