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PGA Championship, 7. bis 10. August

Noch mehr Sport RSS / Timm Goeller / 07 August 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus

Nun dauert es nicht mehr lange, bis die Playoffs für den FedEx Cup und somit die große Jagd auf die unglaublichen $10 Millionen, die dessen Sieger bekommt, beginnt.
Das letzte große Event vor den Playoffs steht in dieser Woche (7.-10- August) auf dem Programm und es ist kein geringeres als das vierte und letzte Major für das Jahr 2008, die PGA Championship.
Gespielt wird der sogenannte „Glory's last shot" in diesem Jahr im renommierten Oakland Hills Country Club in Bloomfield Hills, Michigan.
Anders als in der letzten Woche beim WGC treten bei den Majors 156 Teilnehmer an.
Insofern wird das Turnier über ein Zählspiel von vier Runden ausgetragen mit einem Cut nach zwei Runden. Dann dürfen nur noch die 60 Besten und die, die innerhalb von zehn Schlägen zur Führung liegen, das Wochenende bestreiten.
Sollte es zu einem Stechen kommen, wird dies erst über drei Löcher (16, 17, 18) ausgetragen, gibt es dann immer noch keine Entscheidung, geht es auf den Bahnen 10 und 18 weiter.
Zu gewinnen gibt es ein Gesamtpreisgeld in Höhe von $7 Millionen. Den Siegerscheck von über $1,25 Million durfte im letzten Jahr Tiger Woods entgegennehmen, der seinen Titel diese Woche leider nicht verteidigen kann.

Geschichte
Die erste PGA Championship wurde 1916 in New York ausgetragen. Der Gewinner, der englische Golfprofi Jim Barnes, gewann 500$ und die sogenannte Wanamaker-Trophy, den Pokal, den es schon seit Bestehen des Turniers für den Sieger gibt.
Bis zum Jahr 1958 wurde das Turnier traditionell als Matchplay ausgetragen, bevor die Verantwortlichen Druck ausübten und das Format denen der anderen Majors angepasst wurde und seitdem auch die PGA Championship als Zählspiel ausgetragen wird.
Traditionell wird die PGA Championship immer Mitte August ausgetragen 2-3 Wochen nach der British Open.
Der Turnierrekord stammt von Tiger Woods aus dem Jahr 2006. Mit 18 unter Par nach vier Runden konnte er sich überlegen im Medinah Country Club durchsetzen und spielte das beste Ergebnis, was jemals bei einem Majorturnier erzielt werden konnte.

Platz
Für dieses hochkarätige Turnier könnte es kaum einen besseren Platz geben als den Oakland Hills Country Club in Michigan.
Mit 7.395 Yards bei Par 70 zählt der South Course von Oakland Hills zwar nicht zu den längsten Plätzen. Doch gilt er als einer der schwierigsten Plätze der gesamten USA.
Knackpunkt und entscheidende Rolle werden auch in dieser Woche wieder die Grüns sein, die man sonst nirgends auf der Tour findet. Wahnsinnig onduliert, riesengroß und ultraschnell heißen die angsteinflößenden Prädikate, mit denen man diese Monstergrüns beschreiben kann.
Den Spielern und Caddies wird hier alles abverlangt und es kam nicht selten vor, dass entscheidende (auch kurze) Putts völlig falsch gelesen wurden und ein Desaster mit sich zogen.
Al Watrous, ein amerikanischer Pro der 1970er Jahre sagte einmal, dass das Spiel in Oakland Hills dann neu beginnt, sobald man das Grün erreicht hat.
Um den Platz noch schwerer zu machen, wurden Bunker hinzugefügt und Tees nach hinten versetzt.
Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass das Ergebnis des Siegers in dieser Woche noch höher sein wird als der Siegesscore von eins über Par von Tiger Woods bei der US Open im Juni.
Jeder, der auf diesem Kurs annähernd eine 70 oder besser hinbekommt, kann mächtig stolz auf sich sein!
Highlight und immer wieder voller Spannung sind die beiden letzten Löcher des Platzes.
Wer hier mit einem komfortablen Vorsprung ankommt, hat noch lange nicht gewonnen! Das 238 Yards lange 17. Loch (Par 3) und das fast 500 Yards lange 18. stellen eine der größten Herausforderungen der PGA Tour dar und gelten als zwei der schwierigsten Schlusslöcher der Tour.
Etliche Male wurden im Oakland Hills CC bereits die US Open und die PGA Championship ausgetragen. Letztes großes Event war 2004 der Ryder Cup, in dem sich Europa deutlich gegen die amerikanische Auswahl durchsetzen konnte.

