Der Magier und die Dunkelheit
Tennis
/ Klaus Schepers / 27 August 2008 / Kommentar schreiben
Der Ballkünstler Fabrice Santoro im Duell mit Andy Roddick, dem Bolzplatztennisspieler
Wenn am späten Mittwochabend das zweite Spiel der Night Session startet, dann sind das eigentlich perfekte Voraussetzungen für „the Magician", wie er auf der ATP-Tour genannt wird. 21 Uhr Ortszeit, New York wird langsam in die Dunkelheit eintauchen - Was braucht ein Magier wie Fabrice Santoro mehr?
Der Franzose spielt Tennis, als hätte er diesen Sport auf einem anderen Planeten spielen gelernt. Lob, Slice, Stop - es gibt keinen Spieler auf der Tour, der die Zauberschläge so gut beherrscht wie er. Noch dazu spielt er die Vorhand beidhändig. Sowas sieht man normalerweise nicht mal auf der WTA-Tour. Trotzdem hat er mit seiner Spielweise in seiner langen Karriere großen Erfolg gehabt. Immerhin war er in seinen besten Zeiten unter den Top 20 der Welt und hat in seiner Karriere fast 10 Millionen Dollar an Preisgeld eingespielt. Das er inzwischen bereits 35 Jahre alt ist, passt eigentlich perfekt zu seiner unkonventionellen Spielweise, die Leichtigkeit seines Spiels lässt ihn bis ins hohe Alter mit den jungen Wilden mithalten.
Andy Roddick: harter Aufschlag, harte Grundschläge und sehr effektiv
Der Amerikaner ist der größte Gegensatz, den man zu Fabrice Santoro finden kann. Er bolzt seine Aufschläge am liebsten mit möglichst hoher Geschwindigkeit über den Platz. Wenn der Gegner die Geschosse zurückspielen kann, folgt meist ein weiteres Geschoss, dann mit der Vorhand. Mit diesem Spiel hatte er in den letzten Jahren aber großen Erfolg, war eigentlich immer unter den TOP 10 der Weltrangliste zu finden. Sein Spiel gehört zu den effektivsten auf der gesamten ATP-Tour. Im Abwehren von Breakbällen gehört er ebenfalls zu den Besten. Wenn er denn überhaupt welche zulässt.
Roddick geht als klarer Favorit ins Rennen
Der Magier wird natürlich nicht jünger und muss sich daher immer öfter von Spielern besiegen lassen, die druckvoll spielen und schnell aufschlagen. Doch auch Andy Roddick musste letztes Jahr noch mal dran glauben: in Lyon. Dort verlor er in drei hart umkämpften Sätzen, nachdem er die beiden ersten Duelle 2000 und 2005 für sich entscheiden konnte. Macht der Amerikaner diesmal kurzen Prozess mit Santoro? Für einen 3:0-Satzerfolg gibt es immerhin eine Quote von 1,70. Oder ist hier eine Überraschung möglich, wie letztes Jahr in Lyon?
Bei Betfair kann man den Einsatz mehr als verachtfachen, wenn der Franzose mit seinen Kunstschlägen gegen Roddick gewinnen kann. Und das, obwohl es Nacht werden wird in New York. Und der Magier seine geheimen Waffen hervorholt. Lob, Stop und Slice.