Volvo Masters
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/ Timm Goeller / 28 Oktober 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Nun neigt sich auch die European Tour dem Ende zu.
In dieser Woche ist es soweit. Das 50. und letzte Turnier der Saison ist traditionell das Volvo Masters.
Bereits in der 21. Auflage werden im spanischen Sotogrande auf dem Club de Golf Valderrama die besten Spieler der European Tour zusammen kommen und das Saisonfinale austragen.
Dabei geht es in diesem Jahr um ein Rekordpreisgeld von insgesamt 4,25 Millionen Euro. Der Sieger erhält 708.000 Euro. Das Teilnehmerfeld ist begrenzt; nur die 60 Besten der Order of Merit sind hier startberechtigt und kämpfen um den Sieg und um die sehr angesehene „Harry Vardon Trophäe", die der Sieger der Gesamtwertung der Order of Merit erhält. Rein rechnerisch kommen nur noch vier Spieler in Frage, die Gesamtwertung für sich zu entscheiden:
Allen voran steht Robert Karlsson, der die besten Chancen hat. Karlsson konnte in diesem Jahr bereits 2,7 Millionen Euro verdienen, was er unter anderem seinen back to back Siegen beim Mercedes Benz Championship und beim Alfred Dunhill Links Championship zu verdanken hat. Weiterhin sammelte Karlsson, der als erster schwedischer Sieger der Order of Merit in die Geschichte eingehen könnte, gute Platzierungen und viel Geld bei den vier Major-Turnieren und erzielte insgesamt zwölf Top10 Platzierungen im Jahr 2008. Er wurde Achter beim Masters, Vierter bei der US Open, Siebter bei der British Open und 20. bei der PGA Championship. Aufgrund seiner guten Leistungen in den vergangenen Monaten und seinem nur knapp verpassten dritten Sieg in Folge beim Portugal Masters zählt er auch in dieser Woche zu den absoluten Topfavoriten auf den Titel. Die Quoten bei Betfair auf Karlsson sind aufgrund der starken Leistungen natürlich nicht mehr sehr hoch. Lediglich eine 1,22 bekommt man darauf, dass er die Order of Merit gewinnt, was ich für nicht spielbar halte, wenn man bedenkt, dass drei andere Spieler ihn aufgrund des immens hohen Preisgeldes des Volvo Masters noch überholen können. Lukrativer hingegen ist die Siegquote. Eine 13,0 bekommt man derzeit dafür, dass Karlsson nach vier Runden ganz oben auf dem Leaderboard steht.
Sein ärgster Konkurrent wird Padraig Harrington sein. Harrington ist seit Tiger Woods der erste Spieler, dem es gelang, zwei Majors in einem Jahr zu gewinnen. Im Juli konnte er erfolgreich seinen Titel bei der British Open verteidigen, im August folgte dann der sensationelle Gewinn des PGA Championships. Weitere Topplatzierungen katapultierten Harrington in der Order of Merit auf Platz zwei mit knappen 2,4 Millionen Euro. 300.000 Euro muss er also in dieser Woche auf Karlsson gutmachen, was ich nicht unbedingt für aussichtslos halte. Neben nur einem verpassten Cut im laufenden Jahr war Harrington's schlechtestes Ergebnis ein 36. Platz bei der U.S. Open, wovon andere Spieler nur träumen können. Vor wenigen Wochen lieferte er sich beim „Grand Slam of Golf", ein Turnier, welches ausschließlich die vier Major-Gewinner unter sich austragen, einen harten Kampf mit Jim Furyk und sah lange Zeit als sicherer Sieger aus, ehe er kurz vor Schluss noch vom Amerikaner abgefangen wurde und sich in einem Playoff geschlagen geben musste. Harrington spielte mit 13 Turnieren zwar sehr wenig, jedoch dafür sehr effektives Golf! Jedes Turnier, welches er bestreitet, kann er gewinnen und er wird sicherlich noch einmal alles geben, um Robert Karlsson das Leben schwer zu machen. Immerhin eine Quote von 7,0 bekommt man derzeit dafür, dass er das Wunder schafft und den Schweden tatsächlich noch abfangen kann. Sollte er sogar das Volvo Masters für sich entscheiden, lockt eine 12,0, die sich meiner Meinung nach gut zum Trading eignet, da ich davon ausgehe, dass Harrington vorne um den Sieg mitspielen wird.
