WM-Quali: Deutschland gegen Berti und ein altes Arsenal-Duell
Fussball
/ James Conrad / 11 August 2009 / Kommentar schreiben

Die Favoritenrolle beim Gastspiel der deutschen Nationalelf in Aserbaidschan (Anpfiff 18 Uhr) ist klar verteilt, die Quote aus Sieg Deutschland steht bei ca. 1.1. Klar ist aber: Der ehemalige Bundesberti wird seine Truppe ordentlich heiß machen.
Aserbaidschan-Deutschland (18 Uhr)
In fünf Quali-Spielen haben Bertis Männer vier Mal verloren und kein einziges Tor geschossen. Angst machen solche Zahlen nicht. Die Abwehr (fünf Gegentreffer in fünf Spielen) ist noch der beste Mannschaftsteil Aserbaidschans. Die ewig gleiche Taktik von Vogts lautet: So lange es geht hinten die Null halten. Im Spiel gegen Deutschland wird sich zeigen, wie viele Minuten das gelingen wird. Mit Gomez und Klose im Sturm sollte Deutschland in der Lage sein, schon in der ersten Halbzeit in Führung zu gehen.
Weißrussland-Kroatien (20.15 Uhr)
Deutlich ausgeglichener scheint das vorentscheidenden WM-Qualifikationsspiel zwischen Weißrussland und Kroatien, bei dem die ehemaligen Arsenal-Vereinskollegen Alexander Hleb und Eduardo aufeinandertreffen. In der Gruppe 6 ist Tabellenfüher England mit 21 Punkten weit weg, so geht es im Duell zwischen Kroatien (11 Punkte) und Weißrussland (9 Punkte) um den zweiten Platz. Nur der Gewinner darf weiter von Südafrika träumen.
Kroatiens Cheftrainer Slaven Bilic steht Robert Kovac zwar nicht zur Verfügung, dafür ist der zuvor verletzte Luka Modric wieder dabei. Von viel größerer Bedeutung ist jedoch, dass Eduardo wieder im Aufgebot steht. Der Angreifer des FC Arsenal gab bekannt, er fühle sich nun genau so gut wie vor seiner Verletzung.
Für Weißrussland könnte es ein hartes Stück Arbeit werden, trotz der exzellenten zweiten Hälfte gegen Kasachstan im April (als mit einem überragenden Alex Hleb ein 1:0 Rückstand in einen 5:1 Sieg verwandelt wurde). Hleb humpelte bei Stuttgarts Pleite gegen Wolfsburg verletzt vom Platz, es ist deshalb fraglich, ob er überhaupt aufläuft. Sein Fehlen wäre ein schmerzlicher Verlust für Weissrussland. Der „Halbzeit/Endstand" Markt bietet für Kroatien/Kroatien eine Quote von ca. 2.92, aber ich halte die Variante Unentschieden/Kroatien für etwa 4.90 für wahrscheinlicher. Bernd Stange, Trainer der Weißrussen, ist zwar ein gewiefter Taktiker, ingesamt aber sollte Kroatiens Team einfach zu stark sein.
Norwegen-Schottland (19 Uhr)
Beeindruckend wäre es, wenn sich Norwegen, mit aktuell nur drei Punkten aus fünf Spielen auf dem letzten Tabellenplatz der Gruppe 9, noch qualifizieren würde.
Norwegens einzige Niederlagen gab es gegen Gruppenfavorit Holland. Die drei Punkte wurden durch Unentschieden gegen Island (Heimspiel), Schottland und Mazedonien (Auswärtsspiele) eingefahren. Was sich nach diesen Spielen geändert hat, ist die Position des Trainers: Egil Olsen ersetzte Age Hareide und schlug im Februar auf Anhieb Deutschland 1:0 in Düsseldorf mit einem Team ohne John Carew, Steffen Iversen und John Arne Riise. Die alte Olsen-Philosophie - die der unermüdlichen Defensivarbeit und einsatzfreudigen, intensiven Konter - ist ins Spiel zurückgekehrt. Der 66-Jährige - Markenzeichen Gummistiefel - rechnet sich gegen die durch Verletzungsausfälle gehandicapte schottische Elf (7 Punkte, zweiter Platz) berechtigte Siegchancen aus.
Schottlands Trainer George Burley beantragte bei der Fifa vergeblich, das Spiel um eine Woche zu verschieben, um die Personalsituation seines Teams zu verbessern. Zu den verletzungsbedingten Ausfällen gehören unter anderem Craig Gordon, James Morrison, Stephen McManus und GaryNaysmith. Darüber hinaus steht auch Ersatzkeeper Allan McGregor nicht mehr zur Verfügung. Burleys drei verbliebene Keeper kommen zusammen auf gerade einmal fünf Einsätze im Nationaltrikot. Nicht gerade Ideal um mit einem Stürmer wie Carew fertig zu werden, der der schottischen Abwehr schon im torlosen Hinspiel im Hampden Park so manche Probleme bereitete.
Vor diesem Hintergrund ist die Siegquote auf Norwegen von ca. 2.1 durchaus fair. Da beide Teams einen Sieg brauchen, und Müdigkeit gegen Ende des Spiels wahrscheinlich eine Rolle spielen wird, erscheint der „Mehr als 2,5 Tore" Markt mit einer Quote von ca. 2.4 sehr großzügig. Schottland muss zwei der drei restlichen Qualifikationsspiele gewinnen, um den zweiten Platz zu sichern. Die Auswärtsspiele gegen Mazedonien und Holland könnten sich jedoch als zu schwere Aufgaben erweisen. Norwegen wird mit einer Quote von 3.25 als Team gehandelt, das am Ende auf dem zweiten Platz landet. Um dieses Ziel zu erreichen, muss nun endlich der erste Sieg her.
Faröer-Frankreich (18 Uhr)
Brian Kerr ist der neue Coach der Färöer und seine Spieler scheinen seine Taktikanweisungen, trotz einer 2-0 Niederlage gegen Serbien, gut aufzunehmen und umzusetzen. Trotzdem dürfte Frankreich am Mittwoch in Torshavn mindestens eine Nummer zu groß sein. Das letzte Mal als beide Teams auf den Inseln aufeinander trafen, gewannen die Gäste mit 6:0. Diesmal wollen Kerrs Spieler eine solche Schmach nicht noch einmal über sich ergehen lassen. Frankreich reist ohne Franck Ribery und Thiery Henry an. Raymond Domenech nutzt eventuell die Gelegenheit ,um dem blutjungen Mittelfeldspieler Moussa Sissoko eine Chance zu geben. Frankreich braucht einen hohen Sieg, um Serbien weiterhin unter Druck zu setzen. Aber mit Kerrs neuen taktischen Methoden könnte es schwierig werden, den Gastgeber wieder so deutlich zu bezwingen. Der „unter 3,5 Tore" Markt notiert mit einer Quote von etwa 1.9 und auch eine kleine Wette auf einen 3:0 Auswärtssieg (Quote ca. 6.20) könnte lohnend sein.
