Warum die Bayern in Hoffenheim nicht gewinnen werden
Bundesliga
/ Benjamin Heisenberg / 08 August 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus Zum Wettmarkt

Der erste Spieltag hat einen echten „Kracher": Vorjahres-Herbstmeister TSG 1899 Hoffenheim empfängt zum Auftakt den deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Die Rhein-Neckar-Arena wird Kopf stehen, zumal Hoffenheim aus der letzten Saison noch eine offene Rechnung mit den Bayern zu begleichen hat. Anstoß ist um 18.30 Uhr, das ZDF zeigt eine ausführliche Zusammenfassung der Partie.
Die Ausgangssituation
In Sinsheim trifft das Star-Ensemble von der Isar auf einen Gegner, der vergangene Saison als Aufsteiger die Herbstmeisterschaft holte und durch temporeichen Offensivfußball die Liga verzauberte. Warum der FC Bayern München noch nicht bei 100% ist und in Hoffenheim einen schweren Stand haben wird, erfahrt ihr im Folgenden:
Wie immer geht das Star-Ensemble von der Isar geht als Meisterschaftsfavorit in die neue Saison. Doch auch andere Vereine haben aufgerüstet. Insbesondere der ambitionierte „Dorfclub" Hoffenheim hat sich gezielt verstärkt und ist bereit für neue Glanztaten. Spielmacher und Edeltechniker Carlos Eduardo, der mit der Rückennummer 10 noch mehr Verantwortung übernehmen soll, nimmt die Plätze eins bis drei ins Visier, auch Torwart Timo Hildebrand traut dem Team zu, um den Titel mitzuspielen. Eine Demonstration von Selbstvertrauen, die einigen Experten schon ein wenig zu forsch erscheint. Nein! Hoffenheim hat bereits in der vergangenen Spielzeit eindrucksvoll bewiesen, dass man auch mit den Branchenführern der Bundesliga mithalten kann. Das internationale Geschäft wurde lediglich deshalb verfehlt, weil man verletzungsbedingte Ausfälle (z.B. Ibisevic) mental nicht verkraften konnte. Die Verpflichtungen von Josip Simunic, Maicosuel, Franco Zuculini, Prince Tagoe und Christian Eichner haben aber die Schwachstellen beseitigt und erhöhen zusätzlich den Konkurrenzkampf. Die Transferausgaben in Höhe von knapp 16 Millionen Euro sind auch eine Reaktion auf den enttäuschenden Rückrundenverlauf, als Verletzungssorgen, Undiszipliniertheiten und teaminterne Unstimmigkeiten dem kometenhaften Aufstieg ein abruptes Ende setzten. In Hoffenheim hat man jedenfalls aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt.
Der Kader
Kurz vor dem Auftakt der neuen Saison ist der FC Bayern vom Verletzungspech heimgesucht worden. Mit Franck Ribéry (Trainingsrückstand), Luca Toni (anhaltende Achillessehnen-Beschwerden) und Martin Demichelis (Bänderriss im rechten Sprunggelenk) werden drei potenzielle Stammkräfte ausfallen. Ob Klose die Reise nach Sinsheim antreten kann, wird sich dagegen erst kurzfristig entscheiden. Der WM-Torschützenkönig von 2006 verletzte sich im Training bei einem Pressschlag mit Teamkollege Sosa am Knöchel, der Argentinier erlitt eine Prellung. Aber auch Ralf Rangnick kann nicht auf seine Wunschelf zurückgreifen. Neben den Langzeitverletzten Matthias Jaissle (Reha nach Kreuzbandriss) und Demba Ba (Trainingsrückstand) werden auch Luiz Gustavo (Sprunggelenk), Tobias Weis (Knieprobleme) und Prince Tagoe (Grippe) nicht im Kader stehen.
Das Fazit
Der Herbstmeister der vergangenen Bundesliga-Saison, der sich für die zweite Spielzeit im Oberhaus zum Ziel gesetzt hat, an den Zauber-Fußball der vergangenen Vorrunde anzuknüpfen, wird es den Bayern sehr schwer machen. Fußballerisch begegnet der „Dorfclub" dem großen FC Bayern mindestens auf Augenhöhe. Während man mit Simunic und Eichner die Defensive verstärkt hat, stehen Namen wie Eduardo, Salihovic, Obasi, Ibisevic und Maicosuel für atemberaubenden Offensivfußball. Für mich gilt die TSG als absoluter Geheimfavorit auf den Titel, auch wenn der FC Bayern aufgrund seiner Transfers in aller Munde ist. Die Ausfälle von Ribéry, Toni und Demichelis stellen jedoch eine klare Schwächung dar. Zudem schließe ich aus, dass beim FCB bereits alle Mechanismen greifen. Aufgrund der Ausfälle stehen wohl mit T. Müller und Badstuber zwei durchaus talentierte Spieler in der Startelf, für die die Bundesliga aber noch Neuland bedeutet. Während die Mannschaft von Neu-Trainer Louis van Gaal mächtig unter Druck steht und zum Siegen verdammt ist, können die Gastgeber aus Hoffenheim befreit aufspielen. Darin sehe ich einen großen Vorteil für die erfolgshungrige Rangnick-Elf.
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