Das Losglück zur Tugend machen
Tennis
/ Klaus Schepers / 26 Juli 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Nicolas Kiefer auf dem Weg ins Masters Finale von Toronto?
Eigentlich war er schon ausgeschieden. Er lag im 2. Satz mit Break zurück. Den ersten Satz hatte er auch verloren. Gegen Nikolay Davydenko, immerhin die Nummer 4 der Welt. Doch Nicolas Kiefer gab nicht auf, gewann die beiden folgenden Sätze mit 6:4 und konnte ins Viertelfinale einziehen. Dort hat er gestern den Amerikaner James Blake nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen - 6:1, 6:2. Wie Rainer Schüttler in Wimbledon findet er die beste Form des Jahres genau dann, wenn die Auslosung es gut mit ihm meint - oder gerade deswegen? Deutsche Tennisfans sind in den letzten Jahren nicht gerade verwöhnt worden. Dieses Jahr zeigt aber, dass sie immerhin das Beste aus ihren Möglichkeiten machen. Kiefer jedenfalls wird für seine guten Leistungen mit dem Halbfinale in Toronto belohnt - und hat mit dem Franzosen Gilles Simon einen schlagbaren Gegner.
Gilles Simon vs. Nicolas Kiefer
Das erste Halbjahr hat der Deutsche mehr oder weniger verschlafen, allerdings auch wegen Verletzungssorgen. Seitdem geht's aber eindeutig aufwärts. Erst das Halbfinale in Halle auf Rasen, danach das Viertelfinale beim Masters Event in Hamburg auf Sand. Bei Kiefer ist nicht der Belag entscheidend, sondern vielmehr das Umfeld. Vor heimischem Publikum hat er bisher die mit Abstand besten Leistungen gezeigt.
Dann kam Toronto. Auf dem Weg ins Halbfinale hat er immerhin Spieler wie Youzhny, Davydenko und James Blake besiegt. Das vermeintliche Losglück kommt also eigentlich erst mit dem Halbfinale gegen Gilles Simon. Der konnte zwar Roger Federer bezwingen und sich auch gegen die weiteren Gegner wie Cilic und Acasuso durchsetzen, hat allerdings seit Montag vergangener Woche bereits neun Spiele bestritten. Das geht an keinem Akteur spurlos vorüber. Kann Kiefer das für sich nutzen? Die Chance, ins Finale eines Masters Events einzuziehen, bietet sich selten. Noch seltener hat man die Chance gegen die Nummer 22 der Welt.
Die Quoten für das Spiel der Außenseiter sind relativ ausgeglichen, der Deutsche wird als leichter Favorit gesehen. Trotzdem kann man seinen Einsatz um 80 Prozent vermehren, wenn man einen Tipp auf Kiefer wagt. Für Simon gibt es dementsprechend mehr als das Doppelte. Wer seinem Favoriten gar einen Sieg beim Rogers Cup zutraut, für den empfiehlt sich eine Wette auf dem „Outright Markt". Gewinnt Kiefer das Turnier, erhält man für 10 Euro satte 140 Euro Gewinn. Für Gilles Simon gibt es sogar das sechszehnfache. Mit Losglück können die beiden im Finale allerdings nicht mehr rechnen.