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19. Bundesliga Spieltag

Fussball RSS / Benjamin Heidlberger / 05 Februar 2009 / Kommentar schreiben

In der 1. Fußball-Bundesliga geht es sowohl im Tabellenkeller als auch an der Spitze weiter spannend zu. Während die potenziellen Champions-League-Kandidaten SV Werder Bremen (1:2 vs. Arminia Bielefeld) und Schalke 04 (1:0 vs. Hannover 96) beim Rückrundenstart strauchelten, konnte Herbstmeister Hoffenheim in seiner neuen Spielstätte (Rhein-Neckar-Arena) den 12. Saisonsieg feiern (2:0 vs. Energie Cottbus). Der HSV (1:0 vs. FC Bayern München) und die Berliner Hertha (2:1 vs. Eintracht Frankfurt) gaben weitere Beispiele ihrer Konkurrenzfähigkeit hinsichtlich Meisterschaft und Champions-League-Qualifikation. Im Tabellenkeller konnte dagegen nur der VFL Bochum (2:0 vs. Karlsruher SC) Boden gut machen. Der 19. Bundesliga-Spieltag wartet auf weitere Gewinner und Verlierer...

Arminia Bielefeld vs. Hertha BSC, 06.02.2009, 20.30 Uhr (kick-off)

Die Angst vor König-Artur...

Lazarett Hertha BSC: Hertha-Trainer Lucien Favre bangt vor dem Freitagsspiel bei
Arminia Bielefeld um den Einsatz seines Kapitäns Arne Friedrich. Der 29-jährige Nationalspieler leidet an Rückenproblemen. Friedrich tue jedoch alles dafür, um für das Spiel gegen seinen Ex-Klub rechtzeitig fit zu werden. Definitiv ausfallen werden dagegen Marko Pantelic (Knie und Knöchel) und sein serbischer Landsmann Gojko Kacar (Achillessehnenreizung). Die langzeitverletzten Christian Fiedler, Sofian Chahed, Pal Dardai, Fabian Lustenberger, Lukasz Piszczek, Christopher Gäng und Lennart Hartmann sehnen zwar ihre Rückkehr herbei, müssen sich aber noch längere Zeit gedulden. Sollte nun auch noch Friedrich ausfallen, hätten die Berliner insgesamt zehn verletzte Profis zu beklagen. Was des einen Leid ist, wird für den anderen zur Chance: Die beiden Neu-Berliner Marko Babic (Betis Sevilla) und Leonardo Cufré (AS Monaco) gaben im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (2:1) ihr Hertha-Debüt und werden am Freitag wohl von Beginn an gefordert sein. Sowohl Babic als auch Cufré sind erfahrene Profis, die keine lange Eingewöhnungszeit benötigen und sich schnell an die Mannschaft und die Automatismen gewöhnen. Einem Einsatz steht somit nichts im Weg. Vielmehr als die „Achse der bösen Verletzungen" wiegt jedoch die Angst vor Ex-Hertha-Profi Artur Wichniarek. Der Pole hatte in Berlin keine besonders glückliche Zeit und gilt gegen Hertha besonders motiviert. Beim Hinspiel in Berlin hat „König Artur" aus einer Chance ein Tor gemacht. Auch in der Saison 2007 / 2008 war der Top-Torjäger der Arminia vor heimischer Kulisse gegen seinen Ex-Verein erfolgreich. Trotz der Verletzungsmisere und der vermeintlichen Angst vor „König Artur" sehe ich den Tabellenzweiten aus Berlin vorne. Schließlich konnte Hertha im Laufe der Saison personell nur selten aus dem Vollen schöpfen. Jammern nützt aber auch im Spiel gegen Bielefeld nichts. Hertha muss mal wieder improvisieren. In der Tabelle steht jedenfalls nur noch Herbstmeister Hoffenheim vor den Berlinern. Sollte Hoffenheim bei der abstiegsbedrohten Borussia Punkte lassen, kann Hertha gegen Bielefeld einen „Big Point" landen. Voraussetzung dafür ist aber, dass der „Meister der Effektivität" auch im morgigen Auswärtsspiel einen kühlen Kopf bewahrt, sofern der seidene Faden, an dem die Berliner-Erfolge hängen, nicht reißen soll...


FC Bayern München vs. Borussia Dortmund, 08.02.2009, 17.00 Uhr (kick-off)

Das Spiel der Spiele...

Aus Sicht des BVB ist es nach dem Revierderby das prestigeträchtigste Duell der Saison, wenn man sich mit dem Star-Ensemble des FC Bayern München misst. Am Sonntag treffen die beiden einzigen deutschen Vereine, die sowohl die Champions-League als auch den Weltpokal gewinnen konnten, direkt aufeinander. Während die zum Siegen verdammten Bayern Anschluss an die Tabellenspitze halten wollen, können die Dortmunder mit einem Sieg ihre UEFA-Cup-Ambitionen untermauern. Zwar sind die Bayern der Auswärts-Gegner schlechthin der Borussia, die gegen keinen anderen Verein eine derartige Negativserie aufweist. Doch Serien sind bekanntlich da, um gebrochen zu werden. „TV-Bundestrainer" Jürgen Klopp ist ohnehin schon aufgefallen, dass die Münchner in der heimischen Allianz-Arena durchaus verwundbar sind. Zwar erzielten die Top-Stars von der Säbener Straße in den vergangenen 15 Heimspielen immer mindestens zwei Tore, aber dafür blieben sie als einziger (!) Bundesligist zu Hause noch nie ohne Gegentor. Wer hätte das vor der Saison für möglich gehalten? Auch wenn sich die Bayern defensiv wie ein Abstiegskandidat präsentieren,
verfügen sie mit Ribéry, Klose, Toni und Schweinsteiger über Spieler mit Weltklasseformat. Entscheidend wird also sein, ob der BVB diese geballte Offensivpower in den Griff bekommt. Klar war und ist, dass Bayern in der ganzen Rückrunde unter enormen Druck stehen wird.
Aktuell rangieren vor den Klinsmann-Schützlingen, die die 22. Meisterschaft feiern wollen, drei andere Mannschaften. Der Rückrunden-Start mit Partien gegen Stuttgart, Hamburg, Dortmund und Berlin wird kein einfacher. Dennoch sind die Bayern optimistisch und arbeiten daran, möglichst schnell wieder Tabellenführer zu werden. Die schwarz-gelben Borussen sind nur schwer zu „knacken", was nicht nur an der (klugen) taktischen Ausrichtung von Neu-Trainer Jürgen Klopp liegt. Auch der Kader ist nominell bestens aufgestellt. Mit Mega-Talent Kevin Boateng, der in meinen Augen der begabteste Spieler in Europa ist, hat man sich zur Rückrunde nochmals verstärkt. Der gebürtige Berliner wurde bereits in der A-Jugend von europäischen Top-Teams (u.a. ManU, AS Rom) umworben und will nun beim BVB einen Neuanfang starten. Beide Mannschaften sind in der Lage, einen Dreier zu landen. Ich sehe jedoch von einer Siegwette ab und entscheide mich für einen Remis-Tipp!

Let´ s bet, let´ s win, euer Benjamin!


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