Das Comeback des Jahres
Tennis
/ Klaus Schepers / 01 September 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Anna-Lena Groenefeld marschiert ohne Satzverlust ins Achtelfinale - heute gegen Dinara Safina
205 Kilometer pro Stunde. Den schnellsten Aufschlag des Damenwettbewerbs hat keine der Williams-Schwestern serviert, sondern Anna-Lena Groenefeld, die ehemalige Nr. 14 der Welt. Auf diesem Platz stand sie vor etwas mehr als zwei Jahren. Der Deutschen wurde damals einiges zugetraut, von TOP 10 war die Rede. Doch dann begann eine lange Zeit des Leidens, die mit der Trennung des Trainers Rafael de Mora endetet. Groenefeld nahm deutlich zu und fand nicht mehr in ihr Spiel. Bei einem Comebackversuch im letzten Jahr setzte sich ihr ehemaliger Trainer sogar in die Box der Gegnerinnen, um diese anzufeuern. Das war für die Deutsche zu viel und ihr erster Comebackversuch scheiterte. In diesem Jahr scheint das alles vergessen. Sie gewann mehrere Turniere auf der kleineren ITF Tour, sodass sie bei den US Open erstmals wieder in der Qualifikation eines Grand Slam-Turniers antreten konnte. Dort schaltete sie alle ihre Gegnerinnen aus, ohne Satzverlust. Und nun ging es in den ersten drei Runden des Hauptwettbewerbs genau so weiter, 6:0 Spiele und 12:0 Sätze. Ihre große Stärke ist der Aufschlag, mit dem sie sehr viele direkte Punkte macht, was bei den Damen nur wenige Spielerinnen schaffen. Die Ballwechsel versucht sie möglichst kurz zu halten und schnell auf den Winner zu gehen - bis jetzt hat das sehr gut geklappt.
Dinara Safina - Im Moment die beste Spielerin auf der Tour
Im Achtelfinale eines Grand Slam-Turniers gibt es aber auch für die Deutsche keine leichten Gegnerinnen mehr. Hier trifft sie auf die Russin Dinara Safina, die drei ihrer letzten vier Turniere gewinnen konnte. Lediglich bei den Olympischen Spielen unterlag sie im Finale ihrer Landsfrau Elena Dementieva in drei hart umkämpften Sätzen. Ihre anderen 18 Spiele seit Wimbledon konnte die Russin gewinnen. Wenn sie so weiterspielt, und Spielerinnen wie Ivanovic und Sharapova weiterhin schwächeln, dürfte sie ihre Weltranglistenposition sieben in dieser Saison noch um mindestens drei oder vier Plätze steigern, mit dem Potential für die Spitzenposition.
Im Head-to-head führt die Deutsche
18:1 und 33:3 - das sind die Bilanzen der beiden in den letzten Monaten. Selbstvertrauen dürfte weder der Deutschen noch der Russin fehlen. Die Tür zum Halbfinale steht der Siegerin dieses Spiels auf jeden Fall weit offen. Denn in einem möglichen Viertelfinale würden Pennetta oder Mauresmo warten - beide auf jeden Fall schlagbar. Im direkten Vergleich jedenfalls führt die Deutsche mit 2:1. Allerdings fanden alle Duelle vor mehr als 2 Jahren statt - und die Russin konnte das Duell auf Hardcourt mit 6:2 und 6:1 für sich entscheiden. Natürlich geht sie als klare Favoritin in das Duell mit Groenefeld. Wer auf die Deutsche setzt, kann seinen Einsatz bei Betfair immerhin nahezu vervierfachen.