Confed-Cup: Erneute Tor(res)-Gala im Halbfinale?
Fußball
/ Benjamin Heisenberg / 24 Juni 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Hübsch anzusehendes Kurzpassspiel, technisch versierte Einzelkönner, geniale Tempovorstöße und auf der großen europäischen Fußballbühne dennoch weitestgehend erfolglos: So hätte man Spanien beschreiben können - bis zum EM-Sieg 2008. Nun sind die Iberer ihr Loser-Image endlich los und beweisen in jedem Spiel, dass Fußballkunst und Erfolg kein Widerspruch sein muss. Im ersten Halbfinale des Confederations Cup trifft Spanien nun auf den krassen Außenseiter USA, der sich nur mit viel Dusel für die Runde der letzten Vier qualifizieren konnte. Eindeutiger könnten die Rollen kaum verteilt sein. Anstoß ist um 20.30 Uhr, das DSF überträgt live.
Der Weg ins Halbfinale des Confed-Cups
Der amtierende Europameister aus Spanien hatte einen Auftakt nach Maß beim Confederations-Cup. Die Schützlinge von Vicente Del Bosque setzten sich im ersten Spiel der Gruppe A mit 5:0 gegen den Kontinentalmeister Ozeaniens - Neuseeland - durch und unterstrichen damit eindrucksvoll ihre Ambitionen auf den Turniersieg. Mann des Abends beim Europameister war England-Legionär Fernando Torres, der die hilflosen Neuseeländer mit einer überragenden Leistung fast im Alleingang überrannte. Der Stürmerstar legte mit einem Blitz-Hattrick (6. / 14. / 17. Minute) die Grundlage zum Sieg der "Furia Roja", die ihre imposante Rekordserie auf 33 Länderspiele ohne Niederlage ausbauen konnte. Im zweiten Gruppenspiel reichte den Zauberfußballern aus Spanien ein 1:0-Erfolg über die Mannschaft des Irak, um als erster Teilnehmer das Ticket für das Halbfinale beim Confederations Cup zu lösen. Im dritten und letzten Gruppenspiel nahm Chef-Coach Del Bosque einige personelle Änderungen vor. Wer dachte, damit würde das Offensivspiel der Spanien in Mitleidenschaft gezogen werden, irrte jedoch gewaltig. Denn die schnörkellos agierende "B-Elf" setzte sich gegen Gastgeber Südafrika mit 2:0 (0:0) durch. Damit stellten die Spanier mit dem 15. Sieg in Serie einen neuen Weltrekord bei Länderspielen auf und sind nun schon seit 35 Partien ungeschlagen. Who´s next? Wahrscheinlich die USA! Die Mannschaft von Bob Bradley kassierte sowohl im ersten Gruppenspiel gegen Italien (1:3) als auch im zweiten gegen Brasilien (0:3) deutliche Niederlagen. Im alles entscheidenden "Sechs-Punkte-Spiel" gegen spielfreudige Ägypter präsentierten sich die US-Boys jedoch von einer ganz anderen Seite. Durch einen 3:0-Erfolg über harmlos agierende "Pharaonen" und eine zeitgleiche 0:3-Niederlage Italiens machten die US-Boys das Unmögliche möglich und sicherten sich das Ticket fürs Halbfinale des Confederations Cup.
Das Spiel der Spanier / USA
In allen drei Begegnungen diktierten die Spanier dank ihres geschickten Kurzpassspiels von der ersten Sekunde an das Spielgeschehen. Die Abwehr steht kompakt und lässt nichts "anbrennen" (bislang null Gegentore), während die Offensivabteilung um Torres und Co. enorme Torgefahr ausstrahlt und für ordentlich Wirbel am gegnerischen Strafraum sorgt. Herzstück der Spanier ist allerdings das Mittelfeld. Mit schnellem Kurzpassspiel hebeln die Iberer jede Abwehr aus. Die Fehlpassquote im Mittelfeld ist mit ca. mit zehn bis 15 Prozent vergleichsweise sehr gering. Indem die technisch begabten Mittelfeldakteure nach Belieben rochieren, verhindern sie außerdem, dass sich ein Team auf sie einstellen kann. Dagegen hatte die USA spielerisch bislang nicht viel zu bieten. Die Tatsache, dass man mit dem Einzug ins Halbfinale schon alle Erwartungen übertroffen hat, macht die US-Boys allerdings schwer einschätzbar.
Fazit
Eine Siegesserie wie die des spanischen Nationalteams ist ohne Zweifel kein Produkt des Zufalls. Die Erklärungen dafür reichen von der hervorragenden Mischung großer Individualisten, harter Arbeit und Siegermentalität bis hin zum sehr soliden und genau durchdachten taktischen Konzept, das das Maximum aus jedem Spieler herausholen soll. Spanien hat den Luxus, mit Xabi Alonso, Xavi oder auch David Silva über Spieler zu verfügen, die sowohl verteidigen als auch kreativ sein können. Durch den Verzicht, auf einen expliziten Spielgestalter zu setzen, auf die sog. Nummer 10, die den Rhythmus der Partie vorgibt, die Schaltstation im Mittelfeld ist und dafür sorgt, dass der Ball vom Mittelfeld zu den Stürmern kommt, ist Spanien extrem variabel und nur sehr schwer zu durchschauen. Die US-Boys haben sowohl gegen Italien als auch Brasilien schwer enttäuscht. Dass ausgerechnet gegen spielstarke Ägypter der erste Gruppensieg gelang und dieser zugleich für den Einzug ins Halbfinale reichte, ist kaum zu erklären. Jedenfalls rechne ich den Amerikanern keinerlei Chancen aus, gegen Spanien zu bestehen. Die Del Bosque-Schützlinge werden ihrer Favoritenrolle gerecht werden und die USA mit 3:0 besiegen. Top-Stürmer Torres trägt seinen Teil dazu bei und erzielt mindestens ein Tor. Daher platziere ich im HT-FT-Markt eine Back-Wette auf Spanien zu einer 1.90-er Quote. Zusätzlich setze auf über 2,5 Tore (Quote 1.95) und auf Fernando Torres to score (zu 2.04)...