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MASTERS 2009

Golf RSS / Timm Goeller / 06 April 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus

Nun ist es endlich soweit - mit dem MASTERS findet das erste Major der Saison 2009 über das Osterwochenende vom 9. bis 12. April statt.
Das MASTERS ist das wohl größte, spektakulärste und prestigeträchtigste Turnier, was der Golfsport weltweit zu bieten hat und ist, anders als die drei übrigen Major-Turniere, ein reines Einladungsturnier. So dürfen immer nur die besten der Welt und Spieler, die sich durch andere Kriterien qualifizieren, an den Start gehen und um das Preisgeld in Höhe von $7 Millionen kämpfen. Einzigartig ist das lebenslange Spielrecht, sofern man das Turnier einmal gewinnen konnte.
Die Historie geht zurück bis ins Jahr 1934, in dem das erste MASTERS ausgetragen wurde. Sieger des schon damals und bis heute ununterbrochen auf dem Augusta National Golf Club in Augusta, Georgia ausgetragenen Turnieres war Horton Smith.

Der Augusta National Golf Club zählt zu den schwierigsten und schönsten Plätzen der Welt. In den vergangenen Jahren wurde er immer wieder etwas verlängert und verändert, um den Profis alles abzuverlangen. Die Ergebnisse sind die logische Konsequenz. In den letzten drei Jahren benötigen die Sieger jeweils um die 270 Schläge für die vier Runden, 2007 gewann Zach Johnson sogar nur mit einem Gesamtscore von eins über Par.
Mittlerweile sind die Ausbauarbeiten praktisch erschöpft, da alles Land, was zum Club gehört, bereits verbraucht wurde. Der Platz misst jetzt schon 7.445 Yards und ist somit nach Whistling Straits der zweitlängste Platz, der jemals bei einem Major bespielt wurde.

Anders als auf vielen anderen Plätzen gibt es in Augusta sehr viele Schlüssellöcher, an denen höchste Vorsicht geboten ist und schon das ein oder andere Turnier entschieden wurde.
Allen voran natürlich das berühmte Amen Corner, welches die Löcher 11 bis 13 umfasst, auf denen sich schon dramatische Szenen abspielten. Loch 11 ist eines der schwierigsten und längsten Par4-Löcher, die es auf der PGA Tour gibt und verlangt einen langen, präzisen Drive, um das Grün überhaupt mit zwei Schlägen zu erreichen. Es folgt wohl eines der berühmtesten drei Par3's dieser Welt, Loch 12. Zwar misst es nur 155 Yards, der Wind ist jedoch das eigentliche Problem, um das breite aber nicht sehr tiefe Grün anzuspielen. Jahr für Jahr sieht man immer wieder, wie die Bälle reihenweise in „Rae's Creek", dem Bach, der sich durch den Golfplatz schlängelt, oder in einem der drei gut platzierten Bunker verschwinden.
Zwar gab es an diesem Loch bereits drei „Holes in one" in der Geschichte, 1980 schaffte jedoch Tom Weiskopf das Phänomen, 13 Schläge zu benötigen, um den Ball im Loch unterzubringen.
Das Amen Corner wird durch ein Par 5, die 13 abgeschlossen. Hier stellt sich je nach Spielertyp und Schlaglänge die Frage, ob man es riskiert, mit dem zweiten Schlag das Grün anzugreifen, welches mehr oder weniger in den Bach übergeht und präzises Spiel verlangt.
Die Löcher 16-18 sind ebenfalls noch einmal unglaublich wichtig. Die 16 ist ein Par 3 und immer wieder mal für ein Hole in one gut, gerade in der Schlussrunde. Jeder Golffan wird sich an den „Jahrhundertschlag" von Tiger Woods zum Birdie erinnern, mit dem er an der 16 im Jahr 2005 das Masters zum vierten und bislang letzten Mal gewann.

Als Titelverteidiger geht in diesem Jahr der Südafrikaner Trevor Immelman an den Start. Immelman landete im Jahr 2008 einen Start-Ziel-Sieg, der fast nie in Gefahr schien. Mit grundsolidem Golf in allen vier Runden ließ er selbst dem am Ende zweitplatzierten Tiger Woods keine Chance und gewann mit drei Schlägen Vorsprung.

