Rip Van Winkle der große Favorit am Samstag in Ascot
Pferderennen
/ Marco Hoffmann / 25 September 2009 / Kommentar schreiben
Jeden Herbst sind die „Queen Elizabeth II Stakes" auf der königlichen Rennbahn von Ascot einer der großen Höhepunkte im englischen aber auch europäischen Galopprennsport. Am Samstag um 17.15 Uhr ist es wieder soweit. Der Kampf um die 250.000 Pfund Preisgeld in diesem Gruppe-I-Rennen wird eröffnet. Es treten allerdings nur fünf Pferde an, vier Dreijährige und ein Vierjähriger. Grund ist zweifellos, dass sich in diesen Wochen die galopprennsportlichen Höhepunkte aneinander reihen. In einer Woche ist zum Beispiel der Prix de l'Arc de Triomphe in Paris-Longchamp. Der spricht zwar eine andere Klientel an (es geht in Ascot über die Meile, in Paris über 2400 Meter), aber im Rahmenprogramm rund um den Arc finden zahlreiche weitere Spitzenrennen statt. Und dort laufen auch potenzielle Kandidaten für Ascot. - Sie können wie gewohnt alle Rennen im Betfair LIVE VIDEO sehen.
Anzunehmen, dass Samstag ein Pferd von Trainer Aidan O'Brien den Siegpreis erringt. Der Mann wurde an dieser Stelle schon sehr oft erwähnt. Er hat insofern kein gutes Jahr, als dass seine Pferde in den großen Rennen meist einen Gegner trafen, der noch besser war. Das galt insbesondere für Rip van Winkle, der aber fast nur gute Rennen lief, aber so gut wie das derzeit beste Pferd der Welt Sea The Stars ist er beispielsweise nicht. Und diesem unterlag er. Nun ist ausnahmsweise er das beste Pferd und sollte meines Erachtens auch erste Siegchancen besitzen. Wobei „ausnahmsweise" vielleicht nicht das korrekte Wort ist. Er war auch schon bei seinem letzten Start in Goodwood das beste Pferd und gewann. Für Mastercraftsman gelten eigentlich die gleichen Worte. Da er aber vom Jockey her die zweite Wahl des Stalles ist und vielleicht auch nur läuft, falls Rip zum Nichtstarter erklärt wird, steht der Favorit fest. Gut laufen sollte aber auch Delegator, der den Scheichs aus Dubai gehört, also Godolphin. Und die haben ein ewiges Duell mit den von O'Brien trainierten Pferden. Ihr Schützling war Zweiter in den 2000 Guineas (hinter dem erwähnten Sea The Stars) und beim letzten Start Sieger gegen Zacinto, dem letzten Dreijährigen im Feld. Er ist ohne Zweifel ein sehr gutes Pferd, war bei erst vier Starts immer Erster oder Zweiter. Aber so gut wie die anderen ist er nicht. Bleibt mit Aqlaam der einzige „Ältere" im kleinen Feld. Gegen ihn spricht schon mal, dass er mehr Gewicht als seine Gegner trägt. Klasse hat er, war zuletzt in einem Gruppe-I-Rennen in Frankreich erfolgreich. Und er mag die Bahn von Ascot. - Ich glaube aber nicht, dass er gewinnt. Das tut für mich wie für die meisten anderen Rip Van Winkle.
Zuvor gibt es weitere Grupperennen an diesem Großkampftag in Ascot. In der „Meon Valley Stud Fillies' Mile" laufen dem Namen entsprechend natürlich die Pferdedamen. Hätte sie bei ihrem letzten Start nach zwei Siegen nicht enttäuscht (sie war nur Vierte), für mich wäre Long Lashes von Godolphin nicht zu schlagen. So muss man doch abwarten und vielleicht nach Alternativen suchen. Das könnten sein You'll Be Mine (Aidan O'Brien), die noch sieglose aber immer gut gelaufene Hibaayeb oder vielleicht Dyna Waltz. - Irgendwie glaube ich aber doch an Long Lashes. Wer weiß woran es beim letzten Start lag.
Rennen 2 um 15.30 Uhr sind zuvor sie „Juddmonte Royal Lodge Stakes". In diesem Gruppe-II-Rennen laufen Zweijährige. Mir persönlich gefallen zwei ganz besonders. Zum einen Frozen Power (wieder Godolphin), der dreimal in Folge überzeugend gewann und augenscheinlich ein Riesentalent ist. Und dann der oft geprüfte Big Audio, der schon tolle Formen gezeigt hat und, da er aus einem etwas kleineren Stall kommt, vielleicht für eine lohnende Quote sorgen kann. Die O'Brien-Schützlinge Mikhail Glinka und Joshua Tree, die zweite Godolphin-Farbe Vale Of York oder Timely Jazz sind aber auch nicht vom Wettschein zu lassen. In Rennen für den jüngsten Jahrgang ist schließlich nichts sicher.
Viel Glück beim Wetten, Euer Marco
