Die personifizierte Aufholjagd
130 ATP Tour
/ Klaus Schepers / 02 September 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Der Luxemburger Gilles Muller ist die Überraschung der diesjährigen Herrenkonkurrenz
Er ist die Nummer 130 der Tenniswelt. Er musste sich bei den diesjährigen US Open durch die Qualifikation kämpfen - mit schweren Dreisatzsiegen gegen Ouahab und Kamke, die nicht gerade die stärksten Spieler der Welt sind. Und jetzt steht er im Achtelfinale eines Grand Slam-Turniers, nachdem er zwei Spieler der erweiterten Weltspitze nach einem 0:2-Satzrückstand noch aus dem Turnier werfen konnte. Bei seinem ersten Coup konnte man da noch von Glück sprechen, weil Tommy Haas doch mit erheblichen Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. Doch spätestens nach der Drittrundenpartie gegen Nicolas Almagro und dem 6:7, 3:6, 7:6, 7:6 und 7:5 muss man einsehen, dass der Luxemburger langsam wieder zu seiner guten Form aus dem Jahr 2005 zurückfindet.
Nach dem Überraschungscoup gegen Roddick ging's nicht mehr weiter bergauf
Damals machte er in der ersten Runde von sich reden, als er den amerikanischen Superstar Andy Roddick in drei Tie-Breaks abfertigte. Das war auch die Zeit, in der er seine beste Position in der Weltrangliste erreichen konnte - mit Platzierungen um Rang 60. Vor allem sein starker Aufschlag brachte ihm viele Siege ein. Doch nur mit diesem Aufschlag ging es eben nicht weiter nach vorne. Langsam aber sicher ging's wieder raus aus den TOP 100. In diesem Jahr war er fast ausschließlich auf der Challengertour unterwegs, weil seine Platzierung nicht für das Hauptfeld der ATP-Tunriere ausreicht. Immerhin konnte er im Mai dieses Jahres das Turnier von Izmit auf Hardcourt gewinnen. Das Achtelfinale dieses Wettbewerbs hat er vor allem wegen seines guten Aufschlags erreicht. Keiner hat bisher mehr Asse (94) serviert als er, obwohl das natürlich auch daran liegt, dass er bereits zwei Fünfsatzsspiele absolviert hat. Das wird ihm allerdings herzlich egal sein, denn allein mit dem Einzug ins Achtelfinale kann er sich bereits um fast 50 Weltranglistenplätze verbessern - auch eine Basis für die Qualifikation bei kleineren ATP-Turnieren.
Im Achtelfinale wartet ein dicker Brocken
Nikolay Davydenko heißt Mullers Gegner im Achtelfinale. Das dürfte auch für den Luxemburger noch einmal eine deutlich schwerere Aufgabe werden als die vorherigen Partien. Kann er dem Russen ein Bein stellen? Für einen Sieg gibt es jedenfalls mehr als das Siebenfache des Einsatzes zurück. Oder bleibt Davydenko souveräner Sieger, nachdem Muller sich bereits müde gespielt hat? Bei einem 3:0-Satzsieg im Betfairmarkt gibt's fast den doppelten Einsatz zurück. Auf eins dürfen sich die Zuschauer auf jeden Fall einstellen: viele Asse. Zumindest, wenn der Luxemburger aufschlägt.