Omega Mission Hills World Cup
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/ Timm Goeller / 25 November 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
In dieser Woche steht mit dem Omega Mission Hills World Cup nochmal ein richtiges Highlight an.
Es handelt sich hierbei nicht um ein „normales" Turnier, sondern um die Weltmeisterschaft der Vierer; es ist also kein Einzelturnier.
Seit 1953 existiert diese Vierer-WM der Nationen bereits. Damals wurde sie von John Jay Hopkins als „Canada Cup" gegründet, ehe seit 1967 die Bezeichnung World Cup verwendet wird.
Vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2006 war der World Cup sogar eines von vier Turnieren der World Golf Championship Serie, einer Turnierreihe, die für das höchste Preisgeld und die besten Teilnehmerfelder der Tour bekannt ist. In diesen Jahren war das Turnier für jeden Profi lukrativ und sehr beliebt im Turnierkalender. Wenn man sich die Siegerliste anschaut, lässt sich unschwer erkennen, was für Topspieler in dieser Zeit gewinnen konnten. Paare wie z.B. Ernie Els und Retief Goosen oder auch David Duval mit Tiger Woods konnten den World Cup für sich entscheiden.
Leider zählt das Turnier seit 2007 nicht mehr zu den offiziellen Geldranglisten der European bzw. der PGA Tour und hat deshalb an Beliebtheit verloren.
Viele Länder stellen daher zwei Spieler auf, die nicht unbedingt gerade die besten Vertreter ihres Landes sind, aber denen durch den World Cup eine Chance gegeben wird, den Durchbruch zu schaffen und auf sich aufmerksam zu machen.
Gespielt wird ein Zählspiel über vier Runden; nicht aber im Einzelmodus, sondern abwechselnd als „Foursomes" und „Fourballs".
Beim Foursome ist nur ein Ball pro Team im Spiel. Es wird abwechselnd geschlagen und es zählt ausschließlich dieser eine Score.
Beim Fourball hingegen spielt jeder Spieler seinen eigenen Ball (es sind also zwei Bälle im Spiel) und das bessere Ergebnis eines jeden Loches geht in die Wertung ein.
Um die $5 Millionen Preisgeld spielen in dieser Woche 28 Teams. Das Siegerteam erhält $1,6 Millionen.
Titelverteidiger in diesem Jahr werden die Schotten sein. 2007 war Colin Montgomerie mit Marc Warren erfolgreich. In diesem Jahr geht Monty mit Alastair Forsyth ins Rennen.
Der Favoritenkreis hält sich in Grenzen:
Wenn man nach den Quoten bei Betfair geht, werden zwei Teams den Sieg unter sich ausmachen, und zwar die Schweden und die Engländer. Jedoch konnte man in der Vergangenheit sehr oft beobachten, dass vermeintliche Außenseiter triumphieren konnten.
Topfavorit sind die Schweden, die mit Robert Karlsson und Henrik Stenson an den Start gehen.
Robert Karlsson konnte die europäische Order of Merit mehr als deutlich für sich entscheiden und spielte eine traumhafte Saison. Mit sieben Ergebnissen unter den Top3 und vielen weiteren Top10 Platzierungen erspielte Karlsson über 2,7 Millionen Euro Preisgeld. Von den letzten fünf Turnieren, die er bestritt, gewann er zwei, wurde einmal Dritter und landete jeweils einmal auf dem 14. und 32. Rang.
Stenson beendete die Saison 2008 auf dem siebten Rang in der Order of Merit. Er spielte knappe 1,8 Millionen Euro ein. Leider blieb er in diesem Jahr sieglos, jedoch hat er sechs Platzierungen unter den Top4 auf dem Konto, darunter ein dritter Platz bei der British Open und ein vierter beim PGA Championship, beides wichtige Major-Turniere. Auch in der vor zwei Wochen begonnenen Saison 2009 konnte er schon gut spielen. Beim HSBC Champions in Asian wurde er nämlich geteilter Fünfter.
Karlsson liegt in der Weltrangliste auf Rang sechs, Stenson auf Rang elf. Damit sind sie definitiv das stärkste Team und die Favoritenquote von 5,2 bei Betfair ist somit auch gerechtfertigt.
Dichte Verfolger sind allerdings die Engländer, die mit einem nicht viel weniger guten Team an den Start gehen. Für England spielen in dieser Woche Ross Fisher und Ian Poulter.
