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Wolfsburg gegen Leverkusen im Spitzenduell

Bundesliga RSS / Benjamin Heisenberg / 11 September 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus Zum Wettmarkt

Am 5. Bundesliga-Spieltag stehen sich mit dem VFL Wolfsburg und Bayer 04 Leverkusen zwei absolute Top-Teams gegenüber. Während der amtierende Meister aus Wolfsburg nach zwei deutlichen Niederlagen in Folge in seiner ersten Mini-Krise steckt, befindet sich Bayer 04 Leverkusen in der Erfolgsspur und feiert den besten Saisonstart seit zehn Jahren. Anstoß der Partie ist am Samstag um 15.30 Uhr.

Die Ausgangslage
Mit Siegen über den VFB Stuttgart (1:0) und den 1. FC Köln (1:3) ist Wolfsburg meisterlich aus den Startblöcken gekommen. Nach gutem Saisonstart gelang es jedoch nicht, an die bisher gezeigten Leistungen und Ergebnisse anknüpfen. Vielmehr wuchs die Erkenntnis, dass sich durch den Meister-Titel einiges geändert hat: Wolfsburg wird jetzt „gejagt"! Schon am 3. Spieltag war es der Hamburger SV, der mit Tempofußball der Extraklasse und toller Moral die Wolfsburger Festung gestürmt und die stolze Serie des Meisters von 16 Heimsiegen am Stück beendet hat (2:4). Auch am darauf folgenden Spieltag entpuppten sich die „Wölfe" als leichte Beute, als sie von den „Münchner Scharfschützen" mit 3:0 erlegt wurden. Was aber hat sich im Spiel des VFL Wolfsburg grundlegend geändert? Begeben wir uns auf Ursachenforschung: Die „Wölfe" lebten lange Zeit vom Glauben, in der heimischen Volkswagen-Arena unschlagbar zu sein. Die Serie von 20 ungeschlagenen Spielen in Folge sorgte mannschaftsintern für enormes Selbstvertrauen und war der Grundstein für die Meisterschaft der vergangenen Saison. Die große Gefahr besteht nun vor allem darin, dass mit der gerissenen Serie auch das Vertrauen in die eigene Stärke schwindet. Ein weiterer Nachteil: Mit Neu-Trainer Armin Veh verfügt man nicht unbedingt über einen Trainer, der als großer Motivationskünstler gilt. Die Mannschaft muss sich also selbst stark reden. Reden allein reicht allerdings nicht aus. Die wichtigen Dreier für das internationale Geschäft sind nur über eine geschlossene Mannschaftsleistung auf dem Platz möglich. Doch auf dem Rasen greifen die Rädchen nicht mehr wie geschmiert ineinander. Ausschließlich das „magische Dreieck" um Misimovic, Dzeko und Grafite knüpft an die Leistung der vergangenen Saison an. Während Spielmacher Misimovic das Prunkstück des VFL Wolfsburg, die Offensive, dirigiert, agieren Dzeko und Grafite als Unruhestifter vor dem gegnerischen Strafraum. Für Unruhe könnte indes auch ein neuer Mannschaftskamerad sorgen: Neuzugang Obafemi Martins, der Star vom schwarzen Kontinent, steuerte bislang zwei Treffer bei und will raus aus der Rolle des Edel-Jokers. Vielmehr hat der Stürmer-Star mit Champions-League-Erfahrung dem etablierten Sturm-Duo Grafite/Dzeko den Kampf angesagt. Der Beginn mannschaftsinterner Rivalitäten über die Rangordnung steht möglicherweise kurz bevor. Im Rudel voller „Möchtegern-Leitwölfe" käme eine solche Streiterei sicherlich ungelegen. Kommen wir aber noch einmal zurück auf das Aushängeschild der „Wölfe": Wenn sechs von insgesamt sieben Toren auf das Konto der Offensivabteilung geht, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass die anderen Mannschaftsteile schwächeln. Bis auf die technisch starken Offensiv-Kräfte verfügt Wolfsburg jedoch über keine weiteren Ausnahmespieler. Und die anderen Bundesliga-Teams haben längst realisiert, dass die Zerschlagung des „magischen Dreiecks" mehr als die halbe Miete bedeutet. Bei Wolfsburg läuft es momentan alles andere als rund. Den Profis aus der VW-Stadt stehen schwere Zeiten bevor. Keine schlechte, sondern gute Zeiten durchlebt hingegen Bayer 04 Leverkusen. Die Mannschaft von Neu-Trainer Jupp Heynckes macht ihrem Namen alle Ehre: Nach vier Spieltagen hat die „Werkself" noch keine Niederlage kassiert. Als ungeschlagener Tabellen-Zweiter und mit drei Siegen in Folge reist sie folglich mit reichlich Selbstvertrauen in die Volkswagen-Arena. Der „Fast-Spitzenreiter", der lediglich wegen seiner geringeren Torausbeute dem Hamburger SV die Tabellenführung überlassen muss, hat mit zehn Punkten und einem Torverhältnis von 10:3 den besten Saisonstart seit zehn Jahren hingelegt. Gegen angeschlagene „Wölfe" hofft man nun, den Höhenflug weiter fortsetzen zu können. Doch bei aller Freude über den gelungenen Saisonstart bleiben die Verantwortlichen auf dem Teppich. Immerhin traf Leverkusen bislang - bei allem Respekt vor den bisherigen Gegnern aus Mainz, Hoffenheim, Freiburg und Bochum - noch nicht auf die sportlichen Schwergewichte der Liga. Die Beletage der Bundesliga steht indes noch bevor. Nach vier erfolgreich zurückgelegten Etappen freut man sich nun auf die erste Königsetappe.

