Schon wieder eine deutsche Tennis-Überraschung
130 ATP Tour
/ Klaus Schepers / 24 Juli 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus Zum Wettmarkt
Um exakt 23.45 Uhr hat Simon Greul gestern als einziger Deutscher den Einzug ins Viertelfinale der International German Open in Hamburg geschafft. Heute (ab ca. 19.00 Uhr) wird er allerdings keine Chance haben gegen den spanischen Sandplatzspezialisten David Ferrer. Trotzdem, er reiht sich ein in eine lange Liste von deutschen Spielern, die immerhin das beste aus ihren Möglichkeiten machen
Eins kann man dem deutschen Tennis im Moment wirklich nicht vorwerfen: die kollektive Klasse. Zwar ist mit Tommy Haas der beste Spieler auf Platz 20 notiert und in den letzten Jahren war kein Spieler in den TOP 10 zu finden. In der Breite aber sind die deutschen Spieler Woche für Woche für Überraschungen gut - und machen das Beste aus ihren Möglichkeiten. Mit einer Mischung aus erfahrenen Spielern wie Kiefer, Haas und Schüttler, aber auch jungen Hoffnungsträgern wie Mischa Zverev oder Andreas Beck. Oft haben sie dabei auch Losglück gehabt, aber auch diese Chancen muss man erst einmal nutzen. Eine kleine Auswahl der deutschen Glanzleistungen:
Benjamin Becker (3 Challenger-Siege, Sieg beim ATP-Turnier in s'Hertogenbosch)
Tommy Haas (Sieg beim ATP-Turnier in Halle, Halbfinale in Wimbledon 2009)
Rainer Schüttler (Halbfinale von Wimbledon 2008)
Nicolas Kiefer (Finale des Masters Event von Toronto)
Andreas Beck (Viertelfinale beim Masters Event in Monte Carlo)
Mischa Zverev (Viertelfinale beim Masters Event in Rom)
Philipp Kohlschreiber fehlt hier bewusst in dieser Liste. Denn obwohl er die Nummer 24 der Welt ist, könnte er noch deutlich mehr machen aus seinen Möglichkeiten.
Natürlich ist das nicht zu vergleichen mit den glorreichen Zeiten von Becker, Stich und Co. Aber diese Ergebnisse kann man durchaus als große Erfolge verbuchen, denn viel mehr ist mit den spielerischen Mitteln und der Dominanz der großen Vier und der erweiterten Weltspitze einfach nicht drin. Acht Spieler in den TOP 60, das gab's selbst zu den Zeiten von Becker und Stich nicht!
Im Viertelfinale von Hamburg steht aber keiner von den oben genannten, sondern ein 28-Jähriger, der im Moment nur einen Platz hinter der besten Platzierung seiner Karriere liegt. Und der mit diesem Ergebnis auf dem besten Weg in die TOP 60 ist. Sollte er sein Spiel gegen David Ferrer heute gewinnen können, sind es bereits bereits neun Akteure.
Die Aufgabe allerdings ist fast unlösbar für den Deutschen. Gestern musste er bis 23.45 Uhr spielen, weil sein Spiel gegen Ivan Navarro wegen vielen Regenunterbrechungen erst auf dem Centre Court zu Ende gespielt werden konnte. Immerhin aber konnte Simon Greul in dieser Partie in zwei Sätzen gewinnen. In den Runden zuvor musste er gegen Mischa Zverev und Janko Tipsarevic jeweils einen Satzrückstand aufholen. Beeindruckend aber die Art und Weise, wie der Deutsche sich jeweils zurückkämpfen konnte, vor allem durch kluge Taktik. Gegen Mischa Zverev verlor er den ersten Satz mit 0:6, danach spielte er Serve&Volley und brachte seinen Landsmann außer Konzept.
Das wird gegen David Ferrer allerdings nicht reichen. Der Spanier ist ein ausgewiesener Sandplatzexperte, wie er auch schon gegen Juan Monaco in der Runde zuvor wieder unter Beweis stellen konnte. Er wird schon einen sehr schlechten Tag haben müssen, damit Simon Greul hier eine geringe Chance hat. Und selbst das dürfte nicht ausreichen, denn die ersten drei Spiele des Deutschen haben viel Kraft gekostet. Hinzu kommt das späte Ende seiner Partie gestern. Nur eines spricht für den Deutschen hier: er hat absolut nichts zu verlieren.
Empfehlung: David Ferrer ab 1,25