HSV-Hertha: Kopf an Kopf um die Meisterschaft
Bundesliga
/ Benjamin Heisenberg / 03 Mai 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Die Ausgangslage ist klar: Der Verlierer dieses Spiels wird mit dem Ausgang um die Meisterschaft nichts mehr zu tun haben. Ein Unentschieden aber hilft beiden Teams auch nicht wirklich, schließlich hat Wolfsburg seinen Kontostand auf 60 Punkte erhöht. Der HSV (54) und Hertha (55) brauchen also einen Dreier im Titelkampf.
Welche Mannschaft ist für das „Sechs-Punkte-Spiel" in der HSH-Nordbank-Arena besser gerüstet? Die Herthaner jedenfalls reisen mit viel Respekt im Gepäck an die Elbe. Und das völlig zu Recht, denn der HSV ist enorm heimstark. In 14 Bundesliga-Heimspielen gingen die Jol-Schützlinge 12 Mal als Sieger vom Platz, nur gegen Wolfsburg setzte es eine Heimniederlage. Zudem ließen die Hamburger vor heimischer Kulisse lediglich zehn Gegentore zu. Andererseits sind die Berliner mit 20 Punkten immerhin das fünfbeste Auswärtsteam. Hertha muss und wird sich also nicht verstecken. Im Gegenteil: Berlin steht vor einer Sensation. Die ganze Stadt befindet sich im Hertha-Fieber. Und der Funke ist längst auf das Team übergesprungen. Drobny, Simunic, Cicero und Raffael befinden sich seit geraumer Zeit in Top-Form. Hertha ist auf einem guten Weg, weil Lucien Favre egoistische Spielertypen aussortierte (Kevin Boateng, Ashkan Dejagah) und ein effizientes Kollektiv geformt hat. Mehrfach hat Favres Team unter Beweis gestellt, dass nominell besser aufgestellte Mannschaften geschlagen werden können. Die Siege gegen Leverkusen (0:1, 7. Spieltag), Stuttgart (2:1, 8. Spieltag), Hoffenheim (1:0, 12. Spieltag), Hamburg (2:1, 13. Spieltag), Bayern München (2:1, 20. Spieltag), Leverkusen (1:0, 24. Spieltag), Werder Bremen (2:1, 28. Spieltag) und Hoffenheim (0:1, 29. Spieltag) belegen dies. Hertha hat in dieser Saison bislang 13 Spiele mit nur einem Tor Differenz gewonnen. Das ist effektiver Erfolgsfußball im Stil des FC Bayern früherer Tage!
Natürlich wiegen die Ausfälle von Kapitän Friedrich und Top-Torjäger Voronin weiterhin schwer. Dennoch präsentierten sich die Berliner in den letzten Spielen gut organisiert und kämpferisch. Gegen Hertha ein Tor zu erzielen, ist sehr schwer. Mit Mittelfeld-Motor Pal Dardei (Gelb-Sperre) kehrt außerdem ein wichtiger Defensivakteur zurück, der für zusätzliche Stabilität sorgen wird. Fassen wir also nochmal kurz zusammen: Der HSV ist enorm heimstark und kann personell aus dem Vollen schöpfen. Allerdings ist fraglich, ob die Jol-Elf der Doppelbelastung aus Bundesliga und UEFA-Cup gewachsen ist. Das kräftezehrende Halbfinal-Hinspiel in Bremen wird den Hamburgern noch in den Knochen stecken.
Zur Wette: Ich empfehle eine Lay-Wette auf den Hamburger SV! Quoten unter 2.0 sind optimal. Ich erwarte das klassische Hertha-Spiel: Berlin wird defensiv kompakt stehen und vermutlich nichts anbrennen lassen. Die Gastgeber geraten dann unter Zugzwang, müssen mehr investieren und hinten aufmachen. Wenn sich dann 1:1-Situationen für Hertha ergeben, ist das schon fast die halbe Miete. Ein Zähler ist mindestens drin...