Das Spiel
Armin Veh hat ein Problem. Er steht im Schatten von Meistermacher Magath. Veh ist zwar auch Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer in Personalunion, doch in erster Linie hat er eine Hinterlassenschaft angetreten. Er muss die Meisterschaft verwalten - und die könnte zur Last werden. Gewinnen die Wolfsburger, hat Veh von Magaths Kader profitiert. Verlieren sie, wurden Magaths Vorgaben nicht genutzt. Alles, was Veh und sein „Wölfe-Rudel" auf dem Platz fabrizieren, wird an der Magath´ schen Vergangenheit gemessen. Wie die peinliche 0:3-Auswärtspleite beim FC Bayern München. Waren es nicht die Wolfsburger, die noch vor vier Monaten zu Hause die Münchener mit 5:1 bezwungen haben? Veh versucht krampfhaft, sein eigenes Profil zu schärfen. Er setzt zwar auf den Kader, den Vorgänger Magath zusammengebastelt hat, seine Philosophie von einer fußballerisch guten Vorstellung ist indes eine andere: Gepflegtes Kurzpassspiel, in dem der Ball mehr läuft als die Spieler. Das sei effektiver und spart Kraft. Wieso aber quält „Vehlix" seine Spieler dann auf dem von Magath geschaffenen „Hügel der Leiden"? Magath hingegen setzte insbesondere auf lange Bälle in die Spitzen, die von Grafite und Dzeko dann zu Toren verarbeitet wurden. Dies war und ist immer noch die beste taktische Ausrichtung für das Spiel der Wolfsburger, denn bis auf Misimovic fehlen dem VFL die nötigen Individualisten im Mittelfeld, die den Ball über Kurzpassspiel ins Sturmzentrum tragen können. Bei Bayer 04 Leverkusen harmonieren dagegen alle Mannschaftsteile. Mit Stefan Kießling haben die Gäste den momentan treffsichersten Angreifer der laufenden Bundesligaspielzeit in ihren Reihen. Der 25-Jährige führt mit seinen vier Saisontreffern die Torjägerliste an. Doch auch sein Sturmpartner, Neuzugang Eren Derdiyok, bewies in den ersten Spielen einen exzellenten Torriecher (drei Treffer). Zusammen bilden die beiden das torhungrigste Sturm-Duo der Bundesliga. Das Leverkusener Erfolgsrezept besteht in dieser Saison jedoch nicht mehr nur aus einer hervorragenden Offensive. Die disziplinierte Abwehrarbeit ist ein weiterer Baustein, der das Team von Jupp Heynckes derzeit so stark macht. Erst drei Gegentreffer musste Leverkusen bisher hinnehmen. Mit Sami Hyypiä wurde ein erfahrener Verteidiger verpflichtet. Der Champions-League erprobte Mann vom FC Liverpool lenkt und sortiert die Abwehr und verleiht dem jungen Team jene Prise Erfahrung, die letzte Saison noch gefehlt hat. Ich erwarte ein offen geführtes Spiel ohne taktisches Geplänkel. Beide Teams sind enorm offensivstark, Wolfsburg allerdings hat defensiv mit großen Problemen zu kämpfen.


