Golf: RBC Canadian Open
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/ Timm Goeller / 24 Juli 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus
Zum dritten Mal in dieser Saison wandert die PGA Tour nun ins Ausland.
Nach den beiden Auftaktturnieren auf Hawaii findet in dieser Woche die RBC Canadian Open in Oakville, Ontario, Kanada statt.
Vom 24.-27. Juli sind die Professionals zu Gast im Glen Abbey Golf Club, um die zu vergebenen $5 Millionen über ein Zählspiel von vier Runden auszuspielen.
Als zweifacher Titelverteidiger geht in dieser Woche Jim Furyk an den Start, der alles daran setzen wird, hier seinen dritten Sieg in Folge und seinen ersten Toursieg 2008 zu feiern. Im letzten Jahr konnte er sich aufgrund einer brillanten Schlussrunde von sieben unter Par noch mit einem Schlag vor Vijay Singh durchsetzen, im Jahr davor gewann er ebenfalls mit einem Schlag Vorsprung vor Bart Bryant und nahm jeweils eine Siegprämie von $900.000 mit nach Hause.
Geschichte:
Die RBC Canadian Open wurden ursprünglich als Canadian Open im Jahr 1904 gegründet.
1994 wurde das Turnier umbenannt in Bell Canadian Open und seit dem Jahr 2006 übernahm RBC das Hauptsponsoring.
Trotz des verhältnismäßig geringem Preisgeldes und zählt das Turnier zu den wichtigsten und traditionellsten des gesamten Jahres.
Es ist das zweitälteste Turnier der PGA Tour und das drittälteste Turnier weltweit. Einzig die U.S. Open und die British Open existieren bereits länger.
Diese drei Turniere ergeben die sogenannte Triple Crown und zählen als Verbund zu den wichtigsten Turnieren weltweit. Erst zwei Spielern ist es jemals gelungen, alle drei Titel in einem einzigen Jahr für sich zu entscheiden. Hohes Ansehen in der Golfwelt genießen dadurch Lee Trevino seit 1971 und Tiger Woods seit dem Jahr 2000.
Letzterer stellte bei seinem bislang einzigen Sieg dieses Turniers den Turnierrekord von sensationellen 22 unter Par in vier gespielten Runden auf.
Das Turnier wurde von September auf Juli verlegt, da es im September bei den Topstars leider keinen Zuspruch fand, weil gerade alle Major-Turniere gelaufen waren und viele Spieler erschöpft waren. Um den Status dieses besonderen Turniers wieder herzustellen, fand man einen Termin im Juli.
Platz:
Der Glen Abbey Golf Course wurde im Jahr 1976 designed und gebaut vom legendären Jack Nicklaus.
Er gilt als einer der besten Plätze Kanadas.
Die Royal Canadian Golf Association und die Canadian Golf Hall of Fame haben ihrem Hauptsitz in diesem Club.
Ein Jahr nach Eröffnung fand hier zum ersten von bisher 23 Mal die Canadian Open statt. Es steht jetzt schon fest, dass Glen Abbey auch im nächsten Jahr wieder der Austragungsort sein wird.
Der Platz ist ein Par 71 mit einer Länge von 7.222 Yards
Bekannt geworden ist der er hauptsächlich durch Tiger Woods. Seit seinem zweiten Schlag am 18. Loch in der Finalrunde 2000, der als einer der besten Schläge seiner Karriere und der PGA Tour Geschichte gilt, ist dieser Kurs und vor allem das fantastische 18. Loch bekannt geworden.
Woods lag schlaggleich mit Grant Waite und im Bunker rechts neben dem Fairway. Von dort aus schlus er ein Eisen 6 aus 218 Yards über ein riesiges Wasserhindernis sechs Meter an die Fahne, lochte den Putt ein und konnte dadurch die Triple Crown für sich entscheiden.
Spektakulär verlaufen die Spielbahnen von Glen Abbey zwischen Creeks, über Schluchten und mit unheimlichen Höhenunterschieden.
Teilnehmerfeld:
Topfavorit in dieser Woche wird der zweimalige Sieger Jim Furyk sein. Mit seinen Siegen in den vergangenen beiden Jahren konnte er zeigen, dass ihm das Turnier und der Platz sehr gut liegen.
