Analyse Novak Djokovic - Marat Safin
Tennis
/ Klaus Schepers / 25 Juni 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
oder: der ehemalige Weltranglistenerste gegen die „Nummer 1 in spe"
1. Der Belag
Eines haben Djokovic und Safin auch heute noch gemeinsam. Beide mögen das Spiel auf Rasen. Djokovic, weil es bei ihm inzwischen keinen Belag mehr gibt, auf dem er nicht mindestens TOP 5 Tennis spielt. Safin, weil er einen starken Aufschlag hat und auch gerne mal den einen oder anderen Ausflug ans Netz unternimmt. Er ist einer der wenigen Spieler, der ab und an noch den legendären Beckerhecht zeigt. Vom Potential her sind die beiden in ähnlichen Kategorien anzusiedeln. Doch Marat Safin kann dieses Potential schon seit längerem nicht mehr abrufen und ist inzwischen auch auf Rasen nur noch guter Durchschnitt. Seine Karrierebilanz liegt bei 22:14, durchaus nicht schlecht. Doch auch auf Rasen konnte er in letzter Zeit nicht mehr wirklich überzeugen. Aus dem letzten Jahr steht die dritte Runde von Wimbledon und das Achtelfinale von Queens. Guter Durchschnitt, mehr nicht. Djokovic hat mit dem Halbfinaleinzug im letzten Jahr gezeigt, dass mit ihm auch auf Rasen zu rechnen ist. Er musste damals wegen Erschöpfung beim Stand von 6:3, 1:6 und 1:4 gegen den Spanier Nadal aufgeben. Seine Karrierebilanz auf dem Rasen sieht noch deutlich besser aus als die von Safin: 21-7.
2. Die Spieler
Unterschiedlicher könnte der Weg der beiden nicht aussehen. Während Djokovic seit ungefähr einem Jahr zur absoluten Weltspitze zählt, hat sich Safin davon inzwischen verabschiedet, was sein aktuell 75.Weltranglistenplatz verdeutlicht. Der Russe ist aber ein Spieler, der ab und zu noch von seiner alten Klasse zeigen kann. Genau das kann dieses Match zu einem Highlight der 2.Runde machen. Mehr als zwei Spiele hintereinander konnte Safin bisher dieses Jahr aber bei keinem Turnier gewinnen.
Das sieht bei Djokovic vollkommen anders aus. Der Serbe konnte direkt zu Jahresbeginn bei den Australian Open seinen ersten Grand-Slam-Triumph feiern. Außerdem gewann er zwei Masters Series Events, eins auf Hard Court (Indian Wells) und eins auf Sand (Rom). Mit dem Finale von Queens vorletzte Woche hat er erneut gezeigt, dass er auf allen Belägen zur absoluten Weltspitze gehört.
3. Das Turnier
Novak Djokovic musste bereits in seinem Erstrundenmatch gegen Michael Berrer einen Satz abgeben. Zeichen von Schwäche oder nur ein Ausrutscher zu Beginn des Turniers? Marat Safin dagegen mit einem souveränen Drei-Satz-Erfolg gegen Fabio Fognini aus Italien. Die Wimbledon-Bilanzen der beiden:
Novak Djokovic: 11-3
Marat Safin: 9-7
4. Head-to-head
1:0 Safin
Es muss eine bittere Niederlage für Novak Djokovic gewesen sein, 2005 bei den Australian Open. 6:0, 6:2, 6:1 musste er sich damals geschlagen haben. Safin konnte das Turnier allerdings danach immerhin gewinnen. Schafft der Russe mit einem Sieg gegen Djokovic erneut die Basis für einen Turniersieg? Dafür könnte man auf dem Outright-Markt bei Betfair immerhin eine Quote von 600 bekommen.
5. Fazit
Novak Djokovic geht als klarer Favorit in dieses Spiel. Das ist die Chance für Marat Safin. Der Russe hat nichts zu verlieren und spielt dann häufig sein bestes Tennis. Das wird er auch spielen müssen, wenn er gegen den Serben eine Chance haben will. An Ansporn wird es den beiden jedenfalls nicht fehlen: Das Spiel findet als erstes auf dem Centre Court statt. Die Zuschauer freuen sich auf spektakuläres Tennis. Wenn das bei Safin nicht klappt, fliegt zumindest der Schläger über den Platz.