Manchester verteidigt seinen Titel, wenn...
Fussball
/ Geisterfahrer / 27 Mai 2009 / Kommentar schreiben
Das Finale der Superlative: ManU - Barcelona. Die beiden besten Teams der Welt duellieren sich in Rom. Die spanischen Offensivartisten wollen den Champion vom Thron kicken. Ein Spiel auf Messers Schneide!
Was für Barcelona spricht
Messi, Iniesta, Xabi sind das Maß der Dinge hinsichtlich Kreativität, technischem Können und Beweglichkeit. Aktuell hat keine Mannschaft der Welt so viele Spieler mit herausragender individueller Klasse wie Barcelona. Die Angriffsreihe ist das Non Plus Ultra: Unglaubliche 104 Tore haben die Katalanen schon in der noch laufenden Saison der Primera Divsión erzielt. Eto'o (29 Tore), Messi (23) und Henry (19) sind die Schrecken der gegnerischen Abwehrreihen. Wenn die Maschinerie aus begeisternder Spielfreude und Toren einmal ins Laufen kommt, ist sie kaum zu stoppen. Messi macht seinem Namen alle Ehre, bei der Unordnung, die er im gegnerischen Strafraum hinterlässt.
Und was ist mit der oft unterstellten Abwehrschwäche der Spanier? Die alte Fußballwahrheit „Spiele werden in der Defensive entschieden" war in dieser undifferenzierten Sichtweise noch nie gültig. Wer dafür einen Beweis verlangt: Schalke 04 kassierte in der abgelaufenen Bundesliga-Saison die wenigsten Gegentore aller Mannschaften - und endete auf dem trostlosen 8. Platz. Trotzdem muss man es nicht zwangsläufig als Makel ansehen, dass Barcelona mit 34 Gegentreffern die stabilste Defensive Spaniens hat.
Während fast alle ManU-Spieler bereits die Champions League im letzten Jahr gewannen, stehen heute bei Barcelona mit Puyol und Eto'o nur zwei Spieler auf dem Platz, die bereits 2006 Europas Thron bestiegen (2:1 Finalsieg gegen Arsenal). Noch nie gelang es einem Team den Titel aus der Champions League zu verteidigen. Dies hängt auch damit zusammen, dass die ultimative Sehnsucht nach dem Titel bereits im Vorjahr gestillt wurde. Barca ist hungriger nach dem Titel als ManU.
Was für Manchester spricht
Manchester funktioniert als eine Einheit, deren Einzelelemente perfekt aufeinander abgestimmt sind. Alex Ferguson ist das Masterbrain hinter diesem Team. Der Trainerfuchs gewann mit ManU allein elf nationale Meisterschaften und zweimal die Champions League. Mehr Erfahrung, mehr strategisches Können geht nicht. Ferguson arbeitet seit 35 Jahren als Trainer, Guardiola seit einem Jahr.
ManUs Stärke ist die Anpassung an die Erfordernisse eines Spiels. Dazu steht Ferguson ein Kader zur Verfügung, der in seiner Breite und Tiefe exzellent besetzt ist. Würde der Ersatzkader von ManU gegen den von Barca antreten, wären die Engländer haushoch überlegen. Die Qualität seiner Ersatzspieler ermöglicht Ferguson taktische Varianten, von denen Guardiola nur träumen kann. Dazu ist ManU körperlich deutlich stärker als Barcelona. Je länger das Spiel geht, umso mehr kann sich dieser Vorteil auszahlen. Dies gilt insbesondere für eine mögliche Verlängerung.
ManU verfügt über eine verdammt gute Defensive. Nur 24 Gegentreffer wurden in der Premier League zugelassen. Spieler wie Rio Ferdinand, John O' Shea, Patrice Evra und Nemanja Vidic haben eine extrem starke Physis und sind gleichzeitig hervorragende Strategen. Im Mittelfeld herrscht mit Giggs, Carrick, Scholes und dem offensiv ausgerichteten Park ein gutes Gleichgewicht an Erfahrung und Talent. Über Ronaldo muss man nicht viel sagen, hervorzuheben ist vielmehr Wayne Rooney. Der Dauerläufer schießt nicht nur Tore, sondern bereitet sie auch vor und hilft in der Defensive aus.
Natürlich hat Barcelona hervorragende Spieler. Doch das Team ist in dieser Saison kaum gefordert worden - zu schwach präsentierte sich die spanische Liga in diesem Jahr. Deswegen sind die Katalanen kaum Situationen gewohnt, in denen ihnen echter Widerstand geboten wurde. Ganz anders die überaus kompetitive Situation für ManU in der Spitzengruppe der Premier League. Manchester dominiert die stärkste Liga der Welt.
Die Wett-Empfehlung vom Geisterfahrer
Ich beobachte die ersten 20-30 Minuten des Spiels. In der Anfangsphase entfaltet Barcelona oft einen mächtigen Angriffswirbel. Geht Barcelona in dieser Phase mit 1:0 in Führung, warte ich den weiteren Spielverlauf ab. Steht es aber nach 30 Minuten 0:0, wird das Spiel 1:0/2:1 für ManU oder 1:1 ausgehen. Deswegen setze ich bei einer torlosen Partie nach 30 Minuten eine Lay-Wette auf Barcelona. Geht ManU in Führung kaufe ich Manchester nach, weil die Engländer eine bestehende Führung nicht mehr aus der Hand geben werden.
Zur Erinnerung: ManU warf Barca im Halbfinale der Champions League 2008 aus dem Wettbewerb. ManU gewann mit nur einem Tor in zwei Spielen (Paul Scholes traf in Old Trafford in der 14. Minute). Ich gehe wieder von einer torarmen Begegnung aus. Deswegen nehme ich Wetten im Markt „Weniger als 2.5 Tore" bei Quoten von 1.8 in mein Portfolio auf.
