Der Masters Cup 2008 - Spielen auf dem Zahnfleisch
Tennis
/ Klaus Schepers / 11 November 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Eine kräftezehrende Saison geht mit einem Riesenevent in Asien dem Ende entgegen
Gestern Abend hat Rafael Nadal bekanntgegeben, dass er auch das Davis-Cup Finale gegen Argentinien nicht wird spielen können. Der Spanier steht dabei stellvertretend für viele Spieler, denen zum Ende der Saison die Kräfte ausgehen - oder die unter Verletzungen leiden, die auf die vielen Spiele zurückzuführen sind. Auch beim Masters Cup konnte man bereits sehen, dass die absolute Topspitze im Moment auf dem Zahnfleisch geht - allen voran Roger Federer. Sein Gegner, der Franzose Gilles Simon, hat gestern sicherlich starkes Tennis gespielt, aber trotzdem: Bei den US Open noch hätte Federer ein solches Spiel souverän gewonnen.
Andy Murray als Topfavorit - oder doch ein Überraschungssieger?
Für den Wetter heißt das: Vorsicht! Die besten Spieler der Saison sind nicht unbedingt die besten Spieler beim Saisonfinale. Das hat das Spiel von Roger Federer bereits deutlich gezeigt. Doch noch ist nichts verloren für den Schweizer, denn gegen Andy Roddick hat er 15 seiner 17 Spiele bisher gewonnen. Und selbst, wenn er danach gegen Andy Murray verliert, ist die Chance auf das Halbfinale noch nicht vollkommen vertan. Nutznießer dieser Schwächephase kann Andy Murray (3,40) werden, der zusammen mit Jo-Wilfried Tsonga (18,00) das beste Tennis der letzten Wochen gespielt hat. Der allerdings hat sein erstes Spiel verloren.
Tag 3 - Von etablierten Topspielern und Überraschungsgästen
Am dritten Tag sind wieder die Spieler der Goldenen Gruppe dran. Im Duell der etablierten Topspieler treffen die beiden Sieger der Auftaktpartien, Nikolay Davydenko und Novak Djokovic, aufeinander. Der Serbe hat in seiner ersten Partie gezeigt, dass er auf dem besten Weg ist, aus seiner Minkrise herauszufinden. Im Duell mit Davydenko wird sich zeigen, ob er hier auch für den Turniersieg in Frage kommt. Hier kann man ein sehr enges Spiel erwarten, dass höchstwahrscheinlich über drei Sätze geht. Das zweite Duell zwischen Jo-Wilfried Tsonga und Juan Martin del Potro hätte vor kurzem noch niemand für möglich gehalten bei dieser inoffiziellen Weltmeisterschaft. Beide haben sich durch gute Leistungen in den letzten Wochen überraschend für Shanghai qualifizieren können. Die Formkurve allerdings zeigt doch in unterschiedliche Richtungen. Del Potro sah in seinem Match gegen Djokovic ziemlich K.O. aus. Die Quote von 1,68 für den Franzosen hier also allemal einen Versuch wert. Denn Tsonga wird seine Zähne zeigen. Ohne auf dem Zahnfleisch zu gehen.