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Weltmeisterschaft

Endspiel der Australian Open 2010: Federer - Murray

Tennis RSS / Klaus Schepers / 30 Januar 2010 / Kommentar schreiben Wettbonus

Heute um 09.30 Uhr steigt das Finale der Australian Open. Selten haben sich zwei Kontrahenten den Finaleinzug so verdient wie Andy Murray und Roger Federer. Beide marschierten förmlich durch das Turnier - und werden sich in Melbourne ein Herzschlagfinale liefern.

Auf der einen Seite steht Roger Federer. Der Mann der 15 Grand Slam-Titel sein Eigen nennt - mehr als jeder andere Spieler. Der Mann, der seit 23 Grand Slam-Turnieren immer das Halbfinale erreicht hat. Der Mann, der alle Rekord bricht. Und der auch dieses Jahr in Melbourne wieder herausragende Leistungen gezeigt hat. Lediglich zwei Sätze musste der Schweizer auf dem Weg ins Finale abgeben. Gleich den ersten des Turniers gegen Igor Andreev - Startschwierigkeiten, kann passieren. Und dann noch einen gegen Nikolay Davydenko, die virtuelle Nr. 3 auf der ATP-Tour im Moment (zumindest wenn man die aktuelle Form der Topspieler betrachtet).

Auf der anderen Seite steht Andy Murray. Der Mann, der 0 Grand Slam-Titel sein Eigen nennt. Der Mann, der Großbritannien erlösen soll vom Tennis-Fluch: Seit 1934 gab es keinen britischen Sieger mehr bei einem der vier großen Tennisturniere. Der Mann, der britische Rekorde brechen kann. Und der in Melbourne sogar noch einen Satz weniger abgeben musste als Roger Federer. Lediglich gegen Marin Cilic verlor er den ersten Satz, ansonsten hatt der Schotte mit keinem Gegner Probleme - nicht einmal mit Rafael Nadal.

Was spricht für Federer?

Der Schweizer ist locker wie eh und je. Das zeigte das Interview mit Jim Courier nach seinem Halbfinalsieg gegen Jo-Wilfried Tsonga. Ich habe den Schweizer noch nie so relaxt gesehen. Er scherzte: "Ich weiß, dass Andy der erste sein will, der nach 150.000 Jahren einen Titel für Großbritannien holen will". Und noch besser: "Andy, wenn du zuhörst, ich werde aggressiv spielen. Ich werde deine Rückhand angreifen, du setzt zum Passierschlag an, ich spiele einen Stop, du den Lob, ich durch die Beine". Aussagen wie diese zeigen, wer in diesem Finale den Druck auf seinen Schultern spüren wird. Es ist defintiv nicht Federer!

Federer ist der bessere Spieler in "best of 5"-matches. Das liegt zum einem an der Erfahrung, die der Schweizer mit seinen 28 Jahren mitbringt, aber auch daran, dass er wie kein Zweiter das Spiel seines Gegners lesen kann. Und je länger ein Spiel dauert, umso deutlicher wird, wer sein Spiel besser mixen kann - in Sachen Variation und Schlagrepertoire ist Federer zweifelsohne der beste Spieler aller Zeiten.

Was spricht für Murray?

Das Head-to-head. Der Schotte führt den internen Vergleich mit 6:4 an. Zwar verlor der die letzten beiden Duelle in London und Cincinnati, die zuvor konnte er aber sogar vier Matches in Serie gewinnen gegen Federer. Das liegt vor allem daran, dass Murray seine Counterpuncher-Qualitäten gegen einen Spieler wie Federer hervorragend einsetzen kann. Denn der spielt gegen Murray immer besonders aggressiv. Allerdings konnte Murray häufig auch von vielen vermeidbaren Fehlern des Schweizers in diesen Duellen profitieren. Dass das morgen passiert ist doch mehr als fraglich.

Seine Entwicklung. Der Schotte hat in diesem Turnier gezeigt, dass er inzwischen auch in einem Grand Slam-Turnier in der Lage ist, konstant starke Leistungen zu bringen. Im Gegensatz zu den US Open 2009 (vs. Cilic) oder den Australian Open 2009 (vs. Verdasco) hat er hier mit keinem Gegner Probleme gehabt. Hinzu kommt, dass er auch aggressiv spielen kann, wenn er muss. Das hat das Spiel gegen Nadal gezeigt. Ich könnte mir vorstellen, dass er zwischendurch gegen Federer auch den aggressiven Stil einsetzten wird.

Fazit:

Was die beiden hier im Verlaufe des Turniers gezeigt haben war großartig. Unvergessen die Schläge von Murray - der Vorhandwinner ums Netz, der wichtige Passierschlag nach Lob von Cilic zum Break im zweiten Satz. Und Roger Federer ist auch nah an seiner Bestform hier in Melbourne - im Gegensatz zum letzten Jahr. Vieles spricht hier für ein Herzschlagfinale. Drama nicht ausgeschlossen. Am Ende sollte Federer hier dank des geringeren Drucks aber die Nase vorn haben.

Empfehlung:

Federer to win @ 1,64
Federer to win 3:2 @ 6,60


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