Achterbahnfahrt auf dem Tennisplatz
Tennis
/ Klaus Schepers / 30 Juli 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Richard Gasquet in seinem Zweitrundenduell gegen Dmitry Tursunov
Weltklassetennis hat der Franzose gegen Rafael Nadal im Viertelfinale von Toronto gezeigt. Im ersten Satz. Da konnte man sehen, wo der Franzose in der Weltrangliste stehen könnte wenn im Tennis nicht die Nervenstärke, die körperliche Fitness und das Selbstbewusstsein entscheidend wären. Das spielerische Potential hat der junge Franzose wie kaum ein Zweiter auf der ATP Tour - Roger Federer einmal ausgenommen. Dann aber folgten zwei Sätze, in denen Gasquet kaum noch eine Chance hatte - weil der Spanier nach verlorenen Sätzen eher noch kämpferischer agiert und seine körperlichen Vorteile ausnutzt. Und Gasquet auch den gewonnen Satz und die sensationellen Punkte eben nicht in die nötige Sicherheit umwandeln kann. Häufig ähneln die Spiele des Franzosen einer Achterbahnfahrt - der Wechsel zwischen Genie und Wahnsinn in wenigen Minuten.
Achterbahntennis kann gefährlich werden
Sein heutiger Gegner wird ihm das Leben dabei wohl sehr schwer machen. Dmitry Tursunov ist ein hervorragender Aufschläger. In seiner Erstrundenpartie gegen Marat Safin gab er kein einziges Mal sein Service ab und ließ lediglich zwei Breakbälle zu. Außerdem hat er druckvolle Grundschläge, die viele Gegner zur Verzweiflung treiben. Gasquet wird sich sein übliches Achterbahnspiel hier nicht erlauben können, kann ein Aufschlagverlust schon gleichbedeutuend mit der Niederlage des jeweiligen Satzes sein. Und dann wird es gegen den robusten Russen richtig schwer.
Im Head-to-Head liegt Tursunov vorn
Der Russe konnte bisher drei der insgesamt vier Duelle für sich entscheiden. Auch auf Hardcourt hat er eine positive Bilanz gegen den Franzosen. Alle drei Duelle fanden in diesem Jahr statt:
In Sydney: Tursunov 3:6, 6:3, 6:4
In Dubai: Gasquet 6:4, 6:4
In Miami: Tursunov 6:3, 6:7, 7:6
Fazit
Für Tursunov spricht in diesem Duell der verhältnismäßig schnelle Belag von Cincinnati, der starken Aufschlägern hier noch deutlich mehr bringt als auf anderen Hardcourt-Belägen. Außerdem führt er den direkten Vergleich deutlich an. Seine drei Siege erzielte er allerdings jeweils im entscheidenden Satz. Für den Franzosen spricht vor allem das spielerische Potential, das er in der ersten Runde gegen Llodra allerdings nur bedingt abrufen konnte. Bei Betfair wird Gasquet als klarer Favorit gehandelt bei Quoten um 1,60, wohl auch weil viele das gute Spiel gegen Nadal noch im Hinterkopf haben. Ob er das Tennis der vergangenen Woche erneut abrufen kann?