Der Favorit heißt auch in dieser Woche mal wieder Tiger Woods.
Nachdem er vor zwei Wochen bei seinem erst dritten Turnierstart nach der langwierigen Verletzung seinen ersten Sieg einfahren konnte, muss er für Augusta bei jedem erst recht auf der Rechnung stehen.
Woods Bilanz beim MASTERS ist einfach atemberaubend und erschreckend für die Konkurrenz. Seine erste Teilnahme stammt aus dem Jahr 1996, damals noch als Amateur, als er den Cut verpasste.
1997 allerdings, bei seiner ersten Teilnahme als Profi, ging sein Siegeszug los. Er gewann sein erstes Masters und stellte Rekord um Rekord auf. Mit 18 unter Par und im Endeffekt 12 Schlägen Vorsprung spielte er die Konkurrenz in Grund und Boden und war der jüngste Spieler aller Zeiten, der das Masters gewann. Neben weiteren Siegen in den Jahren 2001, 2002 und 2005 hat er noch zwei zweite Plätze (2007, 2008), einen dritten Platz (2006) und einen fünften Platz im Jahr 2000 vorzuweisen. Sein schlechtestes Ergebnis jemals war ein geteilter 22. Rang im Jahr 2004.
Was kann man sonst noch über Woods sagen: er ist mit Abstand die Nummer eins der Welt, er gewinnt die US Open auf nur einem Bein, er hat 66 Turniere auf der PGA Tour gewonnen bei 239 Starts (also mehr als ein Viertel!)und er gewinnt das dritte Turnier nach seinem Comeback. Eigentlich muss man nicht mehr viel hinzufügen, Tiger ist die klare Nummer eins der Welt und wird es auch vorerst bleiben. Demnach absoluter Topfavorit für das MASTERS 2009.
Auch ich habe keinen Zweifel daran und glaube fest an einen Sieg des Tigers. Die Quoten entwickelten sich nach seinem Sieg beim Arnold Palmer Invitational bereits rapide nach unten. Bekam man vor zwei bis drei Wochen noch eine Quote 3,8, muss man sich mittlerweile schon mit einer 3,45 auf den Weltranglistenersten zufrieden geben.

Das Verfolgerfeld ist sehr dicht und es gibt viele Spieler, die für gute Platzierungen oder eventuell auch den Sieg in Frage kommen.
Auffällig ist, dass die vielen guten und oftmals jungen Spieler hauptsächlich nicht aus den USA kommen und generell gute Amerikaner rar sind.
Insgesamt findet man nur fünf Amerikaner unter denjenigen, die unter 100 quotiert sind.
Darunter unter anderem Phil Mickelson, Nummer zwei der Welt und zweifacher Sieger in Augusta. Mickelson scheiterte mehr als deutlich am Cut in der nächsten Woche, was für seine Performance in dieser Woche ausschlaggebend sein könnte. Er konnte seiner Favoritenrolle in Houston nicht gerecht werden und ich denke nicht, dass er in diesem Jahr um den Sieg mitspielen wird.
Dann wäre da noch Jim Furyk, dessen schwächstes Major-Turnier in seiner Karriere ausgerechnet das MASTERS ist. Nur dreimal schaffte er es hier unter die Top10 in mehr als 15 Jahren.
Zach Johnson, Sieger aus dem Jahre 2007, könnte auch in diesem Jahr wieder vorne mitspielen. Sein Spiel passt gut zum Platz und er kommt unglaublich gut mit den schweren, schnellen, ondulierten Grüns in Augusta klar. Derzeit zu Quoten von 50 gehandelt, könnte Johnson zu den besten Amerikanern im Feld gehören.
Zwar sind auch Spieler wie Debütant Anthony Kim oder Sean O'Hair und Hunter Mahan am Start, jedoch fehlt ihnen meist ein ganz wichtiger Bestandteil, um in Augusta zu bestehen - und zwar die Erfahrung. Man muss den Platz sehr gut kennen, um all seinen Tücken auszuweichen und die richtigen Stellen auf dem Platz treffen. Kim spielte noch nie auf diesem Platz, kennt ihn nur aus dem TV, Mahan spielte sein Debüt als Profi immerhin schon 2008, verpasste jedoch den Cut.
O'Hair hat immerhin schon zwei MASTERS auf seinem Buckel. Im letzten Jahr wurde er 14. Auch in dieser Saison hat er schon gute Platzierungen geschafft, vor zwei Wochen musste er sich nur ganz knapp Woods beim Arnolf Palmer Invitational geschlagen geben. Die Quote für O'Hair beläuft sich derzeit auf 80 und ist in meinen Augen gut spielbar.

