Das Abstiegsgespenst zu Gast in Bielefeld
Fußball
/ Benjamin Heisenberg / 13 Mai 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Heute Abend (20 Uhr) empfängt Arminia Bielefeld die TSG Hoffenheim. Die Ostwestfalen wollen nach drei Unentschieden in Folge den 5. Saisonsieg einfahren. Auch wenn Top-Torjäger Artur Wichniarek wieder mit von der Partie ist: Bielfeld wird nicht gewinnen!
Die Ausgangslage
Nach dem 2:2-Unentschieden gegen Leverkusen und dem gleichzeitigen 1:0-Erfolg Gladbachs gegen Schalke 04 steht die Arminia in der Tabelle mit 27 Punkten und einem Torverhältnis von 27:46 auf Relegationsplatz 16. Drei Spieltage vor Serienende hat Bielefeld noch zwei Heim- und eine Auswärtspartie zu bestreiten. Der erste Heimauftritt steht heute auf dem Programm. Nur ein Sieg kann in der derzeitigen Situation weiterhelfen. Woher soll man aber das Selbstvertrauen nehmen, um gegen den technisch versierten Herbstmeister zu bestehen? In der Heim-Tabelle belegt man schließlich den letzten Platz. Zudem hat kein anderes Team weniger Saisonsiege auf dem Konto. Offensiv läuft auch nicht viel zusammen. Mit mickrigen 27 Saisontoren bildet Bielefeld den zweitschwächsten Angriff der Liga. Ausschließlich der Karlsruher SC ist mit 21 Saisontoren noch harmloser, was die Kaltschnäutzigkeit vor dem gegnerischen Tor anbelangt. Somit bewahrt wohl nur die Tatsache, dass Arminia mit 15 Punkteteilungen der Remis-König der Liga ist, die Jungs von der „Alm" vor einem direkten Abstiegsplatz. Der schlechteste Herbstmeister aller Zeiten rangiert dagegen mit 48 Punkten und 56:45 Toren auf Tabellenplatz acht. Rechnerisch wäre die Qualifikation für einen Europa-League-Platz zwar noch möglich, doch eine solche Platzierung ist nach der katastrophalen Rückrunde wohl reine Utopie. Dennoch setzt der Dorfverein alles daran, um so viele Punkte wie möglich zu holen, um vielleicht doch noch das Unmögliche möglich zu machen. Unabhängig davon dürfte jedem klar sein, dass TSG-Trainer Ralf Rangnick ein Perfektionist ist, der keine Punkte zu verschenken hat. Aber hat auch die Mannschaft genug Charakter, um gegen die Arminia 100 Prozent zu geben? Immerhin befindet man sich selbst im gesicherten Mittelfeld. Weder nach oben noch nach unten ist etwas möglich. Auch die Häufigkeit der Disziplinlosigkeiten gibt Anlass zu dieser Frage. Im Dezember noch geliebter Herbstmeister, entpuppt sich Herbstmeister Hoffenheim inzwischen als Scheinidylle. Nach etlichen sieglosen Spielen, Verletzungspech, vielen Platzverweisen und einer verpassten Dopingprobe wird nun eine „Sollbruchstelle" zwischen Erfolgstrainer Ralf Rangnick und Mäzen Dietmar Hopp sichtbar. Rangnick forderte nach der 4:0-Auswärtspleite gegen Spitzenreiter Wolfsburg mehr Investitionen, weil er sich nicht mit „Mittelmaß" zufrieden geben wolle. Hopp wertete das als „Erpressungsversuch". Vereinsintern scheint es also heftig zu „brodeln". Die glorreiche Hinrunde, die man mit der Herbstmeisterschaft abschließen konnte, hat die Vereinsverantwortlichen wohl vergessen lassen, dass sie ihrem Plan eigentlich Jahre voraus sind. Denn ursprünglich sollte die Mannschaft erst 2011 in die Bundesliga aufsteigen. Langfristig und perspektivisch sollte dann der Erfolg kommen. Das Projekt Hoffenheim schien auf alle Eventualitäten, alle Risiken, vorbereitet. Auch auf den Erfolg?
Das Spiel
Ich erwarte offensive Hoffenheimer und defensiv ausgerichtete Bielefelder. Hoffenheim hat nichts mehr zu verlieren und kann befreit aufspielen. Für Bielefeld wäre jedes frühe Gegentor „tödlich". Die Frontzeck-Elf wird daher so lange wie möglich versuchen, die Null zu halten und Hoffenheim aus der Reserve zu locken. Fußballerisch hat Hoffenheim klar die Nase vorne. Mit technisch versierten Spielern wie Luiz Gustavo, Salihovic, Obasi, Wellington und Ba verfügt der Herbstmeister eindeutig über die bessere Offensive. Keiner dieser Spieler kann über 90 Minuten lang ausgeschaltet werden. Dafür besitzen sie allesamt zu viel individuelle Klasse. Der Rangnick-Elf kommt außerdem zu Gute, dass Bielefeld nicht gerade zu den defensivstärksten Bundesliga-Teams gehört. Bis auf das 0:0 gegen Borussia Dortmund (16. Spieltag) und Eintracht Frankfurt (23. Spieltag) setzte es in jedem Heimspiel mindestens einen Gegentreffer.
Meine Wett-Empfehlung
Arminia Bielefeld wird dieses Spiel nicht gewinnen! Wer nach 31 Spieltagen nur vier Saisonsiege zu verzeichnen hat, wird auch absteigen! Die Tatsache, dass Bielefeld zum Siegen verdammt ist, wird nicht beflügelnd wirken. Im Gegenteil: Ich denke, dass Bielefeld verkrampft auftreten und das Potenzial nicht abrufen können wird. Hoffenheim kann dagegen befreit aufspielen. Besonders die Edeltechniker werden heute ordentlich aufdrehen. Die schwache Rückrunde der TSG bereitet mir auch kein Kopfzerbrechen, denn fünf der Rückrunden-Niederlagen setzte es gegen potenzielle Top-Teams wie Bayer 04 Leverkusen, Hertha BSC, den Hamburger SV oder auch VFL Wolfsburg. Bei aller Euphorie, die der Dorfverein in der Hinrunde entfachte, darf man nicht vergessen, dass Hoffenheim arg vom Verletzungspech heimgesucht wurde und eigentlich erst in der Saison 2011 mit dem Aufstieg in die Eliteklasse rechnete. Jedenfalls laye ich sowohl im 3-Weg- als auch im HT-FT-Markt die Gastgeber aus Bielefeld. Lay-Quoten um 2.24 bzw. 4.10 (Bielefeld gelang in der laufenden Saison noch kein HT-FT-Sieg!) sind klare Kaufkurse...