TeilnehmerfeldÄhnlich wie in der letzten Woche werden auch diese Woche wieder fast alle Stars der Golfszene mit von der Partie sein.
Mit Ausnahme von Tiger Woods und Luke Donald sind alle Übrigen der Top50 der Weltrangliste vertreten. Hinzu kommen noch Sieger der PGA-, European- und Japan Tour der letzten Wochen und Spieler, die sich anderweitig qualifizieren konnten.
Aus deutscher Sicht können wir uns auf zwei Spieler freuen. Neben der automatischen Qualifikation von Martin Kaymer über seine sehr gute Weltranglistenplatzierung (39.) konnte sich auch noch Alex Cejka durch gute Turnierergebnisse in den letzten Wochen für das letzte Major qualifizieren.
Als Topfavoriten werden wie schon letzte Woche auch wieder Phil Mickelson, Vijay Singh, Sergio Garcia oder auch Lee Westwood gehandelt. Bei den Online-Wetten wird Mickelson aktuell bei 11.5 gehandelt, die übrigen „Verfolger" zwischen Quoten von 21 und 26.
Tatsächlich sehe auch ich bei Mickelson hier sehr gute Chancen auf seinen vierten Majortitel.
Die langjährige Nummer zwei der Welt konnte in diesem Jahr bislang zwei Siege einfahren und sah auch beim hochdotierten Bridgestone Invitational vergangene Woche fast wie der sichere Sieger aus, ehe er mit drei Bogeys auf den letzten vier Löchern die Führung an Vijay Singh abgeben musste und am Ende nur geteilter Zweiter wurde.
Diesen Rang teilte er sich unter anderem mit Lee Westwood, dem Führenden der European Order of Merit. Westwood spielt in den letzten Wochen fantastisches Golf und entging schon bei der US Open nur haarscharf einem Stechen mit Woods und Mediate. Folglich wurde er Dritter. Seine sehr gute Form konnte er beim Bridgestone Invitational erneut unter Beweis stellen, konnte er doch einen zwischenzeitlichen Rückstand von fünf Schlägen während der Finalrunde noch einholen und sogar kurzzeitig die Führung übernehmen. Am Ende reichte es für den sympatischen Engländer leider wieder nicht und er musste sich mit einem Schlag Rückstand knapp Vijay Singh geschlagen geben.
Dieser beweist derzeit, dass er mit seinen 45 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört und bei jedem Turnier um den Sieg mitspielen kann. Durch seinen Sieg konnte Singh sich wieder auf Rang vier in der Weltrangliste und Rang sechs im FedEx Cup zurückkämpfen, was ihm wieder einmal Auftrieb verschafft.
Seine Chancen sehe ich von den Topfavoriten jedoch am geringsten, da er aktuell nicht in der Lage ist, sein Spiel auf den Grüns zu beherrschen. Er puttet derzeit zu schlecht und hat seinen Sieg beim Bridgestone Invitational einzig dem Unvermögen und Pech seiner Kontrahenten zu verdanken. Solche Putts, wie Singh in der sonntäglichen Finalrunde abgeliefert hat, werden im Normalfall bitterböse bestraft.
Dann wäre da noch der Spanier Sergio Garcia. Von ihm halte ich viel und es gibt ein großes Potenzial in ihm. Mit dem Sieg bei der Players Championship, dem inoffiziellen fünften Major, hat er unter Beweis gestellt, dass er bereit ist für die großen Einzelsiege.
Der Platz kommt seinem Spiel sehr entgegen, wodurch er einen Vorteil auf den Großteil des Feldes haben wird.
Trotz dass die letzten Wochen nicht wie gewünscht für Garcia liefen; bei den großen Majorturnieren konnte er immer auftrumpfen und gute Ergebnisse einfahren. Meiner Meinung nach hat er eine große Chance auf seinen ersten Majortitel und ist deshalb bei einer Quote von 26 definitiv einen Tipp wert.

Ehemalige Sieger
Erstaunlich ist, dass dieses Turnier seit Bestehen von den Amerikanern dominiert wird.
In den letzten 50 Jahren (seit das Turnier im gängigen Format ausgetragen wird) konnte nur sechs nicht-Amerikaner die PGA Championship gewinnen und nur ein einziger (Vijay Singh) in den letzten 12 Jahren. Singh konnte allerdings zweimal triumphieren (1998 und 2004).
Am häufigsten konnten die Legenden Walter Hagen und Jack Nicklaus gewinnen. Mit jeweils fünf Siegen führen sie die Rangliste an vor Tiger Woods, der im Jahr 2000 als erster Spieler überhaupt seinen Titel verteidigen konnte. 2007 gelang ihm dies noch einmal, was ihm insgesamt vier Siege einbringt.
Mitfavorit Phil Mickelson konnte bereits auch einmal gewinnen (2005 im Baltusrol Golf Club).

Freuen wir uns auf das letzte große Highlight vor den Playoff-Turnieren!
Die PGA Championship wird wie gewöhnlich die Zuschauer in den USA in ihren Bann ziehen und diese werden alles dafür tun, dass wieder einmal ein Einheimischer gewinnt.
Ich sehe jedoch sehr gute Chancen auf einen europäischen Sieg von Sergio Garcia oder Lee Westwood.
Nicht nur, dass sie sich in guter Form befinden und so langsam mal „dran" wären; sie waren es, die das europäische Ryder Cup Team 2004 in Oakland Hills zum Sieg geführt haben.
Mit jeweils 4,5 von möglichen 5 Punkten machten sie alleine fast die Hälfte der 18,5 Punkte, mit denen das Team Europa unter der Führung von Bernhard Langer die Amerikaner untergehen ließ.
Garcia gelang hier sogar ein spektakulärer Sieg im Einzel Matchplay gegen Phil Mickelson!
Neben diesen beiden könnte eventuell auch Padraig Harrington, frisch gebackener British Open Sieger und bester Europäer in der Weltrangliste, ein Wörtchen mitreden, was die Chancen auf einen europäischen Sieg noch etwas steigen lässt.

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