Deutsches Blut beim Epsom-Derby
Pferderennen
/ Marco Hoffmann / 05 Juni 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Es gibt so einige Galopprennen, die als die wichtigsten des Jahres bezeichnet werden können. Ohne Frage wollen Besitzer am Liebsten das Derby gewinnen. Ganz oben auf der Liste der bedeutendsten Derbys steht zweifellos das Epsom Derby, also das Englische Derby. Es wird diesen Samstag um 16.45 Uhr gelaufen. Alle Rennen aus sind im Betfair LIVE VIDEO zu sehen.
Im Investec Derby, wie es nach einem Sponsorwechsel genau heißt, geht es um 1,25 Mio Pfund! 13 Pferde sollen laufen, darunter nur fünf Engländer. Alleine sechs Pferde treten für den an dieser Stelle oft erwähnten irischen Startrainer Aidan O'Brien an. Wer ist seine Nummer 1? Da Stalljockey Johnny Murtagh die Wahl hatte und sich durchaus überraschend für Rip van Winkle entschied, ist der zuletzt in den 2000 Guineas stark gelaufene Hengst einer der Favoriten. Das wäre er auch nach Klasse, aber es herrscht Unklarheit, ob ihm die Distanz liegt. Andererseits: der Jockey wird es wissen. Eigentlich würde man wohl von Fame and Glory als O'Brien-Pferd Nummer 1 ausgehen. Er ist noch ohne Niederlage, hat übrigens etwas deutsches Blut, mütterlicherseits. Anzunehmen, dass auch Black Bear Island Chancen besitzt. Er ist Bruders des Derbysiegers von 2002 und gewann Mitte Mai mit sehr viel Speed die wichtigste Derbyvorprüfung. Auch Age Of Aquarius gewann ein Derby Trial, war in Frankreich in einem Gruppe-I-Rennen aber bereits hinter Fame and Glory. Golden Sword gewann zuletzt vor Masterofthehorse als Pacemaker eine Derbyvorprüfung. Das war wohl eher ein Unfall.
Apropos deutsche Blut sowie „Ruhm und Ehre". Da ist noch Sea the Stars. Sein Oma ist Deutsche, sein Bruder deutscher Deckhengst (derzeit aber in England tätig). Er gewann die klassischen 2000 Guineas in England. Nun ist die Distanz weiter, aber man darf davon ausgehen, dass er sie mühelos bewältigt. Er ist ohne Frage einer der Favoriten und kann dafür sorgen, dass Aidan O'Brien das Derby nicht gewinnt. Damals in Newmarket war Gan Amhras Dritter hinter ihm. Trainer Jim Bolger gewann das Derby im Vorjahr. Sein diesjähriger Hoffnungsträger war letztes Jahr bereits Zweiter in einem Millionenrennen. Die nun geforderte Distanz dürfte ihm keine Probleme bereiten.
Kite Wood präsentiert Godolphin, also die immer nach großen Triumphen strebenden Scheichfamilie Maktoum aus Dubai. Ehrlich gesagt: er war bei der Generalprobe bereits weit hinter einem Pferd wie Black Bear Island. Das kann nicht gehen. Da ist vielleicht Crowded House interessanter, auch wenn die Generalprobe gründlich misslang. Er galt aber lange als Favorit auf den Derbysieg, auch weil er einer der Stars der letzten Saison war. Vielleicht erinnert er sich daran. Allerdings: er könnte auch am Sonntag im französischen Derby antreten.
Außenseiter sind der auf der etwas ungewöhnlichen Bahn in Epsom siegreiche und der Prinzessin von Jordanien (gewann das Derby im Vorjahr) gehörende Debussy, Montaff (lief nur einmal dieses Jahr, war hinter Age of Aquarius) und South Easter, Gewinner einer Derbyvorprüfung gegen eher übersichtlich starke Gegner, wenig geprüft und vermutlich nur am Start, weil er den Sponsoren des Derbys gehört.
Es ist immer schwer einen Derbysieger voraus zu sagen. Ich glaube aber, dass Sea The Stars erste Chancen hat und sich vor allem mit dem einen versprechenden Namen besitzenden Fame And Glory auseinander setzen muss, den ich persönlich für stärker als Rip van Winkle halte. Dieser Sieg würde bedeuten, dass eine deutsche Blutlinie das Derby gewinnt. Da ist es für einen deutschen Wetter ja fast Pflicht ein paar Euro zu riskieren.
Viel Glück beim Wetten, Euer Marco