Spitzenrennen über Hindernisse am Samstag
Pferderennen
/ Marco Hoffmann / 03 November 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Der November beginnt und mit ihm kommt die National Hunt Season, also die Saison der Hindernisrennen, so richtig auf Touren. Die Rennen über Sprünge werden in den kommenden Monaten das bestimmende Thema in dieser Kolumne sein.
Zwei Grupperennen gibt es am Samstag auf der Bahn in Wetherby. Da wäre zum einen um 16 Uhr das „John Smith's West Yorkshire Hurdle". Aus deutscher Sicht ist Liberate interessant, denn er hat einen deutschen Vater und sein Bruder war eines der besten deutschen Rennpferde des letzten Jahrzehnts. In Flachrennen hat der Fünfjährige einige starke Leistungen gezeigt, über Hürden gewann er bei seinem letzten Start. Ob er gut genug für große Rennen ist, wird man sehen. Aktuell muss er als chancenreicher Außenseiter gelten. Die Favoriten des Rennens sind der dreimal in Serie siegreiche Pettifour, Mobaasher aus dem mächtigen Stall von Championtrainer Paul Nicholls sowie Lough Derg, der im vergangenen Jahr größere Rennen gewann.
Vielleicht noch interessanter ist die folgende „Charlie Hall Chase". Aber auch hier ist der Sieger schwer vorher zu sagen. Turko aus dem erwähnten Nicholls-Stall ist sicherlich gut genug. Zwar stürzte er bei seinem letzten Auftritt, aber das war im berühmt-berüchtigten Grand National. Ollie Magern startete letztes Jahr mit einem Sieg in die National Hunt-Season. Und es war die Charlie Hall Chase, die er gewann. Pferde haben, so seltsam es klingt, einen Biorhythmus, deshalb ist der Zehnjährige Pflicht auf dem Wettschein. Nicht viel schlechter ist aber State of Play, nur gewonnen hat er schon ewig nicht mehr. Ein erstklassiges Pferd ist seit Jahren Monkerhostin. Mit elf Jahren ist er aber nicht mehr der Jüngste. Nicht zu ignorieren ist aktuelle Rennkondition. Die weist auf Snoopy Loopy, der in der Vorwoche in einem etwas schwächer besetzten Rennen Dritter war.
Interessant ist auch das Hindernis-Programm am Samstag auf der königlichen Rennbahn in Ascot. Im Mittelpunkt steht ein Listenrennen über Jagdsprünge, das um 14.05 Uhr abgelassen wird. Mit Moon Over Miami tritt ein Ex-Deutscher als Favorit an. Sein Trainer Charlie Mann hält sehr viel von dem Siebenjährigen, bemängelt aber dessen Unzuverlässigkeit. Mit anderen Worten: wenn er Lust hat, wird der Wallach ein sehr gutes Rennen laufen. Ansonsten muss man nach Alternativen Ausschau halten. Und das dürften The Wicketkeeper und Oceanos des Obeaux sein.
In Down Royal (Irland) hat eines der besten Hindernispferde der letzten Jahre seinen Auftritt: Kauto Star. Um 15.30 Uhr startet dieser in der „Jnwine.com Champion Chase" der Gruppe I.
Sein Trainer, der nun bereits mehrfach erwähnte Paul Nicholls, meint, dass sein „Star" (oder besser: er ist einer seiner Stars) in diesem Jahr bereits sehr früh im Training gut drauf ist. 2007 hatte er etwas Anlauf benötigt. Es steht außer Frage, dass er Favorit im kleinen fünfköpfigen Feld ist.
Im zweiten irischen Grupperennen ein Rennen später tritt mit Sky's The Limit ein Ex-Deutscher an, den man auf den ersten Blick als solchen nicht erkennt, denn offiziell gilt er als Franzose. Aber seine Mutter ist Deutsche und er gehörte einst deutschen Besitzen. Er hat Talent, ist aber hinter einem Pferd wie Noland realistisch nur Platzkandidat.
Viel Glück beim Wetten, Euer Marco