Fisher spielte eine absolute Topsaison 2008. Er wurde am Ende sechster der Order of Merit mit über 1,8 Millionen Euro Preisgeld. Entscheidend dafür war neben dem zweiten Platz im Januar hauptsächlich die zweite Jahreshälfte. „The European Open", eines der größten und wichtigsten Turniere der European Tour, konnte er mit einem fantastischen Ergebnis von 20 unter Par nach vier Runden gewinnen. Hinzu kommt, dass er ab dem Johnny Walker Championship im September bis zum Ende der Saison keine schlechtere Platzierung als einen elften Rang vorzuweisen hat. Darunter unter anderem ein zweiter und zwei dritte Ränge bei hochkarätigen Turnieren. Das HSBC Champions vor drei Wochen beendete er auf dem 43. Rang.
Weniger erfolgreich verlief die Saison für Fisher's Spielpartner Ian Poulter.
Er blieb im Preisgeld in der vergangenen Saison unter 1 Millionen Euro und wurde nur 19. der Order of Merit. Ein paar Turniere spielte er noch auf der PGA Tour, aber auch dort wurde er nur 112. im FedEx Cup.
Der einzige Durchbruch in dieser Saison von Poulter war definitiv der Ryder Cup, bei dem er der einzige gute Europäer war. Vier von möglichen fünf Punkten konnte Poulter, der nur aufgrund einer Wildcard überhaupt beim prestigeträchtigsten Turnier der letzten zwei Jahre dabei war, einfahren und sich damit aus einer Minikrise spielen.
Auch er spielte beim HSBC mit und wurde 14. Poulter liegt in der Weltrangliste auf Rang 24, Ross Fisher auf 33.
Derzeit bekommt man für das englische Duo eine Quote 5,5 und sie liegen deshalb nur knapp hinter den Schweden.
Ebenfalls ein Wörtchen mitreden werden sicherlich die Iren, die mit Graeme McDowell und Paul McGinley an den Start gehen.
McDowell spielte ebenso wie Fisher ein top Jahr auf der European Tour. Mit knappen 1,9 Millionen Euro wurde er fünfter der Order of Merit. Zweimal war er dabei siegreich. Außerdem konnte er acht Top10 Platzierungen erzielen. Auch in diesem Jahr liegt McDowell bereits gut im Rennen. Beim HSBC wurde er 16. und in der letzten Woche konnte er in Hong Kong 11. werden.
McGinley spielte nicht so eine gute Saison und wurde nur 26. am Jahresende. Viel mehr als einen zweiten und einen dritten Platz hatte er in der abgelaufenen Saison nicht zu bieten. Auch bei seinem ersten Turnier für 2009 lief es noch nicht wirklich rund. Er wurde nur 53. in Hong Kong bei einem verhältnismäßig schwachen Teilnehmerfeld.
Warum als Spielpartner von McDowell nicht der junge Rory McIlroy gewählt wurde, ist mir ein Rätsel. Diese beiden in einer Kombination wären für mich absolute Topfavoriten, allerdings sehe ich bei dieser Konstellation McDowell/McGinley den letzteren als das schwache Glied an.
Desweiteren werden unter anderem folgende Paare an den Start gehen:
Für Dänemark Soren Hansen/Anders Hansen
Für Indien Jeev Milkha Singh/Jyoti Randhawa
Für Italien die Brüder Edoardo und Francesco Molinari
Für Südafrika Rory Sabbatini/Richard Sterne
und für Deutschland Martin Kaymer mit Alex Cejka.
Für die Deutschen sehe ich leider keine Chance, auch wenn Martin Kaymer eine tolle Saison mit zwei Siegen spielte und die Order Of Merit auf Rang acht abschloss.
Hier wird der springende Punkt leider die langwierige Verletzung von Alex Cejka sein, der deshalb auf der PGA Tour mehrere Wochen pausieren musste. Die Turniere, die er nach seiner Handgelenksverletzung absolvierte, endeten alle nicht sonderlich gut. Jüngst wurde er bei einem Turnier in Asien sogar Vorletzer.
Nichtsdestotrotz ist Deutschland was den World Cup angeht eines der erfolgreichsten Länder der Welt. Zweimal konnte man gewinnen. 1990 schaffte dies Bernhard Langer zusammen mit Thomas Giedeon und erst 2006 folgte der zweite und letzte Sieg. Bernhard Langer war ebenfalls beteiligt, sein Spielpartner hieß Marcel Siem.
