Woods nimmt seinen 15. Major-Titel ins Visier
Golf
/ Timm Goeller / 14 Juli 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus

Von seinen bisher 14 Major-Siegen konnte Tiger Woods dreimal „The Open" gewinnen. 2000 und 2005 in St. Andrews und 2006 in Royal Liverpool. Bei seinen bisherigen elf Teilnahmen als Profi seit 1997 (Ausnahme 2008 verletzungsbedingt) schaffte Woods sieben Top10 Platzierungen und beendete das Turnier nie schlechter als auf Rang 28 (2002). Somit zählt er zu einem der erfolgreichsten Spieler der Open-Geschichte.
Nachdem der Tiger auch in seinem Comeback-Jahr 2009 bereits drei Turniere gewinnen konnte, in keinem seiner acht Zählspielstarts die Top10 verpasste und den FedEx-Cup der PGA-Tour anführt, dürfte langsam allen klar sein, dass er kein bisschen mehr an der langen Verletzungspause zu nagen hat und vollständig und vielleicht besser denn je zurückgekehrt ist.
Die größte Verbesserung nach der Pause dürfte wohl seine Präzision mit dem Driver sein. Er trifft bei weitem mehr Fairways als früher, was auf den windanfälligen, schweren Open-Plätzen das „A und O" ist. Generell in die Vergangenheit blickend kann man sagen, dass Tiger die Turniere gewann, bei denen er die Drives auf der Bahn hielt und in nicht zu große Schwierigkeiten geriet.
Ein weiterer Punkt, der für Woods spricht, sind die schwächelnden Verfolger. Mit Mickelson, der dauerhaften Nummer Zwei der Welt, fehlt einer der besten Spieler und ärgsten Konkurrenten um den Titel. Der Sieger der beiden vergangenen Jahre, Padraig Harrington, zeigt sich derzeit völlig außer Form und konnte im gesamten Jahr noch nicht eine einzige Top10 Platzierung weltweit erspielen. Und auch Sergio Garcia, der meistens bei der Open zur Höchstform aufläuft, hinkt 2009 noch meilenweit hinterher.
Jedoch sind die Open Tiger's schwächstes Major über das letzte Jahrzehnt hinweg. Zwar sind drei Siege immer noch Weltklasse; es machte aber stets den Anschein, als tue er sich auf der Insel viel schwerer als bei den übrigen großen Turnieren in den USA.
Weiterhin spricht die große Überlegenheit und somit niedrige Quote schon fast wieder gegen ihn. Bei einem so großen Teilnehmerfeld mit vielen gleichwertigen Verfolgern kann es immer passieren, dass ein oder mehrere Spieler gute Tage und Wochen erwischen und überraschend vorne liegen. Hierbei spielt auch das Wetter, vor allem der Wind, eine große Rolle. Manche Spieler haben startzeitbedingt mehr oder weniger Glück; was Quotenveränderungen nach sich zieht, ohne dass andere Spieler einen Schlag ausgeführt haben.
Gerade bei einer solchen Dominanz und niedrigen Quote eignet es sich immer wieder, Woods vor dem Turnier zu layen. Da es selten vorkommt, dass Spieler Start-Ziel-Siege landen, sondern oftmals erst am dritten oder vierten Tag voll aufdrehen, verändern sich die Quoten währenddessen doch oft nach oben. Bei zwei seiner drei Siege in diesem Jahr konnte man Woods In-play zu zweistelligen Quoten kaufen; bei der US Open 2008 wurde er teilweise sogar um 80.0 gehandelt!
Meine Strategie wird also sein, den Tiger vor dem Turnier zu 3.7 zu layen; ich denke, dass man bereits während der ersten beiden Runden sehr gut ausgrünen kann.
