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Deutsche Herren können heute Geschichte schreiben!

130 ATP Tour RSS / Klaus Schepers / 10 Juni 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus

Beim ATP-Turnier in Halle können die deutschen Tennis-Herren heute Geschichte schreiben. Vier Spieler sind gestern bereits ins Viertelfinale eingezogen, drei weitere können heute ab 12.00 Uhr nachziehen und damit dafür sorgen, dass sieben von acht Viertelfinalisten aus Deutschland kommen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn alle drei gehen als Favoriten in ihr Match. Und zwei von ihnen werden es auch schaffen.

Das ATP-Turnier in Halle war ja schon immer ein gutes Pflaster für das deutsche Tennis. In den letzten 10 Jahren war immer mindestens ein Spieler im Viertelfinale, im Durchschnitt sogar mehr als zwei Akteure. Was sich aber in diesen Tagen in der westfälischen Stadt abspielt, das kennt man in der Form noch nicht einmal von kleinen Sandplatzturnieren mit Spaniern oder Südamerikanern. Am ersten Viertelfinaltag konnten sich vier Deutsche durchsetzen. Haas, Kohlschreiber, Zverev, Becker - alle weiter. Und am heutigen zweiten Viertelfinaltag gehen drei weitere deutsche Akteure als Favoriten ins Spiel.

Natürlich ist das Feld in Halle nicht das allerbeste, zumal Roger Federer wegen emotionaler Erschöpfung abgesagt hat und viele gute Spieler gleichzeitig im Londoner Queen's Club auf Titeljagd gehen. Aber Spieler wie Tsonga, Verdasco oder Berdych muss man eben auch erstmal schlagen. Und alle drei Topakteure waren gegen ihre deutschen Kontrahenten am Ende nur zweiter Sieger, obwohl die Deutschen als Außenseiter in die Partie gingen. Bleibt die Frage: Können Kiefer, Petzschner und Beck ihre Spiele auch als Favoriten gewinnen.

ab 12.00 Uhr: Andreas Beck vs. Lukas Lacko

Als erstes spielt morgen mit Andreas Beck eine deutsche Nachwuchshoffnung. Mit dem Viertelfinaleinzug beim Masters-Turnier in Rom schaffte er endgültig den Durchbruch und steht kurz vor dem Einzug unter die TOP 50 der Weltrangliste. Auf Rasen spielt er gerne, was schon der Viertelfinaleinzug im vergangen Jahr zeigt. In Wimbledon spielte er sich in 2008 durch die Qualifikation und unterlag in der ersten Runde in drei knappen Sätzen Rafael Nadal. Gegen Lukas Lacko sollte er wenig Probleme haben. Der Lucky Loser gewann in der ersten Runde gegen Harel Levy, dem er zuvor in der Qualfikation unterlegen war. Für Beck, der in der ersten Runde kurzen Prozess mit Christophe Rochus machte, sollte der Slowake locker zu besiegen sein.

Fazit: Deutscher Spieler No. 5 im Viertelfinale!

ab ca. 13.30 Uhr: Philipp Petzschner vs. Olivier Rochus

Auch Philipp Petzschner geht als Favorit in sein Viertelfinale. Allerdings sind seine Quoten doch deutlich zu niedrig. Zwar hat der Deutsche bereits durchaus achtbare Ergebnisse erzielt auf Rasen. Das liegt aber vor allem an seinem sehr starken Aufschlag. Spielerisch ist Petzschner doch noch um einiges schwächer als die besten Spieler auf Rasen. Und dazu gehört überraschenderweise auch Olivier Rochus. Der kleine Belgier wird auch Rasen deutlich unterschätzt. Er hat zwar keinen übermäßig schnellen Aufschlag, macht das aber durch hervorragende spielerische Qualitäten wieder gut. Seine Rasenbilanz sieht zwar insgesamt nicht allzu gut aus, aber der Match-Up dürfte ihm entgegenkommen. Petzschner kann dieses Spiel eigentlich nur über den Aufschlag gewinnen. In den Ballwechseln sehe ich Olivier Rochus deutlich vorne.

Fazit: 50-Prozentige Chance für den sechsten Spieler im Viertelfinale!

Empfehlung zu diesen Quoten allerdings: Rochus to win @ 2,40

ab ca. 17.30 Uhr: Nicolas Kiefer vs. Jürgen Melzer

Wie gut der Deutsche auf Rasen zurechtkommt, zeigt schon seine Bilanz in Halle: drei Mal konnte er das Finale erreichen. Dass seine Wimbledon-Bilanz nicht besser aussieht, das liegt vor allem daran, dass er in den letzten drei Jahren jeweils in der dritten Runde auf richtig starke Gegner traf: 1x Djokovic, 1x Nadal, 1x Federer. Gegen einen auf Rasen höchstens durchschnittlichen Jürgen Melzer wird der Deutschen den Platz als Sieger verlassen. Zu Quoten um 1,40 ist der Deutsche auch durchaus spielbar.

Fazit: Sechs Deutsche werden höchstwahrscheinlich am Freitag im Viertelfinale stehen. Allein diese Zahl lässt einen Sieg von Philipp Petzschner gegen den quirligen Olivier Rochus noch unwahrscheinlicher erscheinen. Denn sieben deutsche im Viertelfinale, das wäre schon etwas zu viel des Guten.

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