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Wer gewinnt den Preis von Europa am Sonntag in Köln?

Pferderennen RSS / Marco Hoffmann / 25 September 2009 / Kommentar schreiben

Ein für deutsche Verhältnisse Renntag der Superlative findet am Sonntag in Köln statt. Zwei Grupperennen - darunter der zur Gruppe I gehörende Preis von Europa - sowie drei Listenrennen, das gibt es sonst nirgends hierzulande.

Mit zehn Pferden hat das mit 155.000 Euro dotierte Hauptrennen eine richtig gute Besetzung gefunden. Vier der Starter kommen aus England, wobei Eastern Anthem aus dem Besitz der Dubai-Scheichs hierzulande bestens bekannt ist. Und das nicht nur, weil er eine deutsche Mutter hat. In Baden-Baden war er starker Zweiter, lief besser als beim Start zuvor - in Köln. Bronze Cannon absolvierte seinen letzten Start an einem besonderen Ort - in Moskau!! Er konnte dort zwar wenig ausrichten, doch zuvor gewann er zwei Gruppe-II-Rennen in seiner Heimat und ist somit ganz klar einer der Favoriten. Er war auch schon vor Enroller, der eigentlich noch weitere Distanzen als die geforderten 2400 Meter bevorzugt und deshalb vielleicht doch eher Außenseiter ist. Bleibt noch Jukebox Jury. Er war zuletzt nach einer wahren Energieleistung in einem Grupperennen in Frankreich vorne. In einem Gruppe-I-Rennen war er vor knapp einem Jahr Zweiter. Der junge Schimmel dürfte gefährlich sein.
Aus deutscher Sicht gefällt vor allem der Derbydritte Toughness Danon, der endlich nicht mehr sieglos ist, seit er in Baden-Baden gewann. Und zwar ein Grupperennen. Er ist ein richtig gutes Pferd. Und dann ist da der Münchener Poseidon Adventure, der seit Jahren zeigt, dass er in hoher Klasse an einem guten Tag mitmischen kann. Noch gelang der große Treffer allerdings nicht. Im vergangenen Jahr war er ausgerechnet im Preis von Europa knapp davor und nur minimal besiegt Zweiter. Nachgenannt wurde die Stute Guantana für 15.000 Euro. Und das mit Sicherheit aus guten Gründen. Trainer und Besitzer gelingt dieses Jahr fast alles. Die Stute ist steigerungsfähig, aber kaum die Favoritin. Ambassador gewann im Mai ein großes Rennen, aber Gruppe I - da stößt er an Grenzen. Eliot dürfte die Nummer 1 des Trainers sein. Er war Vierter im Derby, gewann anschließend in einem Spaziergang gegen eher schwache Gegner das erste Rennen seines Lebens. Und dann ist da noch Schiller Danon, der wohl der schwächste Deutsche im Feld ist. - Aus meiner Sicht ist ein ausländischer Erfolg sagen wir einmal nicht unwahrscheinlich. Wobei ich Bronze Cannon und Jukebox Jury bevorzuge. Interessantester Deutscher ist für mich Toughness Danon. Bei dem wäre Trainer Wöhler einem offiziellen Statement nach aber schon mit einer Platzierung zufrieden.

Zweites Grupperennen ist um 16.40 Uhr die „Große Europa Meile". Es geht um 65.000 Euro. Sieben Pferde laufen, darunter der bereits in Baden-Baden erfolgreiche Premio Loco und der Franzose Runaway. Und es ist durchaus möglich, dass es auch(?) hier einen ausländischen Treffer gibt. In Baden-Baden belegten schließlich König Concorde und Earl of Fire Plätze hinter Premio Loco. Und sie sind die stärksten Deutschen. Globus war letztes Jahr Winterfavorit. Er hat wie der gesamte Stall ein enttäuschendes Jahr. Vielleicht gelingt im Herbst wieder mehr.

Das erste Listenrennen wird um 14.30 Uhr gestartet. Es laufen zweijährige Stuten. Dem Sponsor gehört Navajo Queen und für die junge Stute aus dem Formstall von Andreas Wöhler wurde mit Lanfranco Dettori der vermeintlich beste Jockey der Welt gebucht. Aber die Gegnerinnen sind nicht zu unterschätzen. Devilish Lips gewann zuletzt ein 100.00-Euro-Rennen in Baden-Baden. Und auch Diatribe, Diorissima und Nicea haben schon viel Talent verraten.

Im direkt folgenden Listenrennen starten ältere Pferdedamen. Nach Klasse gefällt eigentlich Goathemala am besten, aber diese hat sozusagen ein Jahr zum Vergessen, ist wohl auch nicht ganz einfach zu reiten, denn sie gehört zu der Sorte Pferd, die in Führung liegend aufhört zu kämpfen. Alternativen für den Wettschein sein könnten La Bamba, die Französin Dubai Rose und die zuverlässige Anna Royal.

Auch das folgende Listenrennen sieht wieder nur Stuten am Start. Diesmal geht es über die Meile, im Rennen zuvor über 2400 Meter. Abermals ist die Favoritenrolle unbesetzt. Gleich bei ihrem Debüt war Imogen erfolgreich und zwar im Handgalopp ohne jegliche Mühe. Das spricht für sie. Andererseits waren die Gegner sehr schwach. Nach drei Rennen unbesiegt ist King's Bell. Das ist etwas mehr wert. Die Französin Picture Hat ist aber sicherlich nicht wenig gefährlich.

Viel Glück beim Wetten, Euer Marco

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