Blau-Weiß und Königsblau: Eine exklusive Feindschaft....
Fußball
/ Benjamin Heisenberg / 16 Mai 2009 / Kommentar schreiben Wettbonus
Das Titelrennen ist spannend wie nie zuvor. Zwei Spieltage vor Schluss besitzen noch fünf Teams Chancen auf die Meisterschaft und/oder die Champions-League. Mitten drin: Hertha BSC! Berlins Bundesligist empfängt im letzten Heimspiel der Saison kriselnde Schalker, die mit 49 Punkten im Niemandsland der Tabelle stehen und jegliche Chancen auf das internationale Geschäft verspielt haben. Doch die Partien gegen den Lieblingsfeind aus Gelsenkirchen waren in der Vergangenheit stets hart umkämpft. Im Hinblick auf die mögliche Meisterschaft will Hertha BSC vor ausverkauftem Haus den positiven Trend mit fünf Spielen in Folge ohne Niederlage fortsetzen. Stellt nun etwa ausgerechnet der königsblaue Erzfeind ein Bein?
DIE AUSGANGSLAGE:
Zwei Spieltage vor Saisonende liegt Berlins Bundesligist nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Wolfsburg und Titelverteidiger Bayern München. Trotz der hervorragenden Ausgangslage pflegt man bei Hertha BSC weiterhin unterschiedliche Sichtweisen. Und jede hat ihre Berechtigung. Der stets zurückhaltende Erfolgstrainer Lucien Favre sagt zum Beispiel: „Sie fragen mich nach der Meisterschaft und wir sind noch nicht einmal für die Europa-League qualifiziert." Interimskapitän und Abwehr-Turm, Joe „Cool" Simunic, der eine Weltklasse-Saison spielt, bevorzugt eine offensive Betrachtung. Er sieht jetzt „die größte Chance, den Titel zu holen". Hin- und hergerissen zwischen dem Traum vom Titel und der Angst vor dem Versagen gehen die Blau-Weißen in das spannendste Bundesliga-Finale aller Zeiten. Alles ist möglich - von oben bis nach unten! Unten, das heißt - nicht nur für Hertha BSC - Rang sechs. Der würde am Saisonende gar nichts einbringen. Vermutlich geben sich die Verantwortlichen gerade aus diesem Grund so bescheiden. Nur nicht Dieter Hoeneß, der bereits einen Privat-Jet reserviert hat. Aber der euphorische Manager ist nicht der einzige. Auch die Fans haben längst realisiert, dass alles möglich ist. So ließen sie nicht nur nach dem 2:0-Erfolg gegen den VfL Bochum ihren Emotionen freien Lauf. „Hey, das geht ab. Wir holen die Meisterschaft", singt in der Rückrunde nicht nur die Ostkurve. Berlin liegt im Fußball-Fieber: 71.323 Fans gegen Bochum - eine sensationelle Zahl. Die Stadt spürt, dass etwas geht, der erste Titel seit 1931 greifbar ist. Und diese unglaublich positive Stimmung überträgt sich auch auf die Mannschaft. Sie kämpft, jeder rennt für jeden, Rückstände werden in Siege umgemünzt und auch die ganz engen Spiele werden gewonnen. Mit Schweizer Charme und Berliner Schnauze wollen die Favre-Schützlinge nun auch Erzrivale Schalke 04 „knacken". Die Königsblauen stehen mit 49 Zählern und 45:32 Toren lediglich auf Rang acht. Die Chancen, das internationale Geschäft zu erreichen, wurden längst verspielt. Es scheint allerdings, als würde sich der zweitteuerste Kader der Bundesliga im Niemandsland der Tabelle recht wohl fühlen. Die Mannschaft investiert nicht viel, spielt Alibi-Fußball. So wurden die letzten drei Spiele allesamt verloren. Die ganzen Wechsel-Gerüchte sorgen zusätzlich für Unruhe innerhalb der Mannschaft. Bayern schielt nach Neuer, Kuranyi flirtet mit dem HSV. Mit Felix Magath wurde für die kommende Saison außerdem ein „Schleifer" verpflichtet, der nicht von jedem Profi mit offenen Armen empfangen wird.
DAS SPIEL:
Ich erwartete gegen Schalke das typische Hertha-Spiel. In der laufenden Saison haben die Berliner 14 Spiele mit nur einem Tor Differenz gewonnen. Das ist effektiver Erfolgsfußball im Stil des FC Bayern früherer Tage. Auch wenn sich die Favre-Elf einen Gegentreffer einfängt, verfällt sie nicht in Hektik, sondern bleibt ruhig und spielt konzentriert weiter. Dass man vor heimischer Kulisse antritt, ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Das Berliner Olympiastadion ist mit 74.000 Besuchern restlos ausverkauft. Im letzten Heimspiel der Saison würde wohl auch nicht die doppelte Anzahl an Sitzschalen ausreichen, um dem Interesse der Fans bzw. Hertha-Sympathisanten gerecht zu werden. Während Lucien Favre im Endspurt um die Meisterschaft über den kompletten Kader verfügt, muss sein Trainerkollege Büskens auf Bordon und Pander verzichten.
MEINE WETT-EMPFEHLUNG:
Hertha wird sich mit einem Sieg über Schalke 04 die Titelchancen wahren. Sollte kein Dreier gelingen, so dürfte wohl der Traum von der Meisterschaft endgültig platzen. Schließlich ist es sehr unwahrscheinlich, dass sowohl Spitzenreiter Wolfsburg als auch Titelverteidiger Bayern München Punkte lassen werden. Die Berliner müssten sich dann mit dem Titel „Meister der Herzen" zufrieden geben. Aber wer will schon Meister der Herzen werden, wenn der richtige Titel möglich ist? Ich tippe bei betfair auf einen Hertha-Heimsieg. Back-Quoten um 1.95 sind klare Kaufkurse...