Kader / wer fehlt?
VFL-Kapitän Josué absolvierte am Mittwoch erstmals wieder eine komplette Trainingseinheit mit der Mannschaft und signalisierte anschließend sogar Chancen für einen Einsatz im Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Der brasilianische Defensivspezialist ist wegen seiner Rolle als „Leitwolf" enorm wichtig für das Spiel des VFL Wolfsburg. Sollte er nicht rechtzeitig fit werden und erneut nicht im Kader stehen, würde dies eine erhebliche Schwächung bedeuten. Insbesondere defensiv präsentierten sich die „Wölfe" in den letzten beiden Spielen nämlich alles andere als sattelfest. Gegen Hamburg (2:4) und München (3:0) setzte es im Schnitt satte 3, 5 Gegentore pro Spiel. Der „unschlagbare Jupp" kann personell aus den Vollen schöpfen. Lediglich hinter dem tschechischen Nationalspieler Kadlec steht noch ein kleines Fragezeichen.

Wissenswertes
Der Kampf um die begehrten Kaderplätze für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika in der WM-Qualifikation geht in die heiße Phase. Folglich befanden sich einige VFL-Profis unter der Woche mit ihren Nationalmannschaften auf Länderspielreise. Neben den beiden deutschen Nationalspielern Christian Gentner und Marcel Schäfer, die jeweils für das Testspiel gegen Südafrika und das WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan von Bundestrainer „Jogi" Löw nominiert wurden, gingen auch andere „Wölfe" mit ihren Auswahlteams auf Punktejagd: Diego Benaglio (Schweiz), Karim Ziani (Algerien), Peter Pekarik (Slowakei), Dzeko, Misimovic (jeweils Bosnien-Herzegowina), J. Santana (Paraguay) und Makoto Hasebe (Japan). Diese Reisen schlauchen körperlich und sind auch eine nervliche Belastung. Aber auch die „Werkself" aus Leverkusen reist mit kleinen Sorgen im Gepäck in die VW-Stadt. Neben Rolfes und Adler (beide Deutschland) waren auch Vidal (Chile), Barnetta, Derdiyok (jeweils Schweiz), Kadlec (Tschechien) und Gekas (Griechenland) auf Länderspielreise. Sechs Spieler aus dem „Wolfsrudel" waren auf Reisen. In diesem Punkt hat es Wolfsburg also nicht besser als Bayer 04 mit seinen knapp zehn Abstellungen. Wenn ein Großteil der Stammspieler bereits unter der Woche wichtige Spiele bestreiten musste, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit für ein torreiches Spiel. Mit schwindender Kraft schleichen sich auch mehr individuelle Fehler ein, die letztlich für Tore sorgen.

Fazit
Während der VFL Wolfsburg mit der Last von zwei Niederlagen in die Partie geht, ist bei Bayer 04 Leverkusen enorm viel Selbstvertrauen vorhanden. Die „Wölfe" werden von Beginn an versuchen, die Leverkusener zu attackieren. Doch die „Werkself" ist bestens gerüstet: Defensiv verfügt man mit Neuzugang Hyypiä und M. Friedrich über hervorragende Innenverteidiger, die in der Lage sind, Dzeko, Grafite und Martins auszuschalten. Wenn zusätzlich Misimovic in Schach gehalten wird, ist auch ein Auswärtssieg möglich. Jedenfalls rechne ich fest damit, dass Bayer 04 Leverkusen mindestens einen Punkt mitnimmt. Die „Wölfe" werden sich auch noch nach dem 5. Spieltag ihre Wunden lecken müssen...

Meine Wett-Empfehlung
Ich setze eine Lay-Wette gegen den VFL Wolfsburg bei Lay-Quoten um 2.1. Zusätzlich setze ich spekulativ auf über 3, 5 Tore ab Quoten von 2.36.

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