Die zweite Turnierwoche steht vor der Tür - Jetzt geht's erst richtig los!
Tennis
/ Klaus Schepers / 30 Juni 2008 / Kommentar schreiben
Dieses Jahr ist vieles ein bisschen anders in Wimbledon - Nicht nur das Wetter
Schon wer in der ersten Woche in den Himmel schaute, hatte Grund sich zu wundern. Die ersten sechs Turniertage mussten die Spiele nur ein einziges Mal für eine gute Stunde unterbrochen werden. Ansonsten Sonnenschein oder zumindest Wolken, die keine Lust auf regnen hatten. Die Turnierveranstalter hätten es trotzdem fast geschafft, dass es zu Wettbewerbsverzerrung kommt: Dadurch, dass die Spiele auf dem Centre Court erst um 13 Uhr (und nicht wie auf den kleineren Courts um 12 Uhr) britischer Zeit gestartet wurden, ist es am Samstagabend ganz schön knapp geworden, im Kampf von Rafael Nadal gegen die Dunkelheit. Wenn der Spanier im zweiten und dritten Satz gegen den Deutschen Nicolas „Kiwi" Kiefer das Tempo nicht erhöht hätte, dann hätte er sein Drittrundenspiel wohl am heutigen Montag fortsetzen müssen - während alle anderen Spieler bereits ihre Achtelfinalpartien gespielt hätten. Doch der Spanier hat die Dunkelheit in den Schatten gestellt und sein Match um kurz nach 21 Uhr Ortszeit beenden können.
Der zweite Wandel in Wimbledon ging in den letzten Jahren eher schleichend voran: Der grüne Untergrund wird nach und nach immer langsamer. Das ist nicht nur Boris Becker als Kommentator der BBC aufgefallen, als er darüber geklagt hat, dass es immer weniger klassische „Serve&Volley-Spieler" gibt. Auch Spieler wie David Ferrer oder Fernando Verdasco zeigen, dass der klassische Grundlinienspieler nicht mehr so chancenlos ist wie früher. Die Aufschlagmaschinen, wie Ivo Karlovic oder John Isner, mussten früh aus dem Turnier ausscheiden.
Wie auch Novak Djokovic, der den nächsten Trend aufzeigt, warum Wimbledon in diesem Jahr ein bisschen anders ist als sonst. Bereits in Runde zwei musste sich der an Nummer 3 gesetzte Serbe verabschieden. Ebenso wie die Nummer 4 des Turniers, Andy Roddick, der gegen Janko Tipsarevic unterlag. Bei den Damen gab es noch größere Überraschungen. Hier musste sogar die an eins gesetzte und Turniermitfavoritin Ana Ivanovic vorzeitig die Heimreise antreten. Mit Maria Sharapova schied außerdem die Siegerin von 2004 aus. Bei Betfair werden sich einige Außenseiterwetter über diese Überraschungen gefreut haben: Auf Alla Kudryavtseva, die Maria Sharapova bezwungen hat, konnte man vor dem Spiel zu einer Quote von 30 wetten.
Am Montag wird die zweite Turnierwoche mit den Achtelfinalpartien bei den Damen und Herren gestartet. Dass Wimbledon dieses auch ein bisschen anders bleibt, kann man schon mit ziemlicher Sicherheit sagen: bis mindestens Freitag soll es keine längeren Regenunterbrechungen geben.
