Tag 2 beim Cheltenham-Festival: Master Minded ist der Star
Pferderennen
/ Marco Hoffmann / 10 März 2009 / Kommentar schreiben
Das offiziell beste Hindernispferd in England heißt Master Minded. Manch Experte nennt ihn ein Monster. Im Hauptrennen des zweiten Tages beim Cheltenham-Festival, der „Seasons Holidays Queen Mother Champion Chase" über zwei Meilen, gilt der von Championtrainer Paul Nicholls vorbereitete Wallach als unschlagbar. Er ist Titelverteidiger und in der laufenden Saison unbesiegt. Allerdings weiß er durchaus wie sich Niederlagen anfühlen. Vergangenen April wurde er einmal bezwungen.
Aber wenn man realistisch ist, können nur unvorhergesehene Zwischenfälle ihn von einem erneuten Sieg in diesem mit 320.000 Pfund dotierten Rennen abhalten. Denn der einzige seiner Gegner, der zumindest einigermaßen seine Klasse hat, ist zwei Jahre nicht am Start gewesen. Es handelt sich um den Ex-Deutschen Well Chief, im Training bei David Pipe. Der bereits Zehnjährige war einst ebenfalls ein Star, bis die Gesundheit nicht mehr mitspielte. Dass er sein Comeback in einem derartigen Rennen gibt, ist im Grunde verrückt. Ebenfalls der deutschen Zucht entstammt Twist Magic. Er ist Trainingsgefährte des Favoriten und hat in der laufenden Saison sehr enttäuscht. Da sind Big Zeb, Petit Robin oder Briareus realistischere Platzkandidaten.
Im 1.Rennen um 14.30 Uhr, ausnahmsweise keine Gruppeprüfung, steigen Nachwuchsreiter in den Sattel. Offiziell sind Can't Buy Time und Niche Market die Favoriten, doch das muss nichts bedeuten. Wichita Lineman war bereits am Dienstag genannt. Ein Doppelstart würde überraschen, wäre in Deutschland zum Beispiel nicht erlaubt. Von der Klasse her hätte er Siegchancen.
Im folgenden „Ballymore Novices' Hurdle" der Gruppe I treten mit Diamond Harry und Mad Max zwei ganz starke Unbesiegte an. Doch auch der Ire Mikael d'Haguenet hat seine vier letzten Rennen gewonnen und imponierte dabei sehr. Er kommt aus Irland, hat aber einen deutschen Vater. Direkt der deutschen Zucht entstammt Quartetto, ist, obwohl frischer Sieger, aber nur Außenseiter gegen derartige Superpferde.
In der folgenden „RSA Chase" der Gruppe I über eine Distanz von mehr als drei Meilen gilt der Ire Cooldine als Favorit. Genau so sehr ist aber mit What A Friend, Carruthers oder Seriensieger Gone To Lunch zu rechnen. Auch der Ex-Deutsche Lightning Strike hat diese Saison gute Form, ist bei vier Starts immerhin dreifacher Sieger. Aber nun hat er es bedeutend schwerer.
Rennen 5 sieht den unglaublichen Kämpfer Lough Derg am Start. Er gibt sich wirklich nie geschlagen, auch nicht, wenn er bereits überlaufen wurde. Ein Cheltenham-Triumph wäre ihm zu wünschen. Möglich erscheint aber fast alles. So galten Franchoek eigentlich Hoffnungen für viel größere Aufgaben, aber er hat schon lange nicht mehr gewonnen. Great Endeauvor ist unbesiegt - er ist Trainingsgefährte von Lough Derg. Pause And Clause hat wenig falsch gemacht. Psycho gilt als großer Hoffnungsträger der Iren. Absolut nicht zu rechnen ist jedoch mit dem Ex-Deutschen Swordsman.
Da kann es eher im vorletzten Rennen den Sieg eines Ex-Deutschen geben. Amore Mio gewann sein letztes Hürdenrennen. Bereits in seiner Flachkarriere benötigte er in Deutschland Anlaufzeit, ehe aus ihm ein Seriensieger wurde. Bei den Nachwuchshürdlern ist fast alles möglich. Die Fachpresse glaubt an Alexander Severus, Mr Thriller und Silk Affair.
Rätselhaft wie immer ist der „Champion Bumper", ein National Hunt Flachrennen mit spätreifen und wenig geprüften Startern. Es gehört dennoch zur Gruppe I und ist mit 60.000 Pfund dotiert. Sagenhafte 24 Pferde treten an. Alleine acht bietet der irische Trainer Willie Mullins auf, ein absoluter Spezialist für dieses Rennen. Sein Sohn gewann im Vorjahr und sitzt nun auf Sicilian Secret. Wie elf andere Starter ist dieser unbesiegt.
Viel Glück beim Wetten, Euer Marco