Sabine Lisicki auf dem Vormarsch
Tennis
/ Klaus Schepers / 19 April 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Im Finale von Charleston stehen sich zwei Teenager gegenüber - Sabine Lisicki und Caroline Wozniacki. Beide konnten in dieser Woche überzeugen und stehen nun am Sonntagabend vor einer Neuauflage des Drittrundenspiels der Australian Open 2008. Schon damals war das Match für beide die Chance, auf eines neues Tennislevel emporzusteigen. Damals konnte sich Caroline Wozniacki in drei hart umkämpften Sätzen durchsetzen. Wer kann sich heute den Titel von Charleston sichern?
Caroline Wozniacki vs. Sabine Lisicki
Wenn Sabine Lisicki heute (19.15 Uhr live auf Eurosport) gegen ihre dänische Kontrahentin antritt, dann steht dort auch eine Spielerin auf der anderen Seite, die mit 18 Jahren bereits das spielerische Niveau erreicht hat, das auch die 19-jährige Lisicki in naher Zukunft erreichen will. Die Dänin hat sich innerhalb eines Jahres von einem Platz in den 60ern der Weltrangliste in die Top 10 vorgespielt - wenn sie denn das heutige Finale für sich entscheidet. Aber selbst wenn nicht, über kurz oder lang wird die Dänin unter den besten zehn Spielerinnen der Welt zu finden sein.
Auch Lisicki hat sich seit dem Duell der beiden Anfang 2008 weit nach vorne gespielt in der Weltrangliste - von Platz 194 auf eine Platzierung zwischen 60 und 70. Mit diesem Finale wird sie auf jeden Fall wieder unter den besten 50 der Welt rangieren, bei einem Sieg hier im Finale kann sie sogar in Richtung Top 40 schielen - und das durchaus zurecht.
Denn sie hat auf dem Weg in dieses Finale immerhin Venus Williams geschlagen und in ihren fünf Begegnungen keinen einzigen Satz abgeben müssen. Seit dem Sieg gegen Venus hat sie sogar richtige Kantersiege feiern können (gegen Vesnina 6:4, 6:0 und gegen Bartoli 6:3, 6:1). Schon allein deswegen sollte man die Deutsche hier durchaus auf der Rechnung haben, auch wenn es ihr erstes Finale bei einem so großen Turnier ist. Viel wird bei Lisicki davon abhängen, wie sie aufschlägt. Gegen Bartoli konnte sie 79 Prozent der Punkte gewinnen, wenn ihr erster Aufschlag kam und dazu noch fünf Asse servieren - das sind Werte, die die meisten Herren nicht erzielen (auch im Viertelfinale gegen Vesnina waren die Werte ähnlich gut: 70 Prozent / 5 Asse). Wenn die Deutsche konstant auf diesem Niveau aufschlägt, wird sie gegen Wozniacki sehr gute Chancen auf den Sieg haben, denn die ließ gegen Dementieva 6 Breaks zu.
Trotzdem, spielerisch ist die Dänin noch deutlich stärker einzuschätzen als Lisicki, das hat man auch beim Sieg gegen Dementieva im Halbfinale sehen können. Auch wenn Wozniacki durchaus deutlicher hätte gewinnen müssen, denn sie lag immerhin 6:4, 5:2 vorne. Dass das Spiel noch zu einem Marathonmatch (2:58 Stunden) wurde, lag vor allem daran, dass Wozniacki das Spiel nicht zumachen konnte. Das sollte man auch heute wieder berücksichtigen, wenn die Dänin deutlich führt oder zum Matchgewinn aufschlägt.
Die Quoten für den Turniersieg scheinen ungefähr richtig. Wenn Lisicki allerdings so stark aufschlägt wie in den Runden zuvor, dann sollte man hier einen Tipp auf die Deutsche nicht scheuen. Aber auch für Lisicki gilt: Wenn sie hier zum Match servieren sollte, ist sie ein absolutes Pflicht-Lay!