Dritter Spieler, der, wenn auch nur rechnerisch, noch Chancen auf den Titel hat, ist Lee Westwood. Der Engländer liegt bereits fast 500.000 Euro hinter Karlsson und müsste das Turnier auf jeden Fall gewinnen, um noch einen Hauch einer Chance zu haben (allerdings auch nur, wenn Karlsson dann nicht gut abschneidet). Westwood spielte eine wirklich sehr gute Saison mit einem einzigen Schönheitsfehler: es fehlt noch immer ein Sieg. Insgesamt konnte er viermal Zweiter und dreimal Dritter werden, unter anderem bei der U.S. Open und beim WGC - Bridgestone Invitational. 16 seiner 20 gespielten Turniere beendete er unter den Top20, absolute Weltklasse. Westwood beweist immer wieder, dass er genau dann, wenn er es braucht, zur Höchstform auflaufen kann, was in dieser Woche definitiv der Fall sein wird. Die Quoten sind interessant: Betfair bietet eine 10,5 dafür an, dass er die Order of Merit gewinnt, was ich allerdings für sehr unwahrscheinlich halte. Viel besser gefällt mir da die 19,0 auf Sieg in Valderrama, die sich sicherlich anzuspielen lohnt.
Vierter und letzter Spieler, der Karlsson noch überholen kann, ist der Spanier Miguel Angel Jimenez. Zwei Siege konnte Jimenez in diesem Jahr einfahren. Gleich im ersten Turnier in Hong Kong und dann noch bei dem der European Tour höchstdotierte Turnier überhaupt, dem BMW PGA Championship in England. 750.000 Euro erhielt er hier auf einen Schlag, nachdem er das Stechen gegen Oliver Wilson gewann. Die Chancen, dass Jimenez die Order of Merit noch gewinnt, stehen äußerst schlecht. Im Prinzip ist dies eigentlich nur möglich, wenn er gewinnt und Karlsson, Harrington und Westwood allesamt nicht unter die Top50 (von 57) kommen. Demnach die Quote von 200 auch völlig berechtigt, die ich nicht anfassen würde. Dass er das Volvo Masters in seiner Heimat gewinnt, kann ich mir auch nicht unbedingt vorstellen, dazu waren seine letzten Auftritte einfach zu schwach. Als 29., 38. und 167. beendete er die letzten drei Turniere, weshalb wohl auch in diesem Fall die Quote von 60 in Ordnung geht.
Neben diesen vier Spielern, die das gesamte Jahr über kontinuierlich gute Leistungen gezeigt haben, gibt es auch noch eine ganze Reihe anderer, die in den letzten Wochen heiß sind und für einen Sieg auf dem Traditionsplatz in Valderrama, einem Par 71 mit 6.389 Metern, in Frage kommen.
Hier ist natürlich ganz am Anfang Sergio Garcia zu erwähnen, der nach seinem Sieg in der letzten Woche beim Castello Masters wieder einmal seine Favoritenrolle unterstrichen hat. Auch für mich ist er hier ganz klarer Favorit. Was Garcia in dieser Saison gezeigt hat, verdient das Prädikat weltklasse und allerhöchsten Respekt. Als Dritter beendete er den amerikanischen FedEx Cup und feierte einen tollen Sieg beim Players Championship in Florida im Mai. Weitere gute Ergebnisse, vor allem der zweite Platz beim zweiten Playoff Turnier, ließen ihm sogar noch die Chance, den FedEx Cup zu gewinnen. Allerdings musste er sich dann dem sehr starken Vijay Singh und Camilo Villegas geschlagen geben. Garcia's Leistung in der letzten Woche hat mich sehr beeindruckt und verspricht ein weiteres gutes Turnier in dieser Woche. Trotzdem werde ich die 6.6 auf Sieg nicht anrühren, da sich schlichtweg zu viele gute Spieler auf einem Fleck befinden und jeder das Turnier gewinnen kann.
Immer wieder gut ist ein Tipp auf Ross Fisher. Zumindest in den letzten vier Turnieren, die er allesamt unter den Top10, drei davon sogar unter den Top3 beendete. Jüngst beim Portugal Masters, als er mit Siegchancen ins Wochenende ging und dann leider nur der dritte Rang für ihn blieb. Fisher gibt es derzeit zu einer Quote von 20.
Weitere gute Alternativen sind: Justin Rose @30 Rose konnte letztes Jahr das Volvo Masters an dieser Stelle gewinnen und damit auch die Order of Merit. Er könnte er erste und einzige Spieler werden, der hier seinen Titel verteidigen kann (einzig deshalb, da das Turnier dieses Jahr zum letzten Mal ausgetragen wird. Ab der nächsten Saison wird die Order of Merit durch den „Race to Dubai" ersetzt und das Weltfinale findet in der Wüstenmetropole statt). Ebenfalls interessant ist Paul Casey ebenfalls @30 Mit einer weiteren Top10 Platzierung letzte Woche unterstrich er einmal mehr seine Stärke. Zehn von 14 Turnieren beendete er unter den Top15.
Aus deutscher Sicht am Start ist nur Martin Kaymer, der in diesem Jahr zwei Titel auf der Tour feiern konnte. Ein tolles Jahr geht für Kaymer zu Ende mit vielen (golferischen) Höhepunkten und es wäre fantastisch, wenn er beim Abschlussturnier noch einmal ein gutes Ergebnis abliefern könnte. Allerdings glaube ich nicht daran, dass er hier etwas mit dem Sieg zu tun haben wird.