Furyk hat in dieser Saison noch keinen Turniersieg landen können, kommt aber immer besser in Form. Jüngste Erfolge sind ein dritter Platz vor zwei Wochen beim AT&T National und ein sensationeller fünfter Rang bei der British Open in der vergangenen Woche.
Aktuell liegt Furyk auf dem 13. Rang im FedEx Cup.
Newcomer und schon als möglicher Tiger Woods-Nachfolger gehandelt wird der Amerikaner Anthony Kim, der in dieser Saison schon zweimal auf der PGA Tour triumphieren konnte. Seine letzten beiden Wochen sind noch stärker als die des Jim Furyk. Das AT&T National konnte er gewinnen und bei der British Open wurde er siebter. Mit knappen $3.5 Millionen liegt Kim momentan auf dem fünften Platz im FedEx Cup und hat noch gute Chancen auf den Gesamtsieg, wenn er so weiterspielt wie in den vergangenen Wochen.
Zum erweiterten Favoritenkreis zählen die beiden Kanadier Stephen Ames und Mike Weir sowie der Südafrikaner Retief Goosen, der über drei Runden Chancen hatte, die British Open zu gewinnen, in der letzten Runde jedoch kläglich versagte und somit am Ende nur 32. Wurde.
Weiterhin gute Chancen sehe ich für den jungen Kolumbianer Camilo Villegas. Er spielt in den letzten Wochen konstant gutes Golf und konnte sich ebenfalls sehr gut auf die widrigen Bedingungen in Royal Birkdale letzte Woche einstellen. Er beendete die British Open als 36. Hinzu kommt noch ein guter dritter Rang von Ende Mai und ein Neunter bei den U.S. Open.
Als erneut einziger Deutscher am Start ist Alex Cejka. In den letzten Wochen spielte er gutes Golf und konnte ein paar ganz gute Ergebnisse erzielen. Die Tourkarte für 2009 dürfte ihm mit fast $900.000 an Preisgeld und dem 76. Rang im FedEx Cup schon fast sicher sein. Trotzdem möchte Cejka natürlich noch mehr als seine bisherigen vier Top10-Platzierungen erreichen.
Ehemalige Sieger:
Fast jede Golfgröße konnte die Canadian Open bereits gewinnen. Nur ein einziger nicht: die Rede ist von Jack Nicklaus. Kaum zu glauben, dass er auf dem von ihm entworfenen Platz noch nie triumphieren konnte. Jedoch wurde er ganze sieben Mal Zweiter.
Walter Hagen, Sam Snead, Arnold Palmer oder auch Byron Nelson gehören zu den prominentesten Siegern in der Geschichte.
Greg Norman, Mark O'Meara, Vijay Singh und Tiger Woods sind die wichtigsten Sieger der „Neuzeit", wobei Greg Norman mit Jim Furyk der einzige ist, der in Kanada zweimal gewinnen konnte.
Leo Diegel gelangen zwischen 1924 und 1929 vier Siege, was ihm zum alleinigen Rekordhalter macht.
Hervorzuheben ist auch der Sieg des kanadischen Linkshänders Mike Weir, der im Jahr 2004 gewinnen konnte. Dies war der erste Sieg eines Landsmannes seit genau 50 Jahren. Zuvor gelang dies Pat Fletcher im Jahr 1954.
Ich bin gespannt, ob Jim Furyk, der immer besser in Form kommt, hier zum dritten Mal am Stück gewinnen kann.
Ich würde es ihm sehr wünschen und die Performance in den letzten Wochen hat deutlich gezeigt, dass dies definitiv möglich ist.
Härtester Konkurrent wird wahrscheinlich Anthony Kim sein. Der junge Amerikaner asiatischer Abstammung läuft derzeit wirklich heiß! Es wird nicht mehr lange dauern, bis er sich an der Weltspitze etabliert hat. In seiner erst zweiten Saison als Profi findet er sich bereits auf Position 14 in der Weltrangliste wieder.
Ich erwarte hier in dieser Woche ein spannendes Turnier, bei dem sich die Favoriten Furyk, Kim und Villegas um den Sieg streiten werden.
Hoffentlich klappt es für Cejka wieder mit einem geschafften Cut, denn er hat immer wieder gezeigt, dass bei ihm am Wochenende alles drin ist und er sich immer noch weiter nach vorne spielen kann.