Die eigentlichen Verfolger Woods' werden in dieser Woche jedoch wohl eher die Europäer, Australier und Südafrikaner sein.
Allen Voran Padraig Harrington, der beide Major-Turnier während Woods' Abstinenz gewinnen konnte (British Open und PGA Championship). Harrington kündigte bereits an, dass er sich in diesem Jahr voll und ganz auf die Majors, spezielle das MASTERS, konzentrieren will. Bislang läuft es zwar noch nicht so gut in 2009 für den sympathischen Iren, jedoch konnte man in den letzten Wochen eine deutliche Leistungssteigerung erkennen. Derzeit bekommt man eine Quote 18.5 auf Harrington.

Geoff Ogilvy ist einer der Spieler des Jahres bislang in 2009. Neben zwei Siegen konnte er viele weitere gute Turniere spielen und führt die FedEx Cup Wertung deutlich an. Jüngst wurde er in der vergangenen Woche sechster in Houston. Ogilvy spielte bislang drei MASTERS, sein bestes finish war ein 16. Rang. Aufgrund der derzeitigen Form kann man mit ihm rechnen, jedoch wird es meiner Meinung nach nicht für einen Sieg reichen.

Auch für Sergio Garcia, momentan Nummer drei der Welt und somit bester Spieler ohne Majortitel, wird es wieder sehr hart werden. Augusta liegt ihm einfach nicht und ich bin mir nicht sicher, ob sich das nochmal jemals ändern wird. Zumindest so lange nicht, bis er seine Putterei voll und ganz in den Griff bekommt. Es ist kein Geheimnis, dass Garcia auf den Grüns nicht zur Weltspitze zählt und genau das ist der Teil des Spiels, mit dem man das MASTERS gewinnt. Bei zehn Teilnahmen schaffte er nur zweimal eine Top10 Platzierung, um den Sieg spielte er nie mit. Für Garcia bietet sich ein Lay Top10 zu Quoten um 4 an.

Ein Spieler, dem ich einiges zutraue, ist der Schwede Robert Karlsson.
Karlsson gewann im letzten Jahr die Order of Merit der European Tour und war dank Tigers Verletzung der beste Spieler weltweit in der Saison 2008. Auch beim MASTERS schnitt er gut ab und wurde Achter. Das Spiel des Schweden passt perfekt zu dem schwierigen Platz, da er die nötige Grundlänge vom Tee hat und zu den besten Puttern der Tour zählt.

Auch sein Landsmann Henrik Stenson, der ebenso über gutes Putting und Länge vom Tee verfügt, kommt rechtzeitig in Fahrt. In den letzten Wochen spielte er einige gute Turniere und zeigte sich in guter Form. Ein sechster Platz in der vergangenen Woche lässt hoffen, dass er beim MASTERS gut unterwegs sein wird. Quoten auf Karlsson und Stenson belaufen sich derzeit auf 55 bzw. 44.

Nicht unkommentiert sollte man den Engländer Paul Casey lassen, der als frischgebackener Sieger der Shell Houston Open anreist. Dies war bereits der zweite Sieg in diesem Jahr für Casey, der bereits in Abu Dhabi siegreich war. Hinzu kommt ein fantastischer zweiter Platz beim Matchplay Championship. Mittlerweile liegt Casey auf Platz sechs der Weltrangliste, besser war er noch nie. Dank seiner unglaublich guten Leistung der letzten Wochen und Monate habe ich ihn auch in dieser Woche im Fokus, eine Quote 34 ist da durchaus spielbar.

Erfreulich aus deutscher Sicht ist die Teilnahme von zwei Spielern. Neben dem zweifachen Champion Bernhard Langer, der die Ranglisten der Champions Tour auch in diesem Jahr wieder dominiert, jedoch in Augusta wohl kein Land sehen wird, ist Shooting Star Martin Kaymer bereits zum zweiten Mal in Augusta mit von der Partie. 2008 verpasste er leider den Cut, ich bin jedoch optimistisch, was Kaymer angeht, der einen unheimlich langen Ball schlagen kann und den Platz jetzt auch wenigstens schon kennt. Mit Kaymer kann man meiner Meinung nach in den kommenden Jahren bei großen Turnieren wie den Majors rechnen und sollte ihn auf der Liste haben - wieso also nicht auch schon in dieser Woche?

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