Der Davis Cup im Sandkasten
150 Davis Cup
/ Klaus Schepers / 19 September 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Der Aschebelag findet für eine Woche zurück in den Tenniskalender
Nicht nur Kinder freuen sich auf das Spielen im Sandkasten. Auch die Heimteams der beiden Davis Cup-Halbfinals haben sich für den langsamsten aller Beläge entschieden. Das überrascht nicht, wo mit Spanien und Argentinien doch zwei klassische Sandplatznationen das Losglück für sich gepachtet haben. Und zeigt noch dazu, dass das Heimrecht im Davis Cup eine unheimlich wichtige Rolle spielt ...
Spanien vs. USA: Spannung Fehlanzeige?
... was man auch an der Quotierung der Spanier in ihrem Halbfinale gegen die USA sehen kann. Wer 100 Euro auf sie setzt, kann gerade einmal 5 Euro Reingewinn erzielen, bei einem Sieg der Amerikaner ist dagegen mehr als das Fünfzehnfache drin. Das liegt eben daran, dass die Spanier mit dem Sandplatzkönig Rafael Nadal bereits zwei Punkte relativ sicher einplanen können. Und mit David Ferrer nebenbei noch einen weiteren Topspieler auf diesem Belag vorzuweisen haben. Dazu sind die Amerikaner auf den schnelleren Hardcourtbelägen zu Hause und werden sich mit den Aschebeläge sehr wahrscheinlich schwer tun. Querrey und Roddick haben ihre größten Erfolge fast ausschließlich auf Hartplatz oder Rasen erzielt, daran wird wohl auch der Davis Cup nichts ändern. Alles andere als ein klarer Sieg der Spanier wäre eine riesengroße Sensation.
Argentinien vs. Russland: Ein offenes Duell
Im zweiten Halbfinale stehen die Vorzeichen ganz anders. Hier sind mit del Potro und Andreev zwei sehr starke Sandplatzspieler im jeweiligen Aufgebot. Hinzu kommen auf beiden Seiten Spieler, die vom Potential mindestens zu den besten 10 der Welt auf diesem Belag zählen, im Moment aber in mittelgroßen Formkrisen stecken: Der von Verletzungen gebeutelte David Nalbandian und Nikolay Davydenko, der im Moment auf der Suche nach der richtigen Motivation ist. Dieses Spiel kann durchaus ein hohes Maß an Dramatik bekommen, weil am letzten Tag genau diese Paarungen anstehen. Sollte es nach den beiden ersten Einzeln und dem Doppel noch keine Entscheidung geben, wird es hier sicherlich heiße Kämpfe geben. Entscheidet dann womöglich der Heimvorteil? Die Argentinier sind jedenfalls deutlich favorisiert mit Quoten um 1,60. Zu deutlich? Vom spielerischen Potential jedenfalls stehen sich beide Aufgebote in nichts nach. Die beiden Doppel [Kunitsyn/Tursunov bzw. Canas/Calleri] sind ebenfalls ähnlich, nur relativ selten auf den Doppelkonkurrenzen der ATP-Events zu finden. Vieles spricht hier für ein offenes Duell, das erst am finalen Sonntag entschieden wird. Ein Sonntag im Sandkasten, was wollen Tennisfans und Tennistrader mehr.