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Alfred Dunhill Links Championship

Noch mehr Sport RSS / Timm Goeller / 03 Oktober 2008 / Kommentar schreiben Wettbonus

In dieser Woche ist wieder einmal die European Tour interessanter als die PGA Tour.
Nach dem der FedEx Cup und der damit verbundene Trubel in den USA jetzt vorbei ist und die „fall series" beginnt, kommen erst einmal ein paar nicht ganz so spektakuläre Turniere.
Anders geht es in Europa zu, wo vom 2. - 5. Oktober mit der Alfred Dunhill Links Championship ein sehr großes und beliebtes Turnier ausgetragen wird.
Der Spielmodus ist etwas anders als man es von herkömmlichen Turnieren kennt. Insgesamt gehen hier 168 Professionals und 168 Amateure an den Start. Das Turnier ist ein sogenanntes Pro-Am.
Es wird in Zweierteams gespielt. Ein Pro und ein Amateur werden jeweils zusammengelost.
Gespielt wird ein Zählspiel über vier Runden auf insgesamt drei verschiedenen Plätzen. Jedes Team spielt in den ersten drei Runden jeweils auf einem der Plätze in St. Andrews, Kingbarnes und Carnoustie (alle in Schottland). Nach der dritten Runde gibt es einen Cut und es dürfen nur noch die 60 besten Teams die Finalrunde auf dem legendären Old Course in St. Andrews, wo vor mehr als 250 Jahren der Golfsport seinen Ursprung fand, bestreiten.
Die Einzelwertung der Professionals und damit verbundenen 550.000 Euro Preisgeld gewann im letzten Jahr der Engländer Nick Dougherty.

Plätze:
Mit den drei Plätzen Kingbarnes, Carnoustie und St. Andrews hat man für dieses Turnier meiner Meinung nach die drei besten Plätze ausgewählt, die Großbritannien zu bieten hat. Allesamt zählen die Linksplätze zu den besten in Europa und sind jedem Golfer ein Begriff.
Zwischen 6.500 und 6.800 Metern messen sie und gehören dadurch jeweils bei Par 72 zu der längeren Sorte.
Jeder der Plätze war schon mehrmals Gastgeber der British Open und einer ist schwerer zu spielen als der andere.

Teilnehmerfeld:
In dieser Woche sind fast alle Spitzenspieler der European sowie einige der PGA Tour am Start.
Als Favorit anhand der Quoten von Betfair geht der Südafrikaner Ernie Els ins Rennen. Els spielte bisher eine mäßige Saison und konnte nicht wirklich viele gute Ergebnisse erzielen. Ganz am Anfang der Saison konnte er zwar die Honda Classic gewinnen, danach verpasste er aber reihenweise Cuts, unter anderem beim Masters. Dank der drei letzten Wochen konnte Ernie Els jedoch noch einmal einen gewaltigen Sprung im FedEx Cup machen und die Gesamtwertung als 13. beenden. Seine letzten Ergebnisse waren ein dritter, ein 17. und ein sechster Rang in den Playoffs. Derzeit wird er bei Betfair mit einer Quote von 14 gehandelt, die ich jedoch deutlich zu niedrig finde, da ich Els hier nicht als Favoriten sehe.
Ebenso bin ich nicht von der Leistung eines Padraig Harrington, der auch zum Favoritenkreis gehört und derzeit mit 14.5 quotiert wird, überzeugt.
Harrington spielte einen ganz schwachen Ryder Cup, obwohl er als einer der Topfavoriten für die Europäer galt. Auch im FedEx Cup, bei dem er sich durch seine beiden Majortitel (British Open und PGA Championship) sehr weit nach vorne schob, schied er nach dem dritten Turnier und zwei verpassten Cuts hintereinander aus, da er nicht mehr zu den Top30 gehörte. Er beendet die Gesamtwertung auf dem 50. Rang. Allerdings hat Harrington noch Chancen, die europäische Geldrangliste (Order of Merit) für sich zu entscheiden. Durch die beiden Siege konnte er viel Geld gewinnen und führt diese Rangliste derzeit an.
Es dürfte jedoch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis er auch dort verdrängt wird. Lee Westwood heißt der Mann, der ihm dort das Leben am schwersten machen kann. Er liegt nur noch einige tausend Euro hinter Harrington und hat sich wohl besser von der Ryder Cup Niederlage erholt als der Ire. In der letzten Woche konnte Westwood beim British Masters at The Belfry's einen zweiten Platz erzielen und musste sich nur dem Spanier Gonzalo Fernandez-Castano in einem Playoff geschlagen geben. Westwood spielt eine tolle Saison, konnte schon über 2 Millionen Euro verdienen und ist für mich in dieser Woche der Favorit. Eine Quote von 19 finde ich nach der Leistung in der letzten Woche zu hoch und im Vergleich zu einem Els oder Harrington überhaupt nicht gerechtfertigt.
Weitere Spieler, die das Zeug dazu haben, hier um den Sieg mitzuspielen, sind unter anderem Justin Rose, der neben Ian Poulter bester Europäer im Ryder Cup war, die beiden Schweden Robert Karlsson und Henrik Stenson, ebenfalls beide mit guter Saison (Karlsson konnte vor zwei Wochen auf deutschem Boden gewinnen), der Spanier Miguel Angel Jimenez, der sogar auch noch Chancen auf den Sieg der Order of Merit hat oder auch die Engländer Paul Casey und Ross Fisher, allesamt Ryder Cup Spieler.
Einziger deutscher Teilnehmer im Feld ist wieder einmal Martin Kaymer.
Kaymer verpasste den Sprung ins Ryder Cup Team nur denkbar knapp und wurde von Kapitän Nick Faldo als elfter in der Rangliste als Zuschauer eingeladen. Ich denke, dass ihm dies dennoch viel geholfen hat und er durchaus motiviert ist, das Sahnehäubchen auf die ohnehin sensationelle Saison mit zwei Turniersiegen und einem zweiten Platz zu setzen. Weiterhin finde ich, dass man Kaymer als 43. der Welt auch in dieser Woche durchaus zu den Favoriten zählen darf und einen Außenseiter Tipp mit Quote 50 riskieren kann.

Die Jagd um das Geld und um die beste Ausgangssituation im „Race to Dubai", dem Weltfinale der European Tour im November, geht in eine neue und entscheidende Runde, denn in dieser Woche gibt es eine Menge an Preisgeld zu gewinnen.
Kann Harrington seine Führung in der Order of Merit behaupten oder sogar ausbauen? Wird Kaymer eine weitere klasse Platzierung erlangen können? Am Sonntag Abend wissen wir